Erste Arbeiten zum Neubau der Eisenbahnbrücke starten bald

15. Mai 2024

Keine Frage, diese vier Jahre werden für alle Warener und Gäste der Stadt erhebliche Einschränkungen mit sich bringen. Doch da beißt die Maus keinen Faden ab – der Neubau der Eisenbahnbrücke auf der B 192 im Bereich der Strelitzer Straße/Schweriner Damm muss sein. Das jetzige Bauwerk – über 50 Jahre alt – ist arg beschädigt, eine Sanierung nicht mehr möglich. Bei durchschnittlich 21 000 Fahrzeugen, die am Tag über die Brücke düsen, sind diese Bauarbeiten eine echte Herausforderung – für die Planer, die Baufirmen und natürlich die Einwohner. Nach etwa zehn Jahren Vorbereitungszeit starten die ersten Arbeiten bereits im Juni, ab Mitte August geht’s dann richtig los. Rund 28 Millionen Euro investiert der Bund in die neue Brücke, einen kleinen Teil trägt die Stadt Waren für Gehwege und Co – 1,8 Millionen Euro. Die Fertigstellung gibt das Straßenbauamt Neustrelitz mit „erstes Halbjahr 2028“ an. Die einzelnen Abschnitte sind streng getaktet, die Zeiten müssen eingehalten werden, da die Deutsche Bahn nur zweimal in den vier Jahren Sperrungen der Strecke Berlin-Rostock genehmigt. Gestern haben Mitarbeiter des Straßenbauamtes über den Ablauf der anstehenden Arbeiten und die nötigen Einschränkungen vor Ort informiert.

Das Projekt macht aus zwei übrigens eins, denn die jetzige Brücke besteht aus zwei Teilen, den nördlichen und den südlichen. Die neue wird dann sozusagen aus „einem Guss“ sein und tunnelartig über die Gleise führen. Schon seit einigen Jahren gibt es auf dem Abschnitt Einschränkungen – Lkw mit mehr als 12 Tonnen Gewicht dürfen nur eine Spur nutzen und auch nicht dicht hintereinander fahren.

Mit dem Bau eines so genannten Reptilienfangzaunes, der die Tiere davon abhalten soll, in den Baustellenbereich zu kriechen, geht’s im Juni los. Etwa 140 000 Euro kostet diese Maßnahme, die vorgeschrieben ist. Mitte August starten dann die Arbeiten im Bereich des Mittelstreifens. Ganz wichtig: Während der gesamten Bauzeit werden immer zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, nur ein zwei Tage muss auch mal voll gesperrt werden. Ab September sind nur noch die beiden südlichen Spuren, also die in Richtung stadtauswärts befahrbar – eine für jede Richtung. Vom Schweriner Damm kann man dann nicht mehr in die Gievitzer Straße einbiegen und von der Gievitzer nicht auf den Schweriner Damm fahren. Die Gievitzer Straße wird zur Sackgasse. Die Umleitung läuft über die Straße zum Kiebitzberg.

Vom 10. Januar bis zum 7. März sperrt die Bahn die Gleise, das heißt also, die Reisenden auf der Strecke Berlin-Rostock müssen auf Schienenersatzverkehr ausweichen. Im Januar soll dann der nördliche Brückenteil gesprengt, werden, also die Seite zum Tiefwarensee hin.  An diesem Tag ist eine Vollsperrung nötig. Nach der Sprengung folgt der Neubau auf nördlicher Seite, über den im Anschluss dann schon der Verkehr geleitet wird, wenn die Südseite an der Reihe ist. Die wird im November 2026 gesprengt, dann wieder unter Vollsperrung der Bahnlinie.

Wenn alles klappt, steht die neue Brücke mit allem Drum und Dran im ersten Halbjahr 2028. „Wir sind uns sicher, dass wir den Plan halten. Durch die Vorgaben der Bahn sind wir an gewisse Termine gebunden, die können nicht verschoben werden“, so Jens Krage als Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz sowie Annemarie Schaak, Leiterin des Sachgebietes Konstruktiver Ingenieurbau, die das Projekt betreut.

Warens Bürgermeister Norbert Möller erklärte beim gestrigen Vor-Ort-Termin, dass diese vier Jahre dauernde Baumaßnahme extreme Auswirkungen auf das Leben in Waren haben wird, betonte aber die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Straßenbauamt. Die Öffentlichkeit soll stets schnell und ausreichend über anstehende Veränderungen informiert werden – durch Pressemitteilungen, aber auch auf einer Homepage, in dem das Projekt umfassend beschrieben ist. Und zwar hier: https://www.strassen-mv.de/de/projekte/planung/bruecke-waren/

Bild unten: Sie haben gestern den Ablauf des Neubaus der Eisenbahnbrücke in Waren erklärt: Jens Karge, Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, Annemarie Schaak, Leiterin des Sachgebietes Konstruktiver Ingenieurbau, und Waren Bürgermeister Norbert Möller.
Foto oben: Straßenbauamt


4 Antworten zu “Erste Arbeiten zum Neubau der Eisenbahnbrücke starten bald”

  1. Guntram Retzlaff sagt:

    Dann sollte aber auch gleich ein Umleitungsschild für Urlauber am Orts Ein – und Ausgang gestellt werden.Falls nicht dürfen die Grünen in unserem Stadtrat auch keine Lärm und Abgasmessungen mehr durchführen. Bevor dieses dann so geschieht, dürfen Sie Ihre Mandate auf den Tisch legen, weil Ihr Nutzen dann Nutzlos ist. Das wird ja dann so, als wären die Schranken wieder da, nur Schlimmer. Bekommt der Rettungsdienst dann Hubschrauber gestellt?

  2. micha sagt:

    Mit welcher Geschwindigkeit wird die Baustelle befahrbar sein? Konnte diese Info nicht auf der verlinkten Homepage finden.
    Die Geschwindigkeit wird wohl entscheidend für die Stauanfälligkeit sein.
    Bleibt der Rad & Fußweg Tiefwarensee – Tischlerei – Friedhof durchgängig bis zur Gievitzer Straße offen? Oder wird das als Bauplatz / Materiallager beansprucht?

  3. Elimar sagt:

    Stimmt, micha! Es kommt auf die Geschwindigkeit an. Niedrigere Geschwindigkeit >/= 30 km/h senken die Staugefahr, weil die Abstände kleiner werden und die Fahrzeuge gleichmäßiger fahren. Den Stillstand gibt es immer vor solchen Abschnitten, wo unregelmäßig gefahren und gebremst wird. Dazu gibt es Studien. Autobahnen haben bei genau 30 km/h das größte Durchlassvermögen, auch wenn es nicht so aussieht und nervt. Der Stau entsteht immer davor, im Bereich, bei dem die Fahrer damit noch nicht rechnen und mehr oder weniger stark verzögern, was im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Reaktionszeiten der Fahrer die Abstände stark verändert. Das daraufhin ständige Beschleunigen und Bremsen schwingt sich immer weiter auf, bis es zwischen kurzzeitig hoher Geschwindigkeit und Stillstand pendelt. Letzterer siegt dann. Eine Ursache bist natürlich die Baustelle oder jeder andere Behinderung. eine andere das Verkehrsaufkommen und eine dritte, das Fahrverhalten. Lezteres, micha, kann jeder selbst beeinflussen. Würden alle vor der Baustelle gleichmäßig schnell fahren, also sagen wir mal in der Stadt 45 km/h und nach einer dabei überschaubaren Reaktionsstrecke mit der gleichen Verzögerung, z.B. 1,0 m/s² bremsen, käme es nicht zum Stau. Also auch an die eigene Nase fassen. Die ruppig Fahrenden tragen maßgeblich zu den elenden Staus bei. Übrigens senken Tempolimits die Gefahr erheblich. Leider werden die gerade unter Regie des FDP-Ministers beseitigt, z.B. auf der überlasteten A24, mit den angesagten Folgen, ohne auch nur eine Minute Fahrzeitgewinn bei störungsfreier Strecke. Ich nehme seit dem fast nur noch die B96 und die 20 min länger inkauf. Ist für alle aber auch keine Lösung.

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