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Badeverbot am Müritz-Nationalpark

25. Juli 2014

Das sieht nicht nur eklig aus, das ist auch gefährlich: Das Baden im Grünower See am Müritz-Nationalpark ist bis auf Weiteres verboten. Das Gewässer vor der Haustür des Jugendwaldheims Steinmühle hat sich, wie in jedem Sommer, in eine stinkende und giftige Brühe verwandelt.

An der Oberfläche schwimmt eine dicke unansehnliche Schicht, blaugrün und blasenwerfend. Denn in dem extrem nährstoffbelasteten Gewässer vermehren sich giftige Cyanobakterien durch die hohen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung massenhaft.

„Es ist traurig und ärgerlich, den Kindern wieder sagen zu müssen, dass sie bei dieser Sommerhitze nicht ins kühle Nass springen dürfen“, bedauert Nationalparkranger Claus Weber. Auch die Bildungsarbeit des Jugendwaldheims leidet unter dieser sogenannten Blaualgenblüte. Spannende Untersuchungen der Wasserwelt in den Bildungsprogrammen der Kinder können aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden.

Verantwortlich für diesen Zustand sind nach Auskunft des Nationalparkamtes übermäßige Nährstofffrachten aus der intensiven Landwirtschaft im Einzugsgebiet des Sees. Der permanente Eintrag von großen Mengen an Phosphor und Stickstoff über das Entwässerungssystem in den Godendorfer Mühlenbach habe katastrophale Auswirkungen auf die Wasserqualität des Grünower Sees. Messungen hätten gezeigt, dass allein der tägliche Eintrag an Phosphor bis zu ca. 12 kg beträgt, was eine erhebliche Menge für das relativ kleine Gewässer darstelle.

Das Wasser des Grünower Sees fließt direkt in den Müritz-Nationalpark. Somit sind nicht nur die jungen Besucher des Jugendwaldheims stark von der Verschmutzung betroffen, sondern auch nachfolgende Gewässer im Nationalpark.

IH

Fotos: Claus Weber


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