Der Wolf sorgt auch an der Müritz weiter für Diskussionen

9. November 2017

Auch in der Müritz-Region werden immer wieder Wölfe gesichtet, noch hat sich aber wohl kein festes Rudel hier niedergelassen. Das geht zumindest aus Statistiken des Landesagrarministeriums hervor. Ein Blick in andere Regionen Mecklenburgs, Vorpommerns und darüber hinaus zeigt aber eins: Der Bestand der Raubtiere wächst jährlich um ein Drittel und die Zahl der Attacken gegen Nutztiere steigt ebenfalls.

Nun hat Mecklenburg-Vorpommerns dienstältester Minister Till Backhaus einmal deutliche Worte gefunden: „Die für Deutschland nötige Population ist bereits überschritten.“ Backhaus sieht – anders als manche Naturschützer – keinen Sinn darin, die Wölfe in polnische oder deutsche Populationen zu unterscheiden.

Und die Zahlen sprechen für sich: Gab es 2016 deutschlandweit noch 47 Rudel und 21 Wolfspaare, sind es inzwischen „62 bis 64 Rudel“ erläuterte der Minister. Das sind umgerechnet etwa 1000 Wölfe. Jetzt brauche man klare Regelungen, wie man mit Wölfen umgeht, die immer wieder Nutztiere angreifen, wie zuletzt einen 400 Kilogramm schweren Ochsen in Westmecklenburg, Schafe an mehreren Orten im Nordosten oder auch Damwild oder Rentiere, wie in der Müritz-Region.

Eines sei klar: Der Wolf werde sich immer an Nutztiere halten, wenn es für ihn leichter ist, diese zu reißen, als  Rehen hinterher zu jagen oder sich auf einen Kampf mit Wildschweinen einzulassen, sagen Experten. Die Bauern haben jedenfalls schon ihre Erfahrungen machen müssen. So sind einst empfohlene Elektrozäune nicht mehr sicher genug und auch Rinder werden attackiert, obwohl Umweltverbände immer wieder betont hatten, dass die Rinder wehrhaft seien.

Nun schauen Backhaus und die Bauern mit Spannung auf den Zeitraum 15. bis 17. November: Dann soll das Bundesumweltministerium bei der Tagung der Umweltminister Vorschläge vorlegen, wie hoch ein erhaltenswerter Bestand in Deutschland sei und was mit „auffälligen Wölfen“ getan werden soll. Bisherge Versuche, solche Tiere zu erlegen, auch um anderen Wölfen Respekt vor Nutzvieh-Haltungen und Menschen beizubringen, sind fast immer gescheitert.


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