Im Müritzeum gibt’s bald eine große Bühne für die Natur

4. Juni 2024

Die Spannung steigt, denn in gut einer Woche eröffnet das Müritzeum in Waren mit einem neuen Foyer. Und – wenn man nach den Plänen geht – ändert sich wirklich sehr viel: Das Foyer wirkt deutlich moderner und innovativer. Mit der architektonischen Neugestaltung des Foyers soll das Müritzeum mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als Bauherrn und Gesellschafter sowie der Stadt Waren als Gesellschafter ein alle Generationen ansprechendes „Gesicht“ erhalten. Geschäftsführer Dr. Mathias Küster hat in Vorbereitung mit seinem Team einen langen Wunschzettel erarbeitet und an die Objektplaner übergeben. Aufgrund der Erfahrungen aus den zurückliegenden Jahren, unter anderem nach der Errichtung eines Seminarraumes im Frontbereich des Hauptgebäudes im Jahre 2018, galt es, das integrative Foyer im Müritzeum mit Frontoffice und Shop einladender, funktionaler und moderner zu gestalten und dabei mehr an die Bedürfnisse der Besucher auszurichten.  

Der Entwurf, die Gestaltung sowie die Umsetzung des darauf aufbauenden Konzeptes wurde von dem Warener Architektur- und Innenarchitekturbüro „Ocean Architects“ unter der Leitung von Christian Klein und Designer Johannes Jensen übernommen.

Das Konzept ist eine Reminiszenz an die Natur der 1000-Seenlandschaft. Der Eingangsbereich wird zu deren „Bühne“. Unter Beachtung der vorgegebenen Gebäudestruktur des Neubaus aus dem Jahr 2007 wird der graue Betonboden mit neuen Farben zu einer Wasserfläche mit unterschiedlichen Tiefenlinienbereichen gestaltet. So wird der Besucherverkehr durch diese Linien im Raum zwischen den vielen Funktionen gelenkt.

Die Rezeption als Hauptanlaufpunkt wird neu als Insel in Form des Müritzeums gestaltet. So erkennt man den besonderen Museumsbau auch innen wieder als „Haus im Haus“. Der Museumsshop erhält mit Shopinseln auf der Seenkarte des Bodens integriert und einem neuen großen Wandregal mehr Platz, um eine vielfältigere Auswahl an Souvenirs und regionalen Produkten anbieten zu können. Lounge-Möbel laden zum Verweilen und Planen von Ausflügen und Exkursionen in die Mecklenburgische Seenplatte ein.

Ein Hauptelement ist die neue 1000-Seenwand. Das Thema wird dadurch eindrucksvoll in Szene gesetzt und auf einer ca. 25m x 3,5m großen Stirnwand des Gebäudes präsentiert.

Dazu hat das Büro „Ocean Architects“ die Seenlandschaft in eine künstlerische Grafik umgesetzt.

Eindrücke aus der Dauerausstellung, Veranstaltungen des Müritzeums sowie Ankündigungen zu Sonderschauen, Aktionen und Angeboten werden zukünftig bildgewaltig und hochauflösend über eine zentrale Beamerprojektion geteilt. 

Um die Raumhöhe von über fünf Metern besser zu strukturieren, schweben große Seerosenblätter als Skulptur im Raum  – so wird der Gast zum Taucher, der unter der Wasseroberfläche auf die Seerosen schaut. „Die Seerose ist eine besondere Pflanze“, so Architekt Christian Klein, „die mich seit frühester Kindheit mit unserer Region auf dem Wasser verbindet.“

Auf dem Weg in die Ausstellung durchschreiten die Besucher ein neues Lichtportal, das digital den Eindruck vom Spiel des Lichts im Wasser der Seen oder Aquarien erweckt.    

Die komplexen Arbeiten vieler Gewerke müssen in den kommenden Tagen nun reibungslos wie ein Uhrwerk ineinandergreifen, um den Fertigstellungstermin zu schaffen. Am 14. Juni wird das neue Foyer nach einer Einweihung wieder für den Besucherverkehr freigegeben.

Die Kosten für Planung und Umbau belaufen sich nach Angaben des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte auf rund 460.000 Euro.

Aber es soll auch weiter gehen: Parallel erarbeitet das Müritzeum derzeit mit einem Objektplaner aus Frankfurt am Main Grundkonzepte für die Modernisierung und Erweiterung der Aquarienlandschaft, des Ausstellungsbereiches Zeitreise sowie zu neuen Medienbespielungen in Forum und Ballonraum. Diese Maßnahmen sollen in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden. Es bleibt also spannend.

Abbildungen: © 2024 OCEAN ARCHITECTS GmbH


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