Mit dem Kescher auf Katzenfang

8. März 2018

Viele Leser werden sich noch an diese niedliche Geschichte erinnern, die wir im November veröffentlicht haben Eine Katzenmutter hatte sich mit ihrem Welpen den Schulhof des Richard-Wossidlo-Gymnasiums als Wohnort ausgesucht, ihr Kind fiel in ein Abflussrohr, konnte aber gerettet werden.
Nach einem kurzen Aufenthalt in der Pflegestelle fand sich für die Kleine auch ein liebevolles Zuhause. Zurück blieb aber die Mutterkatze, und die wollte sich partout nicht einfangen lassen. Es dauerte Wochen.
Die ganze Geschichte hat Bettina Priwitzer von der Initiative „Müritzer für Tiere“ aufgeschrieben:

„Unser erklärtes Ziel war es, die Mutterkatze einzufangen und kastrieren zu lassen. Dass sich daraus eine fast unendliche Geschichte entwickelt, konnten wir damals nicht ahnen.

Die Voraussetzungen für das Einfangen sind von vornherein schwierig. An Schultagen und bei Turnhallenbetrieb ist es nicht möglich. Es bleiben nur die Wochenenden und die Ferienzeiten. Eine weitere Einschränkung : Am Wochenende finden in der Halle oft Turniere statt. Wir finden trotzdem Möglichkeiten und versuchen es mehrmals mit der Katzenfalle, immer ohne Erfolg.

Zwischen Weihnachten und Neujahr nehmen wir erneut Anlauf. An drei aufeinanderfolgenden Tagen versuchen wir es jeweils morgens in aller Frühe und abends wieder.
Sechsmal hinfahren, sechsmal die Falle aufstellen, in der Kälte warten und anschließend alles wieder zusammenpacken. Die Katze bekommt an diesen drei Tagen kein Futter von uns, trotzdem bleiben wir erfolglos. Aufgeben können wir nicht, denn dann gibt es im Mai neue Katzenbabys.

Für uns steht fest, dass wir diese Katze mit der Falle nicht bekommen. Als letzte Option bleibt das Einfangen mit dem Kescher. Aber genau das trauen wir uns nicht zu.Wenn das schief geht, hat man vorläufig bzw. für immer verspielt.

Der Hausmeister stellt uns einen Kescher zur Verfügung, eine TA- Praxis schenkt uns einen sogenannten Quetschkorb. Der ist erforderlich, denn nach dem Fangen mit dem Kescher muss die Katze in ein sicheres Behältnis verbracht werden.
Jetzt brauchen wir „nur noch“ jemanden, der sich das Einfangen mit dem Kescher zutraut.

Und als schon keiner mehr richtig dran glaubt, finden wir den Retter in der Not. Jemand, der schon einmal eine Katze mit dem Kescher eingefangen hat. Nach einigem Zögern und Abwägen aller Bedenken machen wir kurzfristig einen Termin. Wobei jedem von uns es schon etwas mulmig war

Der Mann hat Erfolg! Anschließend geben wir leicht aufgelöst aber glücklich die Katze im Quetschkorb in der Tierarztpraxis ab.
Die Mieze hat alles gut überstanden. Wir haben sie danach wieder an ihren Wohnort gesetzt, denn sie liebt ihre Freiheit über alles. Und natürlich wird sie von uns täglich versorgt.
Die Gewissheit, dass die Katze weder den Schulhof noch die Gärten am Tiefwarensee mit weiterem Katzennachwuchs versorgen kann, lässt uns alle Mühen vergessen.


Eine Antwort zu “Mit dem Kescher auf Katzenfang”

  1. chaosliner sagt:

    Einen dicken Daumen hoch und ein Dankeschön dem gelebten Tierschutz

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