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Lange Anfahrt bis zum Unfallort

27. Mai 2014

Heftige Kritik nach einem Unfall, der sich in der vergangenen Woche in Waren ereignet hat. An der Einmündung Mecklenburger Straße/Große Burgstraße wurde eine 50 Jahre alte Radfahrerin angefahren und verletzt. Die Frau hatte nach dem Unfall starke Schmerzen, so dass Zeugen umgehend den Notruf wählten. Doch dann begann das lange Warten.

Wie Zeugen gegenüber „Wir sind Müritzer“ berichteten, klagte die Verletzte über heftige Schmerzen. Inzwischen waren auch zwei Polizeibeamte eingetroffen und kümmerten sich rührend um die Frau. Doch vom Rettungsdienst noch keine Spur.
„Wir haben zwischendurch selbst noch mal angerufen und gefragt, wo der Rettungswagen bleibt. Auch die Polizisten fragten per Funk nach“, erzählen Augenzeugen im Gespräch mit WsM und sind immer noch ganz aufgelöst, wenn sie an die Situation denken. Denn bis dahin wusste niemand, wie schwer die Verletzungen der Frau sind.

Bis der Rettungswagen an Ort und Stelle war, sind nach Aussage der Zeugen sage und schreibe mehr als 30 Minuten vergangen. „Wir waren ja nicht irgendwo in der Walachei, sondern mitten in der Stadt. Das kann doch wohl nicht sein. Was, wenn jede Minute zählt“, fragen sich die Zeugen und bitten „Wir sind Müritzer“, bei der Aufklärung zu helfen.

Wir haben beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nachgefragt, der für den Rettungsdienst verantwortlich zeichnet und die auch für die Müritz-Region zuständige Leitstelle in Neuendorf unterhält. Die lange Wartezeit wird nicht bestritten. Vielmehr erklärt Jürgen Köhler, Sachgebietsleiter Brand-/Katastrophenschutz und Rettungsdienst im Ordnungsamt des Landkreises: „Zum Zeitpunkt des besagten Unfalls war der nächste verfügbare Rettungswagen (RTW) der am Standort Bollewick. Der RTW Waren Nord war noch auf dem Rückweg von einem Einsatz aus Schwerin. Und der RTW vom Standort Waren Ost befand sich im Einsatz wegen eines Fahrradsturzes im Bereich Klink/Eldenburg.“ Deshalb musste der Rettungswagen in Bollewick alarmiert werden und der brauchte für die etwa 25 Kilometer bis zur Mecklenburger Straße in Waren seine Zeit.

Für die Unfallzeugen nicht unbedingt eine beruhigende Antwort: „Das heißt doch, dass im Endeffekt der Pech hat, der als letzter krank oder verletzt wird. Da kann man nur hoffen, dass es einen nicht erwischt. Wir machen den Rettungsassistenten keinen Vorwurf, die haben ihr bestes gegeben, aber das System scheint nicht perfekt zu funktionieren.“

Foto: Archiv/WsM

UnfallRoebler

 


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