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Mega-Finanzspritze für Warener Marienkirche: Süßer die Glocken…

17. Dezember 2015

Welch ein Segen. Was Anfang des Jahres noch wie ein Traum erschien, kann nun bald Wirklichkeit werden: Im Turm der St. Marienkirche Waren erklingen bald ganz besondere Glocken. Möglich wird das durch Fördermittel der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Müritz-Sparkasse in einer Gesamthöhe von 50 000 Euro, die Pastor Ingo Zipkat gestern in Empfang nehmen konnte. Aber auch viele größere und kleinere Spenden haben in den letzten Monaten dazu beigetragen, das Wunschprojekt in Angriff nehmen zu können.

Derzeit läuten in St. Marien drei Eisenhartgussglocken, die im Jahr 1922 als Ersatz angeschafft wurden. Ersatz für die Bronzeglocken, die man eingeschmolzen und zur Waffenproduktion im ersten Weltkrieg verwendet hat.

Den jetzigen Eisenglocken sieht man ihre fast 100 Jahre deutlich an. Doch nicht nur das. Sie schwingen so ungünstig, dass der Turm der Marienkirche bereits Risse aufweist, weitere Schäden sind nicht ausgeschlossen.

IMG_1905Durch einen Zufall konnte die Kirchgemeinde Anfang des Jahres aus einer Abriss-Kirche in Nordrhein-Westfalen fünf Glocken erstehen. Sie stammen aus dem Jahr 1962 und sind in einem hervorragenden Zustand. Zu einem Schnäppchenpreis von 15 000 Euro konnte die Warener Gemeinde die fünf Glocken erwerben, im Kirchgemeinderat fiel dann der Entschluss, zwei weitere Glocken anzuschaffen, so dass künftig ein ‘Siebener Geläut’ erklingen soll.

Mit dem Guss der zwei neuen Bronzeglocken, die noch fehlen, soll im kommenden Jahr begonnen werden, eine von ihnen wiegt stattliche 1,4 Tonnen. Doch damit immer noch nicht genug. Wie Ralf Mahlau vom Kirchgemeinderat berichtete, sollen zu diesen sieben großen Glocken noch drei kleine kommen. Die können zwar nicht läuten, werden aber von einem Magnethammer angeschlagen, so dass im Turm der Warener Marienkirche dann sogar Lieder gespielt werden können.

Bei Gesamtkosten von rund 100 000 Euro schien dieses Projekt allerdings mehr als mutig. Durch die Gelder der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die vor sechs Jahren bereits viel Geld für die Freilegung des Wandgemäldes in der Marienkirche gegeben hat, sieht es jetzt wirklich so aus, dass zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 zum ersten Mal das einzigartige Glockenspiel in Waren erklingen kann.

Aber nicht nur wegen großzügigen Fördermittel, sondern auch, weil sich die Warener Ärztin im (Un)Ruhestand, Dr. Gisela Dunker, wieder aufgemacht hat, um für das Vorhaben zu werben und vor allem, um bei Firmen und Privatpersonen Spenden „locker zu machen“. Mit Erfolg. Viele tausende Euro kamen durch ihr Engagement zusammen.

Nicht zum ersten Mal ging die Ärztin „Klinken putzen“. Auch für die Freilegung des Wandbildes „Himmelfahrt Christi“ sammelte sie Spenden und trug so erheblich mit dazu bei, dass dieses Gemälde jetzt wieder bewundert werden kann.

Foto im Text: Die Warener Ärztin Dr. Gisela Dunker sammelt seit Anfang des Jahres unermüdlich für das besondere Glockenspiel.

Foto unten: Landrat Heiko Kärger und die Vorstandschefin der Müritz-Sparkasse, Gisela Richter, überreichten Pastor Ingo Zipkat die Fördermittel für die Anschaffung der Glocken.

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