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Frühjahrsaufschwung lässt Arbeitslosenzahlen kräftig sinken

28. April 2018

Im April waren in der Mecklenburgischen Seenplatte 13.281 Menschen ohne Job. 1.134 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,9 Prozent. Im April 2017 lag die Quote bei 1,8 Prozent. Sowohl im Vorjahres- und Vormonatsvergleich ist ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu melden.
Der Agenturchef erklärt: die Frühjahrsbelebung – mit einer wachsenden Beschäftigung in den witterungsabhängigen Berufen – hat die Arbeitslosigkeit verringert. Hinzu kommt eine stabile Konjunktur. Ein weiterer Grund für den Rückgang ist die demografische Entwicklung: „1.199 Arbeitslose gingen in den vergangenen zwölf Monaten aus der Arbeitslosigkeit in die Rente“, sagt Thomas Besse.

Die Suche nach Fachkräften wird für die Unternehmen immer schwieriger. „Der Wettbewerb um Fachkräfte wird sich weiter verschärfen. Schon heute befinden sich Unternehmen in einem harten Standortwettbewerb“, schätzt Besse ein. Der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis MSE hat über 2.800 offene Stellen zu besetzen. Dazu der Arbeitsmarktexperte: „In vielen Branchen kommen zu wenig qualifizierte Bewerber auf zu viele offene Stellen.“

Besse sieht durch diese Situation Chancen für arbeitslose Menschen: „Eine marktgerechte Qualifikation ist der Schlüssel für eine dauerhafte Vermittlung in Arbeit. Wer arbeitslos ist, sollte möglichst zügig an eine Weiterbildung denken, um die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern. Denn top ausgebildet ist man bei Arbeitgebern eine gefragte Fachkraft und hat allerbeste Einstellungschancen. Auch für Arbeitgeber ist es eine Option, jemanden aus der Arbeitslosigkeit einzustellen und mit unserer Unterstützung passgenau zu qualifizieren, eine gute Möglichkeit der Personalgewinnung.“

Mit Blick auf die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahren) sagt Besse: „Unser JugendserviceMSE – kurz: „JuSe“ tut für junge Menschen alles, um sie möglichst für eine Ausbildung zu gewinnen. Wenn nötig, machen wir sie hierfür fit. Wir eröffnen ihnen damit die Perspektive für den Einstieg in das Berufsleben.“
Im Kundenzentrum der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung) ist ihre Zahl – im Vorjahresvergleich – um 11 auf 315 gesunken, im Jobcenter (Grundsicherung) um 2 auf 755 gestiegen. Die Arbeitslosenquote „Jüngerer“ lag im April bei 12,6 Prozent, im April 2017 noch bei 12,7 Prozent. Damit liegt sie jetzt 2,7 Prozent über der allgemeinen Quote.

Das größte Risiko arbeitslos zu werden und zu bleiben liegt für Besse „in einer fehlenden Schul- und Berufsausbildung“. Allein von den  1.070 Jugendlichen unter 25-Jahren haben 833 – also 79 von 100 – keinen Berufsabschluss, 27 von 100 fehlt ein Schulabschluss. Eine nach Rechtskreisen differenzierte Betrachtung zeichnet ein noch drastischeres Bild: „Ein Drittel der Arbeitslosen U25 aus dem SGB II verfügte über keinen Schulabschluss und 92 Prozent der Jugendlichen haben keinen Berufsabschluss. Im SGB III sind es knapp ein Drittel ohne Berufsabschluss aber“ nur“ 14 Prozent sind ohne Schulabschluss.“

Viele freie Stellen

833 Männer und Frauen mussten sich im April nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 9 mehr als im März, 59 mehr als im April 2017. 1.803 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 16 mehr als im März, 53 weniger als im April 2017.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im April von –10 Prozent bei Deutschen bis +8 Prozent bei Ausländern.

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Zurzeit gibt es über 2.800 freie Arbeitsstellen. 176 mehr als im Vormonat und 155 mehr als im April 2017. Seit Jahresbeginn haben die Arbeitgeberservice-Teams in der Seenplatte mehr als 3.700 sozialversicherungspflichtige Jobs eingeworben. 448 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die größte Nachfrage gab es im April aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (935 freie Stellen im Bestand), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (300), im verarbeitenden Gewerbe (292), im Baugewerbe (276) Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (264) und im Gastgewerbe (242).


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