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„Möwe“ fliegt gesund in die Welt hinaus

6. September 2014

Moe11Gut drei Jahre, nachdem das Warener Traditionsunternehmen „Möwe“ kurz vor dem endgültigen „Absturz“ stand, „fliegt“ es gestärkt und stolz in die Zukunft. Denn die „Möwe“-Nudeln sind nicht nur in Deutschland gefragt, sondern inzwischen weltweit. „Wir sind Müritzer“ durfte einen Blick ins Werk werfen.

Was sofort auffällt: Neben den vielen großen Maschinen und Anlagen sind kaum Menschen zu sehen. „Ja, vieles läuft natürlich automatisiert“, bestätigt Geschäftsführer und Inhaber Wolfgang Sengewisch den ersten Eindruck. Dennoch: 35 Frauen und Männer, meist langjährige Mitarbeiter, verdienen ihr Brot im Nudelunternehmen. Sichere Jobs, wie der Chef betont. Das sah im Jahr 2011 noch ganz anders aus. Damals gehörte die „Möwe“ zu einem spanischen Konzern und der konnte so gar nicht mit dem Unternehmen an der Müritz anfangen.

Mecklenburger kochen nur wenig Nudeln

„Wir produzieren in Moe10einer Region, in der der Nudelverbrauch am niedrigsten ist, mussten uns die Rohstoffe seinerzeit aus dem Süden holen und haben unsere Produkte dann wieder in den Süden gefahren. Das klang für die Spanier wenig lukrativ“, erinnert sich Wolfgang Sengewisch, der die Geschicke der „Möwe“ bereits seit 1989 bestimmt.
Der Chef gab nicht auf, sondern übernahm das traditionsreiche Teigwarenwerk. Einen Schritt, den er trotz aller Schwierigkeiten bis heute nach eigenen Angaben nicht bereut hat. Und das, obwohl die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns durchschnittlich nur zwei Kilo Nudeln im Jahr essen. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind’s 8 Kilo pro Kopf, die Schwaben schaffen 13 bis 16 Kilo und die Italiener satte 26.

Moe3Doch die „Möwe“ hat ihren Markt gefunden. Rund 60 Tonnen Nudeln, also 600 000 Portionen, verlassen das Werk am Alten Bahndamm täglich. In Deutschland liegen die „Himmlischen“ und „Meine Liebsten“ im Nordosten mit den Großstädten Berlin und Hamburg in den Verkaufsregalen. Aber auch im Ausland weiß man die Nudel von der Müritz zu schätzen. In Skandinavien, dem Baltikum, in den Benelux-Länder, aber auch in Kanada, den USA, in Japan und China kochen „Möwe“-Nudeln in den Töpfen. Darüber hinaus „verschwinden“ viele Nudeln aus Waren in den verschiedensten Fertiggerichten.
Und sogar nach Israel hat die Warener Firma unlängst geliefert. Ganz besondere Nudeln, denn die mussten koscher sein, um den Gesetzen der jüdischen Kunden gerecht zu werden. „Um das Koscher-Zertifikat zu bekommen, muss man besondere Anforderungen erfüllen“, so Wolfgang Sengewisch.

350 000 Eier in der Woche

Aber nicht nur die Koscher-Nudel ist zertifiziert und kontrolliert. „Die Wege unserer Rohstoffe können genau zurückverfolgt werden. Wir wissen, welches Ei und welcher Hartweizen in welcher Packung Nudeln steckt“, berichtet der Geschäftsführer. Bei rund 350 000 Eier, die in der „Möwe“ in nur einer Woche verbraucht werden, ein Riesen-Aufwand. Denn jedes Ei wird registriert.

Gegenwärtig probieren die Moe5Warener neue Produkte aus: Lupinen-Nudeln, mit einem Unternehmen aus Grimmen gemeinsam entwickelt und derzeit auf Messen vorgestellt. Die Nudel hat einen hohen Protein-Gehalt und eignet sich auch für vegane Ernährung.
Weitere Neuheiten sind in Arbeit. Zur Freude der Mitarbeiter, die voll und ganz hinter ihrem Unternehmen stehen. Und das meistens schon seit Jahrzehnten. Erst in dieser Woche haben mit Irmtraud Schult, Hartwig Brümmer und Jürgen Krause gleich drei Beschäftigte das 45. Dienstjubiläum gefeiert.

 


2 Antworten zu “„Möwe“ fliegt gesund in die Welt hinaus”

  1. MüritzLupo sagt:

    Hervorragend das es der „Möwe“ gelungen ist,
    in der Luft zu bleiben.
    Eine weitere
    Erfolgsgeschichte
    die der Stadt
    und seinen Bewohnern gut tun!

  2. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Mut, Beharrlichkeit, Innovation, Qualität und Fleiß sind die wesentlich Bedingungen für erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Den Beweis dafür liefert die „Möwe“. Das ist beeindruckend! Ein weiterer „Stern“ an Waren’s Himmel. …. Glückwunsch zu dem Erfolg!
    Heinz-Peter Schifflers

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