Auch in MV immer mehr Menschen mit Depressionen

19. August 2017

In Mecklenburg-Vorpommern leiden mehr als 111800 Menschen an einer Depression. Das geht aus einer Analyse der BARMER hervor. Innerhalb von drei Jahren stieg die Zahl der Erkrankungen demnach um acht Prozent. Die BARMER hat die Zahlen für Personen zwischen 40 und 64 Jahren ausgewertet hat.

„Depressionen sind längst eine Art Volkskrankheit, die so früh wie möglich behandelt werden sollte. Sie können eine langwierige Krankheit sein, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann“, betont Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER in Mecklenburg-Vorpommern. Laut des statistischen Landesamtes haben sich in MV im Jahr 2015 genau 200 Menschen das Leben genommen).

Männer sind bei einer Depression häufiger von Suizid betroffen als Frauen, dabei ist die Diagnoserate bei ihnen deutlich geringer: Während Ärzte bei 36.500 Männern im Nordosten eine Depression diagnostiziert haben, sind es bei den Frauen 76.200 Betroffene.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen sich auch beim Umgang mit den ersten Anzeichen der Erkrankung bemerkbar: „Frauen berichten tendenziell häufiger von Symptomen, sie fühlen sich stärker belastet und suchen schneller nach Hilfe. Erfahrungsgemäß vermuten sie eher familiäre oder gesundheitliche Probleme als Grund ihrer Depression. Männer hingegen klagen häufiger über Schlafprobleme und geben meist berufliche Probleme als Grund an“, sagt Henning Kutzbach.

Zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen Mediziner gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Desinteresse und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit. Häufig fällt es Betroffenen, insbesondere Männern, schwer, sich professionelle Hilfe zu suchen.

„Online-Trainings wie PRO MIND zur Stärkung der Psychischen Gesundheit zeigen Betroffenen, wie sie ihre Erschöpfung überwinden können und welche Techniken beim Stress-Abbau helfen“, erläutert Henning Kutzbach. Das Programm sei als einziges nachgewiesen erfolgreich bei der Prävention von Depressionen.

Foto: BARMER


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