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Bürgermeister jetzt doch wieder von Sozialamtsstruktur überzeugt

25. Februar 2015

„Kein Bürger muss wegen einer Dienstleistung des Sozialamtes nach Neubrandenburg fahren.“ Das hat Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) gestern Abend nach einem weiteren Gespräch mit Landrat Heiko Kärger (CDU) verkündet.

Kärger und seine zuständige Mitarbeiterin hätten ihm noch mal fachlich begründet, dass auch mit den neuen Strukturen eine 100prozentige Beratung der Bürger in sozialen Belangen vor Ort garantiert ist. Außerdem habe ihm der Landrat bestätigt, dass er die Zahl der Mitarbeiter des Sozialamtes in Waren verändere, wenn das neue System wieder Erwarten doch nicht funktionieren sollte.

Vier1Zur Erinnerung: Vor knapp zwei Wochen sicherte der Warener Bürgermeister den Demonstranten seine Unterstützung beim Erhalt des Sozialamtes vor Ort zu, stimmte dann aber ein paar Tage später im Kreistag dagegen. Noch ein paar Tage später, am vergangenen Donnerstag, sprach er wieder zu den Demonstranten und sagte, dass er viele neue Erkenntnisse aus einem Gespräch mit dem Geschäftsführer des Lebenshilfswerkes, Dieter Schröder, gewonnen habe.
„Mir war bis dahin nicht klar, wie umfangreich dieses Gebiet ist und dass diese Arbeit unmöglich zwei drei Mitarbieter leisten können, ohne dass es Abstriche gibt“, so Möller am Donnerstag. Nach dem erneuten Landrats-Gespräch scheint er jetzt doch wieder überzeugt, dass die zwei, drei Mitarbeiter in Waren reichen….

Die Demonstrationen gegen die Zentralisierung des Sozialamtes gehen auch in dieser Woche weiter. Und sie sollen noch größer werden. Denn zum einen wollen die Betroffenen wie gehabt am Donnerstag um 10.30 Uhr auf dem Neuen Markt protestieren, zum anderen am Freitag ab 18 Uhr, um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu positionieren.

„Am 20. Februar hat der Paritätische Gesamtverband einen Armutsbericht herausgegeben. Danach beträgt die Quote von Armutsgefährdeten in Mecklenburg-Vorpommern bereits heute 23,6 %. In den nächsten Jahren ist damit zu rechnen, dass zukünftig besonders Rentner von Armut betroffen sein werden, die keine durchgehende Arbeitsbiographie haben. Sie werden dann zu sogenannten Aufstockern, müssen sich also dann zusätzlich Sozialhilfe holen. Damit zahlt die Generation die Rechnung für das marode Wirtschaftssystem der DDR, dass nach der Wiedervereinigung zusammengebrochen ist, nachdem sie die Demut häufig jahrelanger Arbeitslosigkeit erleben mussten. Nun sollen sie auch noch an der Zentralisierung des Sozialamtes verzagen. Der Kreis der Personen, die auf ein funktionierendes Sozialamt angewiesen sind, wird also noch größer“, meint Geschäftsführer Dieter Schröder.

Und: Wir gehen so lange auf die Straße, bis bei den Verantwortlichen der Groschen gefallen ist. Wir dürfen aus Verantwortung für die Menschen, die wir vertreten, nicht schweigen!“


Eine Antwort zu “Bürgermeister jetzt doch wieder von Sozialamtsstruktur überzeugt”

  1. Charly sagt:

    Zur Sache selbst und zum bemerkenswerten Wechselspiel des Bürgermeisters ist an dieser Stelle m. E. alles gesagt. Wenn sich die Bürgerinnen und Bürger doch noch Gehör verschaffen wollen, dann bleibt nur noch die friedliche Demonstration mit einer nennenswert großen Beteiligung am Donnerstag und am Freitag.
    Ihr Charly