Fußball-WM 2018: Kabinett beschließt Ausnahmeregeln vom Lärmschutz für „Public Viewing“

21. Februar 2018

Die öffentliche Übertragung der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft kann auch in diesem Sommer wieder über die üblichen Ruhezeiten hinausgehen. Die Fans können die Spiele auch am späten Abend und zu Beginn der Nacht im Freien auf Großleinwänden verfolgen.
Das Bundeskabinett beschloss dazu heute eine Verordnung, die für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland Ausnahmen von den geltenden Lärmschutz-Regeln vorsieht.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel gehört zu Welt- und -Europameisterschaften einfach dazu. Bei einem solchen Anlass halte ich Ausnahmen vom Lärmschutz für gerechtfertigt. Darum haben wir jetzt eine Verordnung vorgelegt, die das sogenannte Public Viewing ermöglicht und gleichzeitig einen akzeptablen Mindestschutz für Anwohner vorsieht. Über die Genehmigung im konkreten Fall müssen die Kommunen entscheiden.“

Die Ausnahmeregelung ist nötig, weil die in der Regel geltenden Lärmschutzstandards bei Spielen, die am späten Abend und in den ersten Nachtstunden übertragen werden, an vielen Orten nicht eingehalten werden könnten. Die Verordnung erweitert nun den Spielraum für die zuständigen Behörden in den Kommunen, die Veranstaltungen zuzulassen. Dabei sollen sie im Einzelfall abwägen zwischen dem herausragenden öffentlichen Interesse an den Fußballspielen und dem Schutz der Nachtruhe.

Es müssen neben dem Publikumsinteresse also beispielsweise auch die Abstände zu Wohnhäusern und schutzbedürftigen Einrichtungen, die Sensibilität des Umfelds, Maßnahmen zur Lärmminderung sowie Umfang, Anzahl und Aufeinanderfolge der zugelassenen Ausnahmen berücksichtigt werden.

Die Bundesregierung folgt mit der Ausnahmeregelung einer Bitte der Länder. Die Bundesländer müssen der Verordnung im Bundesrat noch zustimmen. Bereits bei den Fußball-Weltmeisterschaften seit 2006 und bei den Fußball-Europameisterschaften 2008 und 2016 hatte es vergleichbare Verordnungen gegeben.

Wann sind Anstoßzeiten?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 umfasst 25 Spieltage vom 14. Juni bis 15. Juli (bei 7 spielfreien Tagen innerhalb von 32 Tagen). Von den insgesamt 48 Spielen der Vorrunde (Gruppenspiele), bei denen die reguläre Spielzeit von 90 Minuten plus Halbzeitpause von 15 Minuten maßgeblich ist, beginnen (jeweils nach Mitteleuropäischer Sommerzeit, MESZ):

jeweils ein Spiel um 12 Uhr, 15 Uhr, 18 Uhr und 21 Uhr,
9 Spiele um 14 Uhr,
8 Spiele um 16 Uhr,
10 Spiele um 17 Uhr und
17 Spiele um 20 Uhr.
Von den 16 Spielen der Finalrunde, bei denen eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten mit einer Pause von 5 Minuten nach Ablauf der regulären Spielzeit sowie ein Elfmeterschießen möglich sind, beginnen:

7 Spiele um 16 Uhr,
ein Spiel um 17 Uhr und
8 Spiele um 20 Uhr.

Selbst wenn Spiele, die um 20 Uhr beginnen, bis 22 Uhr beendet sein sollten, ist davon auszugehen, dass sich Teilnehmer von Public Viewing – Veranstaltungen auch nach 22 Uhr noch im Freien aufhalten, um sich über das Gesehene auszutauschen. Darüber hinaus findet nach 22 Uhr der – Public Viewing – Veranstaltungen zuzurechnende – Abfahrtsverkehr statt. Vor diesen Hintergründen ist der Erlass einer Public Viewing – Verordnung auch bei Spielen, die um 20 Uhr beginnen, geboten.


Eine Antwort zu “Fußball-WM 2018: Kabinett beschließt Ausnahmeregeln vom Lärmschutz für „Public Viewing“”

  1. Buennagel sagt:

    wo ist hier der Schutz der nicht Fussball-Bürger ?