
Richterin Daniela Lieschke sprach den 21-Jährigen der fahrlässigen Tötung, des mehrfachen schweren Diebstahls sowie einer ganzen Reihe von Verkehrsdelikten schuldig. Der Verurteilte bekam vier Jahre und fünf Monate Haft „aufgebrummt.“ Ein Gutachter hatte bei ihm „erhebliche Reifedefizite“ festgestellt, für eine Einweisung in die Psychiatrie war der Sachverständige aber nicht. „Reifedefizite“ machten Experten auch bei den beiden 19 und 18 Jahre alten Komplizen aus.
Der 21-Jährige hatte sich innerhalb weniger Tage mehrere Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert, wobei ein Mensch starb. Zuletzt waren er und sein 19-jähriger Komplize aus Neubrandenburg im Dezember 2019 von mindestens neun Streifenwagen und auch einem Hubschrauber verfolgt worden. Die Raserei mit dem Postauto endete nach mehr als 50 Kilometern zum Teil über die alte Bundesstraße 96 bei Jarmen, wo der Fahrer verunfallte. Ergebnis: Etliche Verletzte und mehrere beschädigte Fahrzeuge. Auch Schüsse waren gefallen, trotzdem dauerte die Raserei eben mehr als 50 Kilometer.
Zuvor war der eher schmächtige 21-Jährige auch schon – ohne je einen Führerschein zu besitzen – durch zwei Verfolgungsrennen mit der Polizei aufgefallen.
Die erste Raserei gab es bei Greifswald Ende November. Dort starb ein Bekannter, der in dem Wagen auf der Rückbank saß, als dieser gegen einen Baum raste. Nur elf Tage später wurde bei Neubrandenburg ein Transporter einer Jugendeinrichtung gestohlen. Die Täter, der 21-Jährige und beide Komplizen, wollten einfach mal „nach Italien.“
Letztlich fiel der Transporter Polizisten in Neubrandenburg auf. Bei der Verfolgung Richtung Anklam stieß der gestohlene Transporter mit dem 21-jährigen Fahrer absichtlich seitlich gegen den Polizeiwagen und brach danach auch noch durch eine Polizeisperre. An dem Abend konnten die Männer noch zu Fuß fliehen. Einen Tag später passierte dann der Klau mit der verletzten Postangestellten, die fünf Monate krank geschrieben war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Foto: Felix Gadewolz







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