Wo Kunden auftischen dürfen

22. März 2014

Stamm2Der Ostereierkeks ist ein bisschen zu süß, den Ostereierkranz sollte es auch eine Nummer kleiner geben und die Preisschilder bitte nicht in Schreibschrift: Beim ersten Kundenstammtisch der Mecklenburger Backstuben GmbH haben die Teilnehmer kein Blatt vor den Mund genommen. Sollten sie auch gar nicht, denn die Geschäftsführung des Warener Traditionsunternehmens hat den Kundenstammtisch ins Leben gerufen, um ein ehrliches Feedback zu bekommen.

„Ich bin wirklich begeistert, Stamm6dass sie uns hier nicht einfach zu einer Verkostung eigeladen haben, sondern wirklich Wert auf unsere Meinung legen“, meinte Franziska Blume und freut sich schon auf den nächsten Stammtisch. Sie wohnt seit drei Jahren an der Müritz und ist seither auch Kundin in den Filialen der Mecklenburger Backstuben.

Ohnehin haben sich für den ersten Kundenstammtisch viele Kunden angemeldet, die zugezogen sind. Wie Familie Roloff, die zuvor in Röbel lebte oder die Baumfotografin Ina Baranowski. Die 35-Jährige ist aus Hamburg an die Müritz gezogen und hat schon ihre Lieblingsprodukte, die sie regelmäßig bei den Backstuben kauft. Den Kundenstammtisch nutzt sie, um zu loben, aber auch, um ihre Wünsche los zu werden. Denn sie möchte wie viele andere Teilnehmer auch, „ganz normale Brötchen“ im Altstadtcafé kaufen und nicht nur die „neumodernen“ Sorten.

Die beiden Geschäftsführerinnen Stamm4Kathrin Rossa und Dr. Christina Neumann saugen die Meinungen regelrecht auf. „Genau so haben wir uns den Kundenstammtisch vorgestellt. Wir wollten die Meinungen der Kunden, und zwar ehrlich und bevor unsere Produkte verkauft werden“, so Kathrin Rossa.

Aber die Stammtisch-Teilnehmer müssen nicht nur verkosten, sondern auch gucken. Denn derzeit geht’s in der Marketing-Abteilung des Unternehmens unter anderem um die Gestaltung der Preisschilder. Ganz eindeutig: Die Schreibschrift in Orange fällt durch. Sie lässt sich nur schwer lesen. „Die grüne Schrift ist okay“, so Helga Zimmerman. „Dieser Test war ganz wichtig für uns, denn was nützt es, wenn wir neue Preisschilder anfertigen lassen und die Kunden damit nicht zurecht kommen“, so Kathrin Rossa.

Ihre Schwester, Stamm7im Unternehmen unter anderem für die Filialen zuständig, hat ein anderes Problem. Sie plagen seit einiger Zeit schlaflose Nächte, wenn sie an die Anschaffung eines neuen Ofens denkt. Deshalb lässt Christina Neumann die Stammtisch-Teilnehmer ein Brötchen verkosten, das auf unterschiedliche Art und Weise gebacken wurde: Im Steinbackofen und per Umluft. Die auserwählten Kunden können helfen und sind sich fast einig: Das Brötchen aus dem Umluftofen ist knuspriger.

Und auch bei dem neuen Foccacia mit Rosmarin, das es zur beginnenden Grillsaison geben soll, fällt das Urteil einstimmig aus: Lecker!

Eines steht nach der Premiere des Backstuben-Stammtisches fest: Er bleibt keine Eintagsfliege, sondern soll künftig regelmäßig stattfinden. Weil es die Teilnehmer freut, dass ihre Meinung wirklich gefragt ist, und weil die Geschäftsführung die Ideen und Hinweise tatsächlich braucht.

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