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Demenz und Depression: Es kann jeden treffen

24. September 2016

d1Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz, und die Zahl wird in den kommenden Jahren aktuellen Schätzungen zufolge noch einmal deutlich steigen. Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die mit einem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten einhergehen und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Informationen zu den unterschiedlichen Formen von Demenz, deren Symptome, ihre Diagnostik aber vor allem zur Therapie der Erkrankung, erhielten die Besucher in dieser Woche beim Tag der offenen Tür in der Gerontopsychiatrie im MediClin Müritz-Klinikum in Röbel.

Die Veranstaltung fand anlässlich des Welt-Alzheimertages  statt und war eine Auftaktveranstaltung. Ab sofort soll in jedem Jahr ein Tag der offenen Tür in der Gerontopsychiatrie in dieser oder ähnlicher Form stattfinden, um die Öffentlichkeit über diese so häufige Erkrankung verstärkt aufzuklären und Betroffenen sowie Angehörigen die Möglichkeit zu geben, sich über Therapiemöglichkeiten in Röbel zu informieren.

Bei Führungen über die Station durch Katja Eberlein, die leitende Stationsschwester, konnten sich die Besucher ein Bild vom Konzept der stationären Therapie machen und sich einen Eindruck über die Räumlichkeiten verschaffen.

Die Station verfügt über 16 Betten und hat eher einen Reha- als einen Krankenhauscharakter.  „Der Aufenthalt unserer Patienten ist immer so lange wie nötig und so kurz wie möglich“, erklärt Katja Eberlein. Auf der Station gibt es keine TV-Geräte, denn das soziale Miteinander, das unter der Krankheit oft leidet, soll gefördert werden. Um lebenspraktisches Training durchzuführen und die Selbstständigkeit der Betroffenen so gut wie möglich zu erhalten, werden alle Mahlzeiten in der Gemeinschaftsküche gemeinsam zubereitet.

d4Des Weiteren gab es Informationen zu beispielhaften Tagesabläufen und unterschiedlichen individuellen Therapien. Zu diesen gehört auch das Gedächtnistraining, das an diesem Tag selber einmal ausprobiert werden durfte.

Chefarzt Arne Kresin gab eine kurze Einführung in die Akupunktur nach dem NADA Protokoll. Hierbei handelt es sich um eine nichtmedikamentöse Therapie, die nicht nur bei verschiedensten Erkrankungen des Körpers, sondern auch der Psyche, zur Reduktion von Symptomen, zum Einsatz kommt.  Viele interessierte Besucher wollten es direkt selber ausprobieren und ließen sich jeweils fünf Nadeln in beide Ohrmuscheln setzen.

Aber auch tiergestütze Therapie wird in der Klinik in Röbel für die Patienten der Gerontopsychiatrie angeboten. So konnte man Therapierüden Reamoon und seinen deutlich kleineren Kollegen Woody kennenlernen. Begleitet werden die beiden Vierbeiner von Donatha Wölk, welche die Gruppentherapien mit den Hunden leitet. „In der tiergestützten Therapie geht es vor allem darum, Biographie-Arbeit durchzuführen –  viele Patienten hatten oder haben einen Hund“, sagt die Therapeutin.

Aber nicht nur die Demenz, sondern auch Depressionen im Alter spielen hier in der Klinik in Röbel eine Rolle. Nicht selten sind ältere Patienten von dieser Krankheit betroffen. 25 Prozent der Menschen erkranken einmal in ihrem Leben an einer Depression.

d3Ein depressiver Mensch kann nichts für sein Verhalten und „Reiß dich zusammen“ bietet keine Hilfestellung. Ebenso wie bei der Demenz spielen auch hier körperliche, sprich biologische Veränderungen im Körper eine Rolle.

Depressionen können therapiert und auch geheilt werden, mittels einer individuell abgestimmten Mischung aus medikamentöser Therapie und Psychotherapie. „Psychische Krankheiten sind keine Schwäche und haben nichts mit der Intelligenz, dem Geschlecht oder der Ethnie eines Menschen zu tun – es kann jeden von uns treffen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie sich Hilfe holen“, appelliert Arne Kresin.

Text und Fotos: Jenny Thoma, Marketing & PR, MediClin Müritz-Klinikum

 


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