Wo sich Könige trafen: Gedenkstätte im Schloss Hohenzieritz als authentischer Ort neu eröffnet

3. Juni 2017

Wer genauer wissen will, was Teile der Mecklenburgischen Seenplatte mit Adel, Kaiser und Königen zu tun haben, der ist jetzt in Hohenzieritz richtig.

Das Land hat die Gedenkstätte für die Königin Luise von Preußen (1776-1810), die aus Mecklenburg-Strelitz stammte, neu gestaltet. Jetzt können Besucher erstmals wieder in das originale Sterbezimmer, in dem die beliebte Königin damals überraschend starb.

Dort erinnern ein Sarkophag mit Skulptur und eine Büste an die Frau, die ihrem Volk und dem Mann Friedrich Wilhelm III. nach dem verlorenen Krieg gegen Napoleon den Rücken stärkte und trotz ihres jungen Alters bereits zehn Kinder hatte. Beide Kunstwerke sind bekannten Originalen des berühmten Bildhauers Christian Daniel Rauch nachempfunden. Der Sarkophag steht im Original im Berliner Preußen-Schloss Charlottenburg.

Dazu wurden Hörstationen aufgebaut, die Texte des Ehemannes und einer Tochter von damals bieten. Weitere Höhepunkte sind die „Hohenzieritzer Autographentafeln“. Dabei handelt es sich um die Türleibung aus dem ehemaligen Gartensaal des Schlosses, Dort haben sich zahlreiche Adelige – so war es üblich – mit Größe, Datum und Namen „verewigt“. Es liest sich wie ein „who ist who“ des Hochadels in Europa und verdeutlicht welchen Rang Hohenzieritz als Sterbeort, Neustrelitz und Mirow in der damaligen Welt des Adels und heute wieder hat. Wer will, kann auch selbst „Autograhen“ malen.

Das Schloss beherbergt auch die Müritz-Nationalparkverwaltung und ist im Landesbesitz, wie der idyllische Park. Dabei war Vieles nach 1945 verloren gegangen, weiß Kurator Jörg Meiner. Das Schloss wurde von den Siegern des Krieges 1945 besetzt. Ausstellungsstücke flogen damals aus dem Fenster und landeten auf einem Müllhaufen. Die Büste, die noch Beschädigungen aufweist und die Türteile wurden von Unbekannten gerettet. Einem Verein um den Berliner Hans Joachim Engel ist es zu verdanken, dass es die Gedenkstätte wieder gibt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*