Junge Forscher erobern das MediClin Müritz-Klinikum

26. Juni 2018

Einmal eine Forschung planen, durchführen und auswerten. Das wünschten sich die Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege im zweiten Ausbildungsjahr des Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Müritz (RBB Müritz). Dieser Wunsch wurde ihnen nun erfüllt.

Ein Inhalt für diese Forschung war schnell gefunden – die Lehrerinnen des RBB Müritz, Dr. Anne Kirschner und Dr. Stefanie Kirschner, mussten nicht lange überlegen. Gemeinsam mit Jeannette Romer, Berufspädagogin und Praxisanleiterin am MediClin Müritz-Klinikum definierten sie das Thema „Information und Aufklärung in der Pflege“.

Durch die tägliche Arbeit am Patienten und mit den (pflegenden) Angehörigen im Krankenhaus stellte sich für Jeannette Romer heraus, dass diese einen erhöhten Bedarf an Information und Beratung haben: „Um aktiv die Gesundheit der Patienten und deren Angehörige zu fördern sowie Krankheiten zu verhüten, ist es wichtig, dem Patienten und seinen Angehörigen „Empowerment“ zu geben, sprich ihnen eine gewisse Mitverantwortung zu übertragen.

Beratung der Patienten als wesentlicher Baustein

Durch den Ansatz der gesundheitlichen Information und Aufklärung wird Wissen vermittelt sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangt, welche die Patienten und ihre Angehörigen benötigen, um selbstbestimmt Entscheidungen über ihr Gesundheitsverhalten zu treffen.“, sagt Jeannette Romer. Dr. Anne Kirschner ergänzt: „In Zusammenhang mit der Information und Aufklärung von Patienten, Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen sind insbesondere Pflegefachpersonen gefragt. Daher ist Beratung, Aufklärung und Information in diesem Fall eine wesentliche Aufgabe von Altenpflegern als auch von Gesundheits- und Krankenpflegern“.

„Im Rahmen des Forschungsprojektes „Information und Aufklärung in der Pflege: Das geht uns alle an!“ soll zudem bereits in der Ausbildung der Grundstein für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Altenpflegern sowie Gesundheits- und Krankenpflegern gefördert und gestärkt werden.“, erklärt Dr. Stefanie Kirschner.

Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil sind sogenannte Forschungstage der Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege, die bereits Mitte April stattfanden. Der zweite Teil ist ein daraus resultierenden Aktionstag, durchgeführt durch die Schüler der Altenpflege. Jede Berufsgruppe hat im Rahmen des Projektes ihre Aufgabe, agiert aber als Experte in der jeweils anderen Gruppe. Die Berufsgruppen unterstützen sich gegenseitig und tauschen sich aus.

Während der Forschungstage erstellten die Schüler mit Hilfe eines Forschungsbuches ihre eigenen Forschungsinstrumente und erhobenen Daten zur Fragestellung „Welche Themen sind am meisten von Interesse bezüglich Information und Aufklärung durch die Pflege im Krankenhaus“. Die jungen Forscher werteten die Ergebnisse der Befragung aus und präsentierten sie den Mitarbeitern des MediClin Müritz-Klinikums und den Altenpflegeschülern des RBB Müritz.

Informationstag für Patienten und Angehörige

Die auf den Stationen der MediClin Einrichtung erhobenen Daten wurden im Anschluss von den Schülern der Altenpflege aufgearbeitet und münden in einem Informations- und Aufklärungstag, der am 16. Juli 2018 für Patienten, deren Angehörige sowie Interessierte im Foyer des MediClin Müritz-Klinikums stattfinden wird. Die Lehrerinnen und Schüler laden alle Interessierte ganz herzlich dazu ein.

Die fünf meist gewünschten Aufklärungsthemen, die sich aus der Befragung der Patienten ergaben, sind übrigens: Pneumonieprophylaxe (Vermeidung von Lungenentzündungen), Krankenhauskeime, Sturzprävention, Kontrakturenprophylaxe (Kontakturen sind bleibende Einschränkung der Beweglichkeit eines Gelenks), Thromboseprophylaxe (Vermeidung der Entstehung von Blutgerinseln).

Gestern trafen sich die Schüler erneut, um die Umsetzung des Aktionstages weiter zu planen. „Es gibt noch einiges zu tun“, sagt Jeannette Romer: „Die Schüler haben tolle Ideen entwickelt, was sie basteln können, um die Interessierten möglichst anschaulich aufzuklären. Zum Beispiel soll mit Hilfe von Schläuchen und einer Aquariumpumpe sowie etwas Bastelgeschick demonstriert werden, wie sich durch Blutgerinnsel die Zirkulation des Blutes und der Druck in den Gefäßen verändert. Alle sind sehr eifrig und mit viel Motivation sowie Freude bei der Sache. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf die Veranstaltung Mitte Juli“.

Das Projekt trifft auf viel Anklang und so wird es für jeden der fünf Aktionsstände am 16. Juli auch Pflege-Unternehmen aus der Region geben, die eine Funktion als Standpaten übernehmen und die Schüler mit Fachexpertise bei den Gesprächen unterstützen.

Die Schüler haben sich im Übrigen gemeinsam mit ihren Lehrern mit ihrem Forschungsprojekt um den Altenpflegepreis 2018 des Landes Mecklenburg Vorpommern beworben.

Wir drücken die Daumen für einen maximalen Erfolg bei diesem Wettbewerb.


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