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Wie ein Artikel über Katzen mehr als 70 Fledermäuse gerettet hat

11. Januar 2016

Was ein Bericht über die Hilfe für Katzen alles so auslösen kann. Unser Beitrag am Wochenende über die „Katzenhäuser“ und die ehrenamtlichen Tierfreunde, die sich um die Samtpfoten kümmern, hat dazu geführt, dass gestern rund 70 Fledermäusen in Röbel geholfen werden konnte. Aber der Reihe nach.

Fleder2Auf unseren Artikel über die Katzenhilfe meldete sich unter anderem Bruno Gratz aus Röbel und berichtete, dass er sich seit langem um viele ausgesetzte Katzen kümmert – ohne Hilfe und auf eigenen Kosten.
Alleine im vergangenen Jahr sind in der Nähe seines Garten an der Wünnow 14 Katzen ausgesetzt worden. Die hat der rührige Röbeler nicht nur ernährt, sondern sich auch beim Tierarzt um Medikamente gekümmert. „Einige haben leider nicht überlebt, aber die meisten zum Glück schon“, berichtet der Tierfreund.

Bettina Priwitzer von der Initiative „Müritzer für Tiere“ hat die Anmerkung von Bruno Gratz zu unserem Artikel gelesen und sich sofort mit ihm in Verbindung gesetzt. Die Initiative will den Röbeler mit den ausgesetzten Samtpfoten nicht alleine lassen und steht ihm ab sofort zur Seite.

Doch was der 59-Jährige der Tierschützerin dann erzählte, machte sie fast sprachlos: Vor rund einer Woche entdeckte er am Hintereingang des Neubaus in der Ringstraße, in dem er wohnt, zwei Kartons. Darin: Rund 70 Fledermäuse. „Ich hatte Angst, dass sie erfrieren können, zumal die Kartons bei diesem Wetter ja schnell durchweichen“, erzählt der Röbeler.
An dem Gebäude in der Ringstraße steht zwar „Fledermausfreundliches Haus“, doch das dort einfach so viele Fledermäuse ausgesetzt werden, ist schon ungeheuerlich.

Bruno Gratz vermutet, dass entweder irgendwo ein Haus abgerissen und die Fledermäuse dort gefunden wurden, oder dass sie bei der Fällung von Bäumen im Wald zum Vorschein kamen.

Bettina Priwitzer nahm sofort Kontakt zur „Fledermaus Pension“ im Müritz-Nationalpark auf und stieß zum Glück auf offene Ohren. Werner Oldenburg von der Pension fuhr umgehend nach Röbel und holte die Fledermäuse ab.
Ihre Rettung, denn lange hätten sie ihren Aufenthalt in den Kartons sicher nicht mehr überlebt.


3 Antworten zu “Wie ein Artikel über Katzen mehr als 70 Fledermäuse gerettet hat”

  1. Sabine sagt:

    Wie soll man denn handeln wenn man Fledermäuse findet?
    Darf man sie anfassen und in einen Karton legen?
    Muss irgendetwas zusätzlich in den Karton das sie dort vorübergehend überleben?
    Wohin wendet man sich wenn man Fledermäuse findet?

    Ich glaube nämlich das viele Menschen sich ekeln oder Angst haben und sie töten ,
    Aufklärung würde vielleicht helfen.

    • Bettina Priwitzer sagt:

      Liebe Frau Malzburg,
      nach Rücksprache mit Herrn Oldenburg kann ich jetzt Ihre Fragen beantworten.Wenn man Fledermäuse anfasst, sollte man sich Handschuhe anziehen. Sie können nämlich in Abwehrhaltung kräftig zubeißen.Das betrifft besonders die großen Fledermausarten. Sie können die Fledermäuse in einen Karton tun, den sie mit einem Handtuch ausstaffieren. Darin „verkrümeln“ sich dann die Tiere. Die Tollwut spielt in Mitteleuropa eine geringe Rolle. In den letzten drei Jahren hatten von 900 untersuchten Fledermäusen 16 die Fledermaus- Tollwut. Und noch etwas ist wichtig: in den Karton sollte etwas Luft gelangen.
      Wenn Sie Fledermäuse finden, können sie sich an das Museum bzw. einen Tierarzt wenden. Die leiten das dann entsprechend weiter.

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