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Junger Warener erfreut mit Graffiti-Bilder – Polizei stoppt ihn

12. Februar 2021

Seit einiger Zeit freuen sich Spaziergänger im Bereich des Warener Nesselberges über tolle Graffiti-Bilder. Und nein, sie wurden nicht gegen irgendwelche Wände gesprayt – der Künstler spannt Folie zwischen Bäume, ohne irgendetwas zu beschädigen, und nimmt die Werke auch wieder weg, wenn sie nicht mehr so ansehnlich sind. In den letzten Tagen haben uns zahlreiche Mails zu den Bildern erreicht, in denen die Müritzer Spaziergänger geschrieben haben, dass sie sich über die Kunst in der Natur freuen und es einfach Spaß macht, am Nesselberg von Bild zu Bild zu wandeln. Doch diesen Spaß teilen offenbar nicht alle. Als der Warener Urheber der Aktion heute in der Nähe der Kuhtränke gerade wieder ein neues Werk erstellte, erschienen Polizeibeamte.

Sie forderten ihn auf, die Folie zu entfernen – mit dem Hinweis, dass so etwas beim Ordnungsamt genehmigt werden muss.

Sehr schade, denn es sind ansehnliche Farbtupfer ohne jeglichen politischen Inhalt. Bilder eines 30 Jahre alten Wareners, der normalerweise auf dem Bau arbeitet, aufgrund der Witterung jetzt aber mehr Zeit hat, seinem Hobby nachzugehen und damit andere Menschen zu erfreuen. Dabei hat er manchmal seine gesamte Familie dabei – seinen beiden kleinen Kinder und seine Frau. “Mir macht es einfach viel Spaß und es ist schön, zu sehen, wie die Leute darauf reagieren. Nicht nur junge Menschen bleiben stehen und sprechen mich an, auch viele ältere”, so der Familienvater gegenüber “Wir sind Müritzer”.

Die Idee hatte der junge Mann übrigens nicht erst in diesem Jahr. Schon 2017 sorgten seine bunten Folien auf dem Nesselberg für Schlagzeilen.

Bleibt zu hoffen, dass die bereits vorhandenen Werke weiterhin zu sehen sind und der Warener dafür vielleicht  ganz unkompliziert ohne umständliche Behördenwege eine offizielle Genehmigung – wenn sie den wirklich sein muss – von der Stadt Waren bekommt.


9 Antworten zu “Junger Warener erfreut mit Graffiti-Bilder – Polizei stoppt ihn”

  1. Hermann W. sagt:

    Es ist kaum zu glauben, was diese Bürokraten sich herausnehmen. Versuchen sie doch, uns auch noch das letzte bisschen Freude zu nehmen. Reine Schikane!

  2. Simon Simson sagt:

    Erster Gedankenblitz: Er hätte natürlich fragen müssen. Schließlich ist nicht bei jeder Kunstguerillaaktion sicher, dass der Urheber keinen Schaden anrichtet. Also ordentlich der Ordnungswidrigkeit nachgehen! Wo giffdet sowad.

    Zweiter, etwas trägerer Gedanke: Wenn man am Amtsbrink auf einen Ordnungsverbeamteten trifft, muss zwanghaft bewiesen werden, wer was zu sagen hat. Das ist nicht ausgedacht. Zu oft wurden hier kleinere Künstler und andere mit Ideen abgewiesen. das ist ja auch logisch, denn was zu viel ist, ist zuviel. Es gibt ja mehr als genug Kunst hier.

    Müritz, Preik und Poppe, ein paar Kettensägearbeiten und achja, als Event die Müritzsaga.

  3. East West sagt:

    Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl, kann man aber auch mal seitens der Polizei erwarten. Gerade in der jetzigen Zeit. Ewig dieser Scheiß Bürokratismus. Einfach nur noch Peinlich.

  4. Chanti sagt:

    Ich finde , es ist einfach wunderschön das man sowas macht ! Grade zu dieser blöden Zeit und eigentlich ist es ja garnicht illegal viel besser als würde dieser Herr das an Wänden Machen !! Und wie viele Menschen sagen sie finden es Wunderschön, also lasst diesen jungen Mann und seiner Familie doch bitte der Kreativität freien Lauf lassen . Es ist nur Folie ;) .

  5. Ingolf sagt:

    Lieber Simon Simson, irgendwie kann ich nicht ganz nachvollziehen, was Sie damit meinen, dass es mehr als genug Kunst hier gibt. Dass ist eine reine Ermessensfrage, glaube ich. Fakt ist doch, dass durch die ganzen, oft kleinteiligen Regelungen viele wirklich gute Initiativen aus gebremst werden. Dann wundert es nicht, dass sich die Menschen einfach zurückfallen lassen und dann gar nichts mehr machen außer konsumieren.
    Ich finde es jedenfalls sehr schade, dass es zu dieser Situation gekommen ist. Ja, ich gebe East West mit dem angesprochenen Fingerspitzengefühl vollkommen recht.

    • Simon Simson sagt:

      Ingolf, das war doch nur Ironie. Schade dass ich das nicht gut hingekriegt habe. Wollte sagen, dass man hier für subtile Kunst, nicht nur der hinlänglich für gut befundenen, absolut nichts übrig hat, nicht mal ein billiges ja.
      Ich bin ansonsten Ihrer Meinung ;-)

  6. Micha sagt:

    Das wird schon seit Jahren auf dem Nesselberg gemacht und was stört daran ? Nichts ! Besser wäre wenn es bei dem Anscheisser an der Hauswand steht ! Um so länger der Lockdown dauert ,werden manche noch Dümmer als sie schon sind !

  7. Frank G sagt:

    Ich glaube vielen hier ist das Grundproblem nicht bewusst.

    Wenn dieser Sprayer seine Folien, einfach so ohne Genehmigung oder Kontrolle, spannen kann, dann darf das jeder andere Sprayer auch.
    Das bedeutet aber, dass im blöden Fall der ganze Nesselberg oder andere Waldflächen/Parkflächen/Grünflächen mit Folien bespannt sein wird.
    DAS kann man nicht akzeptieren aus den verschiedensten Naturschutz- und Tierschutzgründen und anderen Gründen.

    Natürlich könnte man recht locker eine gewissen Anzahl und Größe (Höhe + Breite) und Dauer erlauben, aber dann muss man halt vorher fragen und hoffen, dass diese Aktion auf Gegenliebe in der Behörde stößt.
    Wahrscheinlich wäre das nicht passiert (Genehmigung von der Stadt), aber einfach so mal machen und nicht hinschauen hat eben Nachteile für alle.
    Deshalb gibt es ja bestimmte Regeln, damit unser Nesselberg noch ein Naturpark bleibt und kein Folienberg.

    Ich finde es schick und die Art und Weise (Folien) auch ganz cool, aber eben alles im Rahmen (nicht zu viel und das geht nur mit Genehmigung/Kontrolle)

  8. Ingolf sagt:

    Na klar ist sowas immer auch ein Balanceakt. Ausufern solle es natürlich nicht. Deshalb ist von Fall zu Fall das besagte Fingerspitzengefühl nötig. Danke, Simon Simson, für die Aufklärung. Hatte es tatsächlich in den “falschen Hals” bekommen. Allen einen schönen Tag.