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Essenversorgung der Malchower Hortkinder: AWO wehrt sich gegen Vorwürfe des Bürgermeisters

24. August 2019

In Malchow rumort es: Grund ist die Essenversorgung der Hortkinder, die bislang von der AWO als Hortbetreiber übernommen wurde. Die AWO hat den Essen-Part allerdings zum Schuljahresanfang aufgegeben, unter anderem mit der Begründung, dass für die Essenversorgung der Schulträger zuständig ist, also die Stadt Malchow. Und das ist laut  Schulgesetz Mecklenburg-Vorpommern auch wirklich so.
Malchows Bürgermeister moniert, dass die Einstellung der Essenversorgung zu kurzfristig kam, doch der Vorstand der AWO wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe von René Putzar und kann auch mit Protokollen und Schreiben belegen, dass sie schon vor fast einem Jahr angekündigt hat, die Essenversorgung der Hortkinder einstellen zu wollen. „Wir können die Aussagen von Herrn Putzar nicht nachvollziehen und missbilligen auch die Art und Weise, wie jetzt seitens der Stadt mit uns umgegangen wird“, so Nadine Julitz vom AWO-Vorstand.

„Für die Verpflegung der Kinder mit Mittag ist nach §39 SchulG M-V der Schulträger in Verantwortung. Unter anderem in Malchow hat die AWO Müritz seit vielen Jahren die Essenversorgung zum Teil übernommen. Freiwillig und nach Absprache. Aufgrund personeller Probleme, die auch öffentlich thematisiert worden sind, ist es neben verschiedenen anderen Maßnahmen, die getroffen werden mussten, nicht mehr möglich, eben diese Essenversorgung von rund 70 Schülern zu gewährleisten“, erklärt der Vorstand gegenüber „Wir sind Müritzer“.

Diese Überlegungen habe die AWO Müritz entgegen anderslautender Berichte der Schulleitung in einem Gespräch bereits am 5. September vergangenen Jahres mitgeteilt (das Protokoll liegt WsM vor).

Auch bei weiteren Folgegesprächen im September und November 2018 zwischen der AWO Müritz gGmbH, dem Jugendamt des Landkreises und dem Bürgermeister der Stadt Malchow sei die Verpflegungssituation thematisiert worden. Dazu gebe es ebenfalls entsprechende Gesprächsprotokolle.

Am 8. Mai dieses Jahres habe die AWO Müritz gGmbH in einem Anschreiben nochmals die Verpflegungssituation angesprochen und im Folgenden um einen Gesprächstermin gebeten.
Ein geplanter Termin im Juli sei aber nicht zustande gekommen. René Putzar behauptet, dass die AWO nicht erschienen sei. „Laut Aussagen unserer Mitarbeiter erfolgte keine Bestätigung des Termins seitens der Stadt Malchow. Aufgrund des Urlaubs der Schulleiterin sollte der Termin mit dem Sekretariat rückgekoppelt und bestätigt werden. Diese Rückinfo blieb aus.
Am 06.08.2019 haben wir ein Schreiben an die Stadt Malchow zur weiteren Unterstützung und einer Übergangslösung geschickt. In einem Telefonat am Folgetag wurde dieses Angebot abgelehnt“, berichtet der Vorstand der AWO.

Es sei also keineswegs so, dass die Problematik nicht allen Beteiligten schon seit langem bekannt gewesen sei. In den Gesprächen sei immer wieder herausgestellt worden, dass der Schulträger, also die Stadt, nach Lösungen suchen werde. So gehe es aus den Protokollen hervor. „Von den etwa 98 Kindern, die in unseren Einrichtungen im Hort betreut werden, haben ca. 30 Kinder ihr Mittagessen direkt in der Schule eingenommen. Die übrigen Kinder kamen zu drei unterschiedlichen Zeiten, je nach Schulschluss, in die Einrichtungen. Der personelle Aufwand war dementsprechend sehr hoch“, erläutert Nadine Julitz im Auftrag des Vorstandes.

Gerade nach diesen Schwierigkeiten, den personellen Bedarf in den beiden Einrichtungen in Malchow abzudecken, habe die AWO Müritz gGmbH nach Lösungen gesucht. Eine dieser Lösungen stellte die Einstellung der Essensversorgung dar, da diese Personal und Zeit binde und eben originäre Aufgabe des Schulträgers sei.

„Es ist schade, dass Lösungen nicht miteinander gesucht werden. Stattdessen wird über Facebook kommuniziert und der ’schwarze Peter‘ herumgereicht. Uns liegen Fotoaufnahmen aus Hausaufgabenheften vor, in denen den Eltern vermittelt wird, wer Schuld hat und wer nicht. Diesen Umgang miteinander missbilligen wir und wünschen uns, den Kindern ein Vorbild zu sein und miteinander ins Gespräch zu kommen“, so der AWO-Vorstand abschließend.

Auch Michael Löffler, zuständiger Dezernent im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bestätigt, dass über die Essenversorgung der Malchower Hortkinder bereits im vergangenen Jahr mit der Stadt und der Schule diskutiert worden sei. Auch das widerspricht der Aussage von Malchows Bürgermeister René Putzar.

In einem Brief an unsere Redaktion stellen sich auch Mitarbeiter der AWO vor ihr Unternehmen: „Es ist momentan leicht, auf die AWO zu schimpfen, weil sie so und so schon angeschlagen ist. Die AWO ist plötzlich an allem Schuld, die Mitarbeiter werden überall niedergemacht. Aber diese Art und Weise des Malchower Bürgermeisters empfinden wir als Tiefschlag. und unfair.“


3 Antworten zu “Essenversorgung der Malchower Hortkinder: AWO wehrt sich gegen Vorwürfe des Bürgermeisters”

  1. Tevin Cailin sagt:

    Das ist doch der Bürgermeister der noch bewohnte Häuser einreißt. Das soll ja, gemäss ihm, auch in Ordnung sein. Als Aussenstehender Zeitungsleser hat man das Gefühl „ein kleiner Napoleon“ regiere Malchow.

  2. Betroffene Mutter sagt:

    Wenn die Überlegungen – das Essen aus dem Hort raus zu nehmen – schon vor einem Jahr begannen, warum wurden wir Eltern erst 10 Tage vor Schulbeginn – teilweise noch später – informiert?? Warum haben wir diesbezüglich nicht schon Mal eher eine Vorinformation zu diesem Thema erhalten, um handeln zu können? Seit 1Jahr soll es Thema zwischen AWO und Stadt sein und wir Eltern kriegen sie kurzfristig das Ergebnis? Das das nicht auf konstruktive Weise besprochen würde ist doch wohl sowohl erkennbar. Schuldzuweisungen helfen uns nicht weiter! Wir brauchen jetzt eine schnelle und für alle Beteiligten zumutbare und umsetzbare Lösung, denn es geht um unsere Kinder, die für die vorhandenen Probleme zwischen AWO und Stadt s4CLam allerwenigsten können.

  3. Bis zum Ende der Sommerferien 2019 wurde den Eltern der betroffenen Kitas von den Mitarbeiterinnen und Leiterinnen der Einrichtungen mitgeteilt, dass die Entscheidung über die Auslagerung der Essenversorgung noch nicht gefallen sei. Erst 10 Tage vor Schulbeginn erhielten die Eltern eine schriftliche Information von den Kita-Leiterinnen, nicht von der AWO.
    Wenn die Entscheidung bereits im Herbst 2018 festgestanden haben soll, fragen wir uns, warum die Eltern dann erst so spät – zu spät – informiert wurden. Der Umgang mit den Eltern und vor allem den Kindern geht gar nicht.

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