ICE fährt Frau Koffer aus der Hand

15. November 2023

Am heutigen Morgen kam es zu einer kompletten Streckensperrung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin. Der Triebfahrzeugführer des ICE 1678 meldete auf seiner Fahrt von Hamburg nach Stralsund, dass er zwischen Schwanheide und Boizenburg vermutlich mit einer Person kollidiert ist. Der Zug kam nach Einleitung einer sofortigen Schnellbremsung erst nach mehreren Kilometern zu Stehen. Zum Glück stellte sich der Sachverhalt nach Eintreffen der Polizei anders dar.

Vor Ort konnten die Beamten ermitteln, dass sich eine Frau mit Gepäck am Ende des Bahnsteiges am Bahnhof Schwanheide aufhielt. Sie hilet offenbar keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante ein. Die Züge verkehren in diesem Bereich mitunter mit bis zu 220 km/h. Bei der Durchfahrt des ICE 1678 riss der Zug durch die Sogwirkung der Frau einen Koffer aus der Hand. Die Frau wurde ebenfalls durch die Sogwirkung umgerissen und ging auf dem Bahnsteig in die Knie, wobei sie hierbei nur leichte Verletzungen erlitt. Vorsorglich wurde die Frau für weitere Untersuchungen mit einem Rettungswagen in ein Klinikum in der Nähe von Boizenburg gebracht.

Nach Beendigung der Einsatzmaßnahmen konnte die Bahnstrecke wieder freigegeben werden.

Gegen die 45-jährige afghanische Frau wird durch die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr eingeleitet.


4 Antworten zu “ICE fährt Frau Koffer aus der Hand”

  1. Franz Frantzen sagt:

    Das Ermittlungsverfahren müsste gegen die Deutsche Bahn eingeleitet werden. Das muss man sich mal vorstellen, man steht auf einem Bahnsteig und dann rauscht ein ICE mit 220 km/h an Dir vorbei!

  2. W sagt:

    Herr Frantzen, erst informieren. Das schnelle Fahren ist der Preis dafür, dass die Leute es eilig haben und andere ihren Kopf abschalten. Die Bahnsteige bei schnellen Durchfahrten müssen mit zusätzlichen Warnschildern und sehr auffälligen, durchgehend schräg gestreiften Bodenmarkierungen versehen sein. Bei manchen sind außerdem Geländer aufgebaut, die den Gefahrenbereich klar abgrenzen, so auch in Schwanheide.
    https://www.google.com/search?q=Bahnhof+schwanheide&rlz=1C1VDKB_deDE1049DE1049&oq=Bahnhof+schwanheide&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyDAgAEEUYORjjAhiABDINCAEQLhivARjHARiABDIICAIQABgWGB7SAQg2NzAzajBqOagCALACAA&sourceid=chrome&ie=UTF-8#lpg=cid:CgIgAQ%3D%3D,ik:CAoSLEFGMVFpcE1YNkoxZmFoa2k2UEtxVnNrYnRsM091Mk92WlJ1XzhXTWFOOTlS
    Das gilt nur für niedrig frequentierte Bahnhöfe, also andere Bedingungen, als auf dem schnell mal gewählten Bild vom Berliner Hbf untere Ebene. Die Regelungen wurden auch auf ausreichende Sicherheitswirkung hin geprüft und sind vom Eisenbahnbundesamt zugelassen. Dass die ICE so lange Schnauzen haben, hat auch damit zu tun, nicht nur mit Energieeinsparung. Dies reduziert die Sogwirkung etwas. Dass man mit der Bahn bei Tempo 220 sicherer unterwegs ist, als mit dem Auto gilt auch für andere, die betroffen sein können, wie hier. Gegen Dusseligkeit gibt es aber kein perfektes Mittel.

  3. Petzibaer sagt:

    Lieber Herr Frantzen, deshalb stehen an Bahnsteigen, an denen Züge mit Geschwindigkeiten über 200 km/h vorbei fahren, Absperrgitter mit Warnhinweisen und Piktogrammen für beispielsweise Afghanen. Wenn diese missachtet werden, ist das wohl kaum ein Problem der Bahn.

  4. WRN sagt:

    Moin Hr.Frantzen ,

    das ist auch kein Problem mit der Geschwindigkeit.

    Ich tippe mal eher darauf ,das die Frau die Warn- und Hinweisschilder nicht lesen konnte ,

    weil an dieser LZB geführten Strecke (die Züge können/dürfen über 200Km/h fahren, ICE vor allem) sind die Bahnsteige ,

    wo die Züge direkt am Bahnsteig durchfahren , z.B.in Schwanheide und Pritzier mit einem Schutzzaun ausgestattet.

    Ein Haufen Warn- und Hinweisschilder weisen darauf hin ,

    sich hinter diesem Schutzzaun aufzuhalten bis mein dort haltender Zug (z.B. der RE1) angehalten hat.