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Zukunft der Zulassungsstellen ungewiss

27. August 2013

IMG_1557Von Antje Rußbüldt-Gest

Müritz-Region. Das sind teilweise richtige Dramen, die sich da gegenwärtig vor der Zulassungsstelle des Landkreises in Waren abspielen. Wie heute morgen berichtet, muss die Zulassungsstelle in dieser Woche geschlossen bleiben – schlicht und einfach aus Personalnot. Da aber nicht alle informiert sind, haben sich dennoch etliche Einwohner zum Teil auf lange Wege gemacht, um etwas in der Zulassungsstelle zu erledigen. Leider vergeblich. Für sie endete die Reise vor diesem zusammengeklebten Zettel, auf dem unten auch noch eine andere Aussage als oben zu lesen ist.

So wollte heute früh eine Frau aus Wendorf ein Kurzzeit-Kennzeichen besorgen, um dann gleich weiter mit dem Zug nach Berlin zu fahren und dort ein Auto abzuholen. Zuvor hat sie zwar auf die Homepage des Landkreises geschaut, dort aber nur auf die Öffnungszeiten der Zulassungsstelle, nicht aber auf die Bekanntmachungen. Um so größer ihre Verzweiflung, als sie vor Ort am Amtsbrink feststellen musste, dass sie ihr Kurzzeitkennzeichen in Waren nicht bekommt und damit ihr Vorhaben, das Auto aus Berlin zu holen, wohl knicken konnte.

Richtig hilflos auch ein älterer Herr, der extra aus Bredenfelde nach Waren gefahren ist und dort vor verschlossener Tür stand. Nur zwei Beispiele von vielen, wie sie derzeit am Regionalstandort des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte täglich mehrfach zu erleben sind. Und: Die Schließung in Waren hat auch Auswirkungen auf die anderen Zulassungsstellen, denn wenn ein Schilderdienst aus Waren im Auftrage von Privatkunden und Autohäusern an den anderen Standorten anrückt, dann mit „gesammelten Werken“. Das heißt, er braucht viel Zeit, um seine Aufträge zu erledigen, andere Kunden haben das nachsehen und müssen viel Zeit mitbringen.

Vier Mitarbeiter pro Standort

Peter Handsche, Sachgebietsleiter Verkehr beim Landkreis, der einst in Waren sein Büro hatte, heute aber unter einer Demminer Nummer zu erreichen ist, kann den Frust der Kunden verstehen. Doch: Er hatte nach eigenen Angaben keine andere Wahl, als die Warener Zulassungsstelle für eine Woche zu schließen. „Dort sitzt gegenwärtig nur noch eine Mitarbeiterin für vier Stunden, die sich um den Posteingang kümmert. Durch Krankheit, Urlaub, und Elternzeit haben wir echte Personalprobleme“, gibt der Experte zu.
Generell würden in den vier Zulassungsstellen des Landkreises nur 16 Leute arbeiten, vier also pro Standort. Eindeutig zu wenig, wenn man bedenkt, dass durch Urlaub, Krankheit und andere Umstände nie alle im Dienst sind und in den Zulassungsstellen jährlich rund 180 000 Geschäftsvorfälle gezählt werden. Doch gerade habe man eine neue Mitarbeiterin eingestellt, ein Azubi konnte übernommen werden, und für Waren laufen noch bis Ende der Woche zwei Stellenausschreibungen. Dennoch: In absehbarer Zeit sieht auch Handsche keine große Entspannung, denn neue Leute seien nicht gleich verfügbar und müssten umfangreich eingearbeitet werden.

Was die Zukunft aller vier Zulassungsstellen mit Kreis angeht, wollte sich der Sachgebietsleiter nicht äußern. Das sei eine politische Entscheidung. Kreistagsmitglieder machen aber gar keinen Hehl daraus, dass sie bei der angespannten Haushaltslage nicht daran glauben, dass alle vier bleiben.


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