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Adressbuch der Stadt Waren ist ein Fall fürs Altpapier

25. März 2015

Das Adressbuch der Stadt Waren wird nicht mehr verkauft. Das bestätigte der Leiter des Amtes für Bürgerdienste, Dietmar Henkel, gegenüber „Wir sind Müritzer“. Die Stadt holt die Exemplare aus den Verkaufsstellen zurück und wird sie einstampfen. Die peinliche Geschichte des Nachschlagewerkes dürfte damit aber noch nicht zu Ende sein. Ein Rechtsstreit zwischen dem Verlag und der Verwaltung scheint unausweichlich.

Adress15Denn die Stadt will nicht die gesamte Schuld für die fehlerhaften Einträge auf sich nehmen. Vielmehr habe sich der Verlag etliche Einträge selbst aus dem Internet „besorgt“. Das bestätigte der Verlag der Warener Behörde inzwischen sogar per Mail.
So sei es sei Jahren Standard, die Freiberufler in Eigenerhebung zu ermitteln, und zwar durchs Internet oder Telefonbucheinträge. Damit sollen die Daten der Stadt ergänzt werden.

Auch habe die Stadtverwaltung nicht das gesamte Adressbuch vor dem Druck zur Korrektur vorgelegt bekommen. Aber: Dazu ist der Verlag laut Vertrag, den noch Ex-Bürgermeister Günter Rhein unterschrieben hat, auch nicht verpflichtet gewesen. Ob der Verlag selbst recherchierte Informationen verwenden durfte, bleibt unklar.

Eine gerichtliche Auseinandersetzung dürfte auch anstehen, weil fast 100 Unternehmen in dem Buch für rund 44 000 Euro geworben haben. Geld, das die Firmen jetzt berechtigter Weise gerne wieder bekommen möchten.
Doch müssen sie darauf warten, bis in ein paar Jahren ein Richter entschieden hat? „Wir hoffen nicht und werden alles dafür tun, dass die Unternehmen schnell zu ihrem Geld kommen“, so Dietmar Henkel. Eventuell über die Versicherung der Stadt, die bereits bei der Datenpanne, die zum Einstampfen der ersten Exemplare geführt hat, einspringen musste.

Innerhalb der Verwaltung soll die fehlerhafte Arbeit nicht ohne disziplinarische Konsequenzen bleiben. Außerdem habe man umgehend begonnen, die vorhandene Datenbank zu aktualisieren.

Eine Anfrage zu den Vorgängen, die „Wir sind Müritzer“ beim Städteverlag gestellt hat, ist bislang nicht beantwortet worden.


2 Antworten zu “Adressbuch der Stadt Waren ist ein Fall fürs Altpapier”

  1. Charly sagt:

    Ganz spontan fällt mir dazu ein, was bzw. wen man dazu gleich mit einstampfen sollte. Eine echte, wenn auch teure und ärgerliche Lachnummer. Der nächste Klopps kommt bestimmt.

  2. Norbert Bluhm sagt:

    Das Warener Stadtadressbuch N° 2 hatte eine noch deutlich kürzere Halbwertszeit als die erste Auflage.
    Ambitionierten Verwaltungsmitarbeitern und Verlags-Außendienstlern sei ins Stammbuch geschrieben: „Stadtadressbuch für Waren (Müritz)? Nie wieder“.
    Ansonsten: N°2 erlebt spätestens ab dem nächsten Rechnungsprüfungsausschuss seine „Aufarbeitung“. – Ganz sicher wird die GroKo diese behindern.