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Lange Kunst- und Einkaufsnacht in Neustrelitz setzt Maßstäbe

12. September 2016

ntz1Wir haben am Wochenende einen Blick über den (Müritz)tellerrand hinaus gewagt – und sind belohnt worden. Die „Lange Nacht der Künste“ wird im 40 Autominuten entfernten Neustrelitz mit der Einkaufsnacht kombiniert, und die Besucher danken es. An zehn Veranstaltungsorten – von der Strelitzer Straße über den Markt mit Mittelalter-Flair bis zu den verschiedensten Kunst-Hinterhöfen in der Schlossstraße – gab es unterschiedlichste Kunst- und Einkaufsformen. Veranstalter sind der Verein „Kunsthaus Neustrelitz“ und die Werbegemeinschaft Neustrelitz erleben.

Die Kaufwilligen, die aber auch „Frau Puppendoktor Pille“, Modenschau und Kindertheater sehen wollten, kamen vor allem zwischen Markt und Strelitzer Straße auf ihre Kosten. In den Hinterhöfen der Schlossstraße mit Altem Museum, Kulturquartier, Kunsthaus und Kneipen spielten Rockbands, Liedermacher, Saxophonensemble, die Zwei-Mann-Band Collec Tiv mit Kontrabass und Gitarre, es gab Tanzvorführungen und ein „Begrüßungskomitee“ von Außerirdischen.

Gerade die drei jungen Schauspieler, die als „E-T.-Variationen“ verkleidet die Gäste begrüßten, avancierten fotografisch zu – heute würde man sagen MEGA-Stars. Kinder waren meist eher zurückhaltend, aber Ältere weniger.

ntz8Im Hinterhof des Kunsthauses gab es Tanz und Videoinstallationen, in die sich Gäste mit einbringen konnten. Im Gebäude konnte man Bodypaintern – also Körperbemalern – zuschauen und auch eigene Vorschläge machen.  Bilder von Künstlern regten zu Diskussionen an.

Mit wenig Ausstattung, aber sehr wirklichkeitsnah kam das „Peep-Schaufenster“ der Tanzkompanie an. „Also ich in Deinem Alter“, erklärte Axel Rothe, „hätte das so und so und so gemacht.“ „Wir machen heute einen tollen Titel, denken uns was aus und hängen das ins Schaufenster“, entgegnet der junge Mann. Ja – und das Schaufenstrer könnte auch das Internet sein, so ähnlich läuft das heute wohl, dürfte der Zuschauer denken.
Das Stück, dass Rothe und ein junger Mann spielen, heißt „Dialog der Generationen“ und nicht wenige der Zuschauer dürften einen Teil ihrer Erfahrungen mit der jeweils anderen Generation darin wiedergefunden haben.

Lesungen mit Musik machte der Hans-Fallada-Klub sogar im Tattoo-Studio. Kurzum: Hunderte Gäste belebten die Innenstadt derart, dass manchmal der Verkehr in der Schlossstraße als sehr lästig empfunden wurde. Besonders einprägsam brachte die Band Collec Tiv die entspannte Stimmung bei Musik im Kneipenhof rüber: Bei einer zum Mitswingen anregenden und eingängigen Melodie zwischen Kontrabass und Gitarre fragt ein Musiker den Anderen: Soll ich mal ein bisschen Text machen? „Ja, wenn Dir was Nettes einfällt!“, sagte der Bassist. Und dann kommt ein Wort an der richtigen Stelle: „Ole“.


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