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Polizisten nehmen an der Müritz Fernreisebusse unter die Lupe

9. Juni 2018

Das erleben die Polizisten auch nicht so häufig: Eine Busfahrerin, die gestern von ihnen kontrolliert wird, möchte ein Bild mit den Beamten. Das bekommt sie auch. Allerdings nicht nur das: Monika Schmitz muss auch ein Verwarngeld bezahlen. Denn ihr Fahrtenschreiber hat verraten, dass die taffe Frau aus  Nordrhein-Westfalen vor Waren auf der Bundesstraße 192 mit 99 km/h unterwegs war. Doch Busse wie ihrer dürfen dort lediglich 80 km/h fahren. Aber auch die „Bestrafung“ trägt die Fahrerin mit Fassung. Denn ansonsten finden die netten Beamten bei ihr keine weiteren Verstöße.
In dieser Woche haben Polizisten des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Altentreptow gleich zweimal Fernreisebusse auf dem Parkplatz am Warener Kietz gründlich unter die Lupe genommen. Fast bei jedem Kontrollierten gab es zumindest kleinere Beanstandungen.

Bei Monika Schmitz war es die überhöhte Geschwindigkeit, auf ein Busunternehmen, das für Flixbus unterwegs ist, kommt dagegen wahrscheinlich ein Bußgeld in vierstelliger Höhe zu. Der Fahrer hatte lediglich eine Kopie der Erlaubnis zur Personenbeförderung dabei, vorgeschrieben ist aber das Original. „Bei diesem Reiseanbieter haben wir das schon des öfteren festgestellt“, verrät Polizeihauptmeister Sven Felix. Der Fahrer, der von Waren nach Berlin fahren wollte, durfte zwar weiter, ausgestanden ist die Sache damit aber noch nicht.

Die Kontrollen selbst sind sehr aufwändig. Die Beamten checken zum einen die Papiere und kontrollieren zum anderen auch den Zustand der Busse. Außerdem laden sie über einen speziellen Stick das Fahrtenbuch herunter. Und das verrät bis ins kleinste Detail, welcher Fahrer wann wie und wo am Steuer saß. Die Kontrolle eines Busses kann da schon mal eine Stunde dauern.

„Wir machen das nicht, um Leute zu ärgern. Aber wir erleben ja leider immer wieder, was passiert, wenn beispielsweise Lenkzeiten nicht eingehalten werden oder die Busse technisch nicht in Ordnung sind. Fast wöchentlich passieren auf deutschen Straßen schlimme Unfälle“, erklärt Polizeihauptmeister Sven Schadow.

Wie nötig diese umfangreichen Kontrollen sind, zeigen auch die Ergebnisse der beiden Kontrollen in dieser Woche: Ein Fahrer hatte die vorgeschriebene Ruhezeit nicht eingehalten, ein anderer zeichnete seine Fahrt nicht auf, sprich, er hatte sich nicht wie nötig mit seiner Fahrerkarte – vergleichbar mit der Gesundheitskarte – angemeldet, und andere hielten sich nicht an das Tempolimit.

So sachlich, locker und zum Teil sogar spaßig wie gestern geht es dabei leider nicht immer ab. Häufig müssen die Polizisten aufgeregte Fahrer-Gemüter beschwichtigen und auch mal Beleidigungen einstecken. Doch, so erzählt Sven Schadow, bislang konnten sie alle schnell beruhigen.

Die speziell geschulten Beamten  aus Altentreptow – sie kontrollieren unter anderem auch Tier- und Gütertransporte – waren jedenfalls nicht zum letzten Mal in der Müritz-Region, um Fernreisebusse zu checken.

Die Saison hat ja gerade erst begonnen.


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