Malchower Inselwohnsitz

Ohne Verzicht auf die Nähe des Partners

Es ist eine ganz besondere WG in der Mühlenstraße 124 in Malchow und sie ist auch einmalig in der Region: Im „Malchower Inselwohnsitz“ finden nicht nur an Demenz erkrankte Menschen ein betreutes Zuhause, sondern auch ihre Angehörigen.
Die Idee zu diesem Konzept stammt vom Verein „Wegweiser“ e.V., der dieses Haus konzipiert und bauen lassen hat. Ein Konzept, das seit gut sieben Jahren sehr erfolgreich läuft, wie Wegweiser-Geschäftsführerin Sabine Raatz im Gespräch mit „Wir sind Müritzer“ erklärt. Dabei nutzen nicht nur Ehepartner die Senioren-WG in idyllischer Lage in Malchow, sondern sogar Nachbarn, die lange nebeneinander gewohnt haben und weiter zusammenbleiben wollen.

„Demenz spielt leider eine immer größere Rolle. Während die Erkrankten früher häufig gleich in ein Heim mussten, wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich war, gibt es heute Alternativen. Wie unseren Inselwohnsitz. Der hat mit einem Heim nichts gemeinsam. Die Bewohner haben ihre eigenen Zimmer und leben selbstbestimmt. Und im selben Haus können auch die gesunden Angehörigen in gemütlichen Appartements wohnen. So werden die Angehörigen entlastet, ohne dass die Partner auf ihre Nähe zueinander verzichten müssen.“ erklärt Sabine Raatz das Konzept.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz sehr günstig auswirken. Der Demenzkranke ist „Hausherr“ und bestimmt seinen Tagesablauf nach seinen Lebensgewohnheiten und Wünschen. Die professionelle Betreuung sichert ein Pflegedienst der Wahl, das Pflege- und Betreuungspersonal ist zwar rund um die Uhr im Haus, allerdings nur als „Gast“.

Gemeinsam kochen und viel kreative Beschäftigung

Das Haus bietet im Erdgeschoß zwölf Einzelzimmer mit Bad, die vom neuen Bewohner mit eigenen Möbeln, Bildern und Erinnerungen ausgestattet werden können. Das Alltagsgeschehen wird vom eigenen Rhythmus bestimmt, von liebgewordenen Gewohnheiten und vertrauten Ritualen – genauso, wie sie es jahrelang zu Hause gewohnt waren.

Ein wichtiger Bestandteil der Betreuung ist die Biografiearbeit. Im Flurbereich des Erdgeschosses steht deshalb jedem Bewohner der Gemeinschaft ein eigener Schaukasten zur freien Gestaltung zur Verfügung. Dieser hilft ihm bei der Orientierung im Hause und soll ihn an schöne Erlebnisse und ihm wichtige Personen erinnern.

Das gemeinsame Kochen in der vom Verein eingerichteten Gemeinschaftsküche soll Anreize zum Mitwirken in der Küche geben und für einen gesunden Appetit sorgen. Jedoch sollen Menschen, die in ihrem Leben genug gekocht und gebacken haben, dies nicht in der Gemeinschaft tagtäglich leisten. Vielmehr soll die Freizeit zwischen den Mahlzeiten zum Aufenthalt an der frischen Luft oder für eine angenehme kreative Beschäftigung genutzt werden. Schließlich lebt man ja auf einem „Inselwohnsitz“.

Im ersten Obergeschoss gibt es acht großzügige Appartements für die Angehörigen in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen.

Die Warmmiete für ein Zimmer mit ca. 21 qm liegt derzeit bei 360 €, darin enthalten sind bereits alle Gemeinschaftsräume, die genutzt werden dürfen.

Während sich vorrangig Ehepartner für den Inselwohnsitz mit seinen großzügigen Zimmern und dem weitläufigen Grundstück entscheiden, sind aber auch schon langjährige Nachbarn gemeinsam eingezogen. „Die beiden Herren haben solange nebeneinander gewohnt und freuen sich, dass die Gemeinschaft trotz der Erkrankung des einen weiterhin möglich ist“, erzählt Sabine Raatz.

Unterschiede zwischen einer Demenz-Wohngemeinschaft zu einem Pflegeheim:

  • Die Mitglieder einer Demenz-WG leben in ihrer Häuslichkeit eigenverantwortlich als Privathaushalt. Sie sind Mieter mit allen Rechten und Pflichten
  • Die Bewohner sind Mitglieder in der Wohngemeinschaft mit einer daraus resultierenden stärkeren Geborgenheit
  • Durch den Einzug in die WG bleiben die eigene Biografie und die gewohnte Einrichtung (im Wesentlichen) erhalten
  • Die Teilnahme am Gemeinschaftsleben ist selbstbestimmt, ebenso die Wahl der in Anspruch genommenen pflegerischen Leistungen. Daraus resultiert nicht zuletzt ggf. ein Kostenvorteil gegenüber dem Pflegeheim

 

Malchower Inselwohnsitz
Mühlenstraße 124
17213 Malchow

Hausverwalterin: Annegret Tschiedel
Tel. 03991 632118
Fax: 03991 632119
Mobil:0171/7359597

Mail: annegret.tschiedel@yahoo.de
Web: www.malchower-inselwohnsitz.de


Zurück