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Müritz-Klinikum bietet zum „Weltnierentag“ speziellen Test an

7. März 2018

Am morgigen 8. März ist nicht nur Internationaler Frauentag, sondern auch der „Weltnierentag“, der dieses Mal unter dem Motto „Nieren und Frauengesundheit“ steht. Das MediClin Müritz-Klinikum bietet an diesem Tag von 9 bis 15 Uhr in der Notaufnahme ein kostenloses Nieren-Screening an, mit dem Erkrankungen frühzeitig erkannt werden können.

Die chronische Nierenerkrankung ist ein weltweites Gesundheitsproblem mit den negativen Folgen von Nierenversagen und frühzeitigem Tod. In Deutschland leiden zwei Millionen Menschen an einer häufig nicht erkannten Nierenerkrankung. Hierunter sind Frauen fast doppelt so häufig wie Männer betroffen.

Die chronische Nierenerkrankung stellt die 8-häufigste Todesursache für Frauen dar.  Im Vergleich zu Männern leiden Frauen häufiger an Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege und an bestimmten Autoimmunerkrankungen der Niere (Lupusnephritis). Darüber hinaus ist die chronische Nierenerkrankung ein klinisches Syndrom, das bei verschiedenen Systemerkrankungen, wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und rheumatologischen Erkrankungen, auftreten kann.

Die Tücke der meisten chronischen Nierenerkrankungen ist, dass sie im Frühstadium oft ohne spezielle Symptome verlaufen. Treten einmal Symptome auf, ist es dann meist zu spät, die Nierenfunktion dauerhaft zu erhalten und es droht die unaufhaltsame Nierenfunktionsverschlechterung bis zur Dialyse.

Um frühzeitig eine Nierenerkrankung diagnostizieren zu können, sind nur zwei einfache Teste nötig:

1. die Berechnung der glomerulären Filtrationsrate durch Bestimmung des Kreatinins im Blut und

2. die Bestimmung der Albumin-Konzentration im Spontanurin.

Sollte einer dieser Werte außerhalb des normalen Bereichs liegen, muss auf das Vorliegen einer Nierenerkrankung bei einem Spezialisten untersucht werden.

Anlässlich des Weltnierentages bietet daher das MediClin Müritz-Klinikum  zur Gesundheitsprävention am Donnerstag, 8. März, an, sich in der Notaufnahme auf eventuelle Nierenerkrankungen testen zu lassen. Im Zeitraum von 9 bis 15 Uhr kann man ein Nieren-Screening durchführen lassen.
Interessierte bringen bitte ca. 10 bis 20 Minuten Zeit mit. Ihnen wird Blut abgenommen und sie entrichten eine Urinprobe. Die Werte werden im Labor des Klinikums bestimmt, und die Patienten erhalten per Post einen Kurzbescheid, ob evtl. eine Nierenerkrankung vorliegt und ein Internist aufgesucht werden sollte, oder ob der Befund unauffällig war. Solch einen Test kann man übrigens auch jederzeit beim Hausarzt durchführen lassen.

Initiator der Screening-Aktion ist PD Dr. med. habil. Norbert Braun, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am MediClin Müritz-Klinikum. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung Nephrologie. Er erklärt: „Die häufigste Entzündung des Nierenfilters bei Frauen (Glomerulus) ist die glomeruläre Endotheliose bei der Präeklampsie in der Schwangerschaft.

Zwei bis drei Prozent der Schwangeren erleiden eine Präeklampsie. Die Patientinnen haben einen neu aufgetretenen Bluthochdruck und scheiden in ihrem Urin Eiweiß aus. Wenngleich die Ursache der glomerulären Endotheliose unbekannt ist, scheint eine zentrale Beteiligung von Blutdruck-regulierenden Substanzen zu der Veränderung der Blutgefäßzellen in der Niere zu führen. Es gibt keine spezifische Therapie für diese Krankheit außer der Geburt des Kindes. Bis dahin können Acetylsalicylsäure und konsequente Blutdruckeinstellung mit Bettruhe und Magnesiumgaben die Schwangerschaft unterstützen.

Viele Fragen noch ungeklärt

Auch eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Nierenfunktionsstörung führt bei der Schwangeren zu zweifach höheren mütterlichen Komplikationen und zu zwei- bis fünffach erhöhten kindlichen Komplikationen. So treten schwangerschaftsassoziierter Bluthochdruck, Präeklampsie, Frühgeburtlichkeit und intrauterine Wachstumshemmung häufiger auf. Führt die chronische Nierenerkrankung bei Frauen zur Dialysepflichtigkeit (Nierenersatzbehandlung mittels künstlicher Blutwäsche), so sterben insbesondere die jüngeren Frauen und dialysepflichtige Frauen mit Diabetes schneller als Männer. Frauen mit chronischer Nierenerkrankung leiden zudem häufiger an einer Blutarmut und an Depressionen.“

Bis heute sind zahlreiche Fragen im Bereich der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei chronischer Nierenerkrankung ungeklärt. So werden erst seit 1993 überhaupt Frauen in wissenschaftliche Studien zur Erforschung spezifischer Therapieansätze eingeschlossen. Seit 2008 ist bekannt, dass Acetylsalicylsäure (Aspirin) für die Verhinderung von Herz- und Gefäßerkrankungen bei Frauen weniger effektiv ist als bei Männern. Auch scheinen bestimmte Blutdruckmittel, ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker, bei Männern effektiver zu wirken als bei Frauen.

„Gehen Sie zur Vorsorge und testen Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder am 08.03.2018 in der Notaufnahme des MediClin Müritz-Klinikums auf glomeruläre Filtrationsrate und Ihre Albumin-Ausscheidung im Urin, um eventuell vorliegende Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen. Der Weltnierentag steht zwar unter dem Motto Nieren und Frauengesundheit, selbstverständlich sind am Donnerstag aber auch die Herren zum Test ihrer Nierengesundheit willkommen“, wirbt Klinik-Sprecherin Jenny Beckert.


Eine Antwort zu “Müritz-Klinikum bietet zum „Weltnierentag“ speziellen Test an”

  1. Louise sagt:

    Lässt sich die Nierenfunktionsstörung bei den Schwangeren nicht bereits vorher feststellen? Muss man in der Inneren Medizin vorstellig werden, um das zu erfahren? Kann das der Frauenarzt übernehmen?

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