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Gute Besetzung, aber zu viele Fehleinsätze

20. Februar 2016

Warens Feuerwehr hat ein Luxusproblem: Während viele Gerätehäuser in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen fast verwaist erscheinen, wird das der Warener Kameraden langsam zu eng. Viele Aktive – 66 an der Zahl – und Gott sei Dank auch gut gefüllte Reihen beim Nachwuchs.
So muss Wehrführer Reimond Kamrath derzeit kaum Angst haben, wenn die Piper schrillen, dass nicht genügend Kameraden auf den Hof fahren. Doch die Warener Löschmänner haben ein anderes Problem, das unwahrscheinlich nervt: Zu viele Fehleinsätze, vor allem ausgelöst durch Brandmeldeanlagen.

Im vergangenen Jahr, so Reimond Kamrath gestern Abend auf der Jahreshauptversammlung der Warener Wehr, eilten die freiwilligen Retter insgesamt zu 192 Einsätzen und damit zu so vielen, wie nie zuvor. 2200 Stunden waren sie im Einsatz und retteten unter anderem sieben Menschen bei Bränden, befreiten viele Menschen aus verunfallten Autos, kümmerten sich um Ölspuren, halfen dem Rettungsdienst beim Tragen, aber mussten eben auch 75mal ausrücken, weil Brandmeldeanlagen Alarm schlugen – so ganz ohne Grund.

F„Das muss sich ändern“, forderte dann auch Kamerad Frank Goetz und fand Zustimmung bei Kreisbrandmeister Norbert Rieger. Der mahnte allerdings: „99mal kann es ein Fehleinsatz sein, beim 100 aber ein scharfer. Deshalb ist es wichtig, jede Alarmierung ernst zu nehmen.“ Seiner Meinung nach müssten die Unternehmen, deren Brandmeldeanlagen häufig „spinnen“, empfindlich zur Kasse gebeten werden.

Zu den schlimmsten Einsätzen im vergangenen Jahr zählte für die Warener zweifellos der Gasunfall auf einem Boot am Hafen, bei dem zwei junge Menschen ums Leben kamen. Ein Einsatz, der viele der Retter heute noch beschäftigt.

Erfreut nahmen die Kameraden gestern Abend zur Kenntnis, dass in ihrem Gerätehaus möglicher Weise bald eine neue Drehleiter steht und im kommenden Jahr dann ein neues Löschfahrzeug. Das nämlich kündigte Bürgermeister Norbert Möller an, obwohl er nicht verschwieg, dass letztendlich alles an der nötigen Förderung durch Land und Kreis hängt.

Viel Zustimmung gab’s für den Verwaltungschef, als er – nicht nur einmal – erklärte, dass er es schlimm finde, wenn die Feuerwehr zum Spielball der Politik werde. Damit spielte er auf die Diskussion unter Warener Stadtvertretern an, als es darum ging, die Vergütung pro Einsatz und Feuerwehrmann auf 10 Euro zu erhöhen. „Ich weiß, dass die meisten von ihnen nicht bei der Feuerwehr sind, um Geld zu bekommen, sondern aus Überzeugung“, so Möller. Er akzeptiere den Beschluss, gönne den Kameraden das Geld auch, sehe die Art und Weise allerdings weiterhin skeptisch.

Wie bei Jahreshauptversammlungen üblich, sind auch gestern wieder Feuerwehrmänner und -frauen ausgezeichnet und befördert worden. Und zwar:

Zum Feuerwehrmann wurden ernannt:
Patrik Görner
Christian Römer
Florian Wietzke

Zum Oberfeuerwehrmann wurden befördert:
Jan Alexander Amann
Tobias Kachur

Zum Hauptfeuerwehrmann wurde befördert:
Jens Uwe Lingstaedt

Zum Löschmeister wurde befördert:
Maik Hartwig

Zum Oberlöschmeister wurden befördert:
Diana Siebert
René Bensch
Raik Mühlenbeck

Für 10-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Stefan Radtke
Jens Uwe Lingstaedt
Steven Pfeiffer
Stefan Hanisch
Tobias Kachur

Für 20-jährige Mitgliedschaft wurde geehrt:
Christian Hammer

Dank und Anerkennung für 1000 (!) Einsätze:
Silvio Schossow
Ingo Kleiß

Dank und Anerkennung für hervorragende Leistungen:
Diana Siebert
Sebastian Zastrow
Bodo Voss

Anerkennung für hervorragende Leistungen in der Jugendfeuerwehr und bei den Löschfüchsen:
Betty Karge
Johann Weiß
Niclas Balje

In den aktiven Dienst übernommen wurden:
Marvin Kleiß
Johann Weiß

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