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Wissenschaft zum Anfassen: Aquakulturanlagen in Born besichtigen

15. Juni 2017

Die Landesforschungsanstalt MV, Südstraße 8, in 18375 Born (Darß), gewährt Einblicke in die interessante Forschungswelt zur Aquakultur: Am kommenden Dienstag, 20. Juni, sowie am 18. Juli und 5. September 2017 finden jeweils um 10 Uhr und um 13 Uhr öffentliche Führungen statt.

Anmelden können sich Interessenten unter www.aquakultur-mv.de unter „Anmeldung Born“. Da die Anzahl der Teilnehmer pro Führung auf 20 Teilnehmer begrenzt ist, wird eine vorherige Anmeldung empfohlen. Die Führungen dauern etwa 90 Minuten. Der Eintritt kostet 5 Euro/ ermäßigt 3 Euro. Kinder bis zum siebten Lebensjahr haben kostenlos Zutritt. In einigen Hallen ist der Boden rutschig. Festes, rutschfestes Schuhwerk ist angebracht.

„Die Fischbestände in den Weltmeeren und Seen sind nicht beliebig steigerungsfähig. Da gleichzeitig der Fischkonsum immer weiter zunimmt, werden wir hier früher oder später an Grenzen stoßen. Mit den angebotenen Führungen möchten wir auf dieses Problem aufmerksam machen und im Idealfall ein Umdenken beim Fischkonsum erwirken. Wir müssen uns bewusst machen, dass kurze Wege besser sind als weltweite Transporte. Letztere erhöhen die Stickstoff- und Kohlendioxidbelastungen in der Umwelt. Auch ist die transparente Produktion vor Ort ein Garant für gesunde, sichere Erzeugnisse“, betonte Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV.

Rund 20.000 Tonnen Fisch werden derzeit in Deutschland jährlich in über 3.000 Aquakultur-Betrieben erzeugt. Der Anteil vor M-V liegt bei ca. 1170 Tonnen.

„Die Aquakultur wird künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Überfischung der Meere, die Umweltbelastung durch Transporte aus Übersee sowie der Trend hin zu frischen und regional erzeugten Fischprodukten sind nur einige Gründe dafür. Möchte man den Großen der Branchen, die vor allem auf Quantität setzen, das Feld nicht kampflos überlassen, können hier mit Qualitätsprodukten durchaus neue Standards gesetzt werden“, sagte der Staatssekretär weiter.

Einen weiteren großen Pluspunkt der Aquakultur sieht er in der Entwicklung und Umsetzung geschlossener Kreisläufe, die beispielsweise über einen geringeren Wasserverbrauch eine ressourcenschonende Bewirtschaftung der Anlagen ermöglichen.

In Born können Besucher die neuen experimentellen Aquakulturanlagen für die Zucht von Forellen, Stören, Zander – bisweilen auch Barsche, Schnäpel und Welse – besichtigen. In den Anlagen wird versucht, die bestmöglichen Aufzuchtbedingungen für diese Fischarten zu erreichen. Gäste erhalten Antworten auf vielfältige Fragen: Wie funktioniert eine geschlossene Aquakulturkreislaufanlage? Ist die Haltung in einer solchen Anlage artgerecht? Wie vermehrt man eigentlich Fische und wie hält man sie gesund?

Die Forschungsarbeit in der Experimentalanlage der Landesforschungsanstalt widmete sich in den vergangenen Jahren unter anderem der Verbesserung von Technologien zur Fischproduktion in Aquakulturkreislaufanlagen. Diese Arbeit wurde seit 2000 mit ca. 2,9 Millionen Euro Landesmitteln und ca. 8,8 Millionen Euro aus den EU-Fischereifonds unterstützt. Zukünftig wird sich die Forschungsarbeit verstärkt dem Thema Tierwohl in Aquakulturanlagen zuwenden.


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