Immer wieder grausame Verstümmelungen durch Mähroboter

19. Mai 2024

Die Gartensaison hat begonnen. Dabei spielen Mähroboter eine immer wichtigere Rolle: Sie nehmen den Menschen nicht nur das mühselige Rasenmähen ab, sie arbeiten dabei auch wesentlich exakter. Leider sind sie für viele Wildtiere, aber auch für neugierige Haustiere mitunter eine tödliche Gefahr. Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN mahnt daher zum umsichtigen Umgang mit motorisierten Geräten und gibt Tipps für einen tierfreundlichen Garten. „Es kommt regelmäßig bei Tieren zu Schnittverletzungen und grausamen Verstümmelungen, die oft lebensgefährlich sind“, erklärt Eva Lindenschmidt, Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN. Besonders Igel sind oft betroffen: 

„Sie flüchten nicht, sondern rollen sich bei Gefahr ein. Entweder sie verenden nach einem Unfall mit einem Mähroboter gleich, oder sie tragen schwere Verletzungen davon. Leider müssen auch immer wieder Tiere von ihrem Leid erlöst werden.“

Auch für unsere Heimtiere können diese Roboter gefährlich werden. Eva Lindenschmidt rät daher, Hund, Katze & Co keinesfalls in den Garten zu lassen, wenn der Roboter läuft.

Tiere mögen naturbelassene Gärten

Aus Tier- und Artenschutzsicht haben die Roboter leider einen weiteren großen Nachteil: Sie entziehen dem Igel die Nahrungsgrundlage. Insekten, Spinnentiere und Schnecken finden auf dauerhaft kurzgeschorenem Rasen keine Lebensgrundlage oder werden vom Mähroboter mit gehäckselt. Streng geschützte Amphibien geraten genauso in die Schneidemesser wie Eidechsen und andere Reptilien. Dadurch wird die Artenvielfalt nachhaltig verringert.

Käfer, Spinnen und andere Insekten sind wichtige Nützlinge, die für ein funktionierendes Ökosystem notwendig sind. „Ein stets kurz gehaltener Rasen bietet zahlreichen Insekten weder ausreichend Schutz noch Nahrung“, sagt Eva Lindenschmidt. „Doch in einem gesunden Garten ist Artenvielfalt wichtig. Dazu sind Spinnen, Käfer oder Schnecken eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel oder Igel.“

VIER PFOTEN empfiehlt Tierliebhabern, entweder auf Mähroboter zu verzichten oder sie nur unter persönlicher Aufsicht einzusetzen: „Am besten ist es, den Roboter nur unter Beobachtung untertags zu nutzen. Bevor man ihn einsetzt, sollte man die Wiese genau absuchen und Heimtiere keinesfalls in den Garten lassen. Das Beste aus Tierschutz- und Naturschutzsicht ist es ohnehin, einen naturnahen Garten zu haben, in dem Vögel und kleine Wildtiere Nahrung und Schutz finden“, so Wildtierexpertin Eva Lindenschmidt.

© VIER PFOTEN 


Eine Antwort zu “Immer wieder grausame Verstümmelungen durch Mähroboter”

  1. Schröder sagt:

    Ich werde seit vielen Jahren verlacht, wenn ich auf diese Nebenwirkungen hinweise und darauf verweise, dass jeder Rasenmäher unzählige Kleintiere wie zum Beispiel Insekten einsaugt und zu Brei macht. Blumenwiesen sind auch gerrlich anzusehen und manche Ecke im Garten verdient es, ungemäht zu bleiben. In meiner Kindheit gab es noch keine Rasenmäher und trotzdem war die Welt hübsch, sauber und ordentlich. man konnte sich ins hohe Gras legen und Käfer beobachten, hatte am Strand natürlichen Wind – und Sichtschutz. Erfahrungen, die zu machen sicher vielen Mitmenschen gefallen würden, wenn sie sie machen könnten. Vielleicht mal drüber nachdenken?