Reisende verstehen in Waren nur „Bahnhof“

29. Juni 2018

Wer in diesen Tagen und Wochen per Zug aus Waren verreisen will, braucht Geduld und vor allem ein Gehör wie ein Luchs – ein wichtiger Teil der Lautsptecheranlage ist kaputt. Deshalb verstehen viele Reisende derzeit nur „Bahnhof“, wenn sie an den Gleisen stehen.

Während die Bauarbeiten auf den Hauptgleisen und -Bahnsteigen 1 und 2 laufen, müssen alle Zuggäste auf den Bahnsteig 3 ausweichen. Das bedeutet, dass mitunter ein Bagger an einem Graben arbeitet, während die Bahn Durchsagen macht. Oder eine Lok oder ein Triebwagen lassen ihre Motoren laufen.

So verstehen die Passagiere manchmal sozusagen „nur Bahnhof“, statt eine Verspätung mitzubekommen – wie am Mittwoch. Der Grund: Bei Bauarbeiten wurde das Kabel für die Lautsprecher am Abfahrbahnsteig durchgerissen und bisher nicht repariert.

So hatte ein Regionalzug ab 10.30 Uhr nach Rostock erst 80, dann sogar 90 Minuten Verspätung. Eine Schulklasse, die nach Warnemünde wollte, hatte nur 8 Minuten verstanden, viele Gäste verstanden gar nichts. Wann dieses „Hörhindernis“ beseitigt wird – eigentlich ein geringer Aufwand angesichts der Millioneninvestition – oder ob man die gesamte Bauzeit mit dem Problem zubringen muss, konnte ein Bahnmitarbeiter nicht sagen.

Eine gastronomische Versorgung sucht man jedenfalls in solchen Fällen vergebens.


7 Antworten zu “Reisende verstehen in Waren nur „Bahnhof“”

  1. Peter Sohr sagt:

    So ein Quatsch! Wer am Bahnhof ein Gehör wie ein Luchs haben muss sollte sich Sorgen um seine Ohren machen, einen Arzt aufsuchen und einen Hörtest machen lassen.
    Wenn ich in der Johann – Sebastian – Bachstr. sogar tagsüber bei diversen Umwelt- und Verkehrslärm nahezu jedes Wort verstehe, frage ich mich, was stimmt hier nicht?
    Mag sein das die betagte Lautsprecheranlage defekt ist, ihren plärrenden Lärm verbreitet sich aber nach wie vor in die Gegend. Ich bin zwar kein Luchs, aber hören kann ich noch gut.

    Für den Fall das die Lautsprecheranlage erneuert werden soll, dann bitte ich dringendst darum, die Position und Ausrichtung der Lautsprecher so anzuordnen, damit auf den Bahnsteigen eine gute Verständlichkeit gegeben ist aber die umliegende Gegend von dem ständigem Ansagen und Gepiepe verschont bleibt. Im Angesicht moderner Beschallungskonzepte sollte das heutzutage überhaupt kein Problem sein.

  2. Franz Frantzen sagt:

    Ach Herr Sohr, was wären wir nur ohne Ihre pseudointelligenten Kommentare.

  3. K.Frind sagt:

    Vielleicht kann man ja die Telefonnummer von Herrn Sohr am Bahnhof anbringen. Dann könnten die Reisenden bei ihm anrufen und nachfragen,wenn er die Durchsagen besser versteht als die Reisenden.

  4. W sagt:

    Dass bei Bauarbeiten Kabel zerrissen werden, ist unschön aber auch nicht leicht zu vermeiden und trotzdem effizient zu buddeln. Vermutlich werden die Durchsagen am Hausbahnsteig gemacht. Dann sind die beschriebenen Effekte nachvollziehbar. Die DB-Tochtergesellschaft für Kommunikationstechnik hat festgelegte Fristen für Entstörungen, die überwacht werden. Da die Anlage eine gewisse Sicherheitsrelevanz hat, weil vor durchfahrenden Zügen gewarnt werden muss, dürfte die Frist hier nicht so lang festgelegt sein. So würde ich erst mal Ruhe bewahren.

    Dass von einer ganze Schulklasse keiner weiß oder auf die Idee kommt, sich zu Verspätungen mittels Smartphone zu informieren, ist der Bahn schwer allein anzulasten, die dafür gleich mehrere verschiedene Web-Sites und Apps mit Informationen zu allen Zügen in Echtzeit vorhält – lesbar, egal, wie laut der Bagger baggert.

    Beispielseite:
    https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/verspaetungsalarm.shtml

  5. W sagt:

    Ergänzung:
    Was mir wichtiger ist, ist die Tatsache, dass auf dem neuen, verlegten Mittelbahnsteig keine Überdachung mehr sein wird. Auf dem Hausbahnsteig hat man dieses wohl unsinnige (?) Monstrum längst abgerissen, mit Begründungen, die ich nie verstanden habe. Grund soll nun sein, dass die Reisendenzahlen (die sich wohl nicht entwickeln dürfen) dafür nicht ausreichen und so der Bahn die Instandhaltung zu teuer ist. So sind wir Warener schuld, weil zuwenig Bahn gefahren wird. Ich finde jammerschade, die doch recht robuste Konstruktion nicht umzusetzen. Ich will mir nicht vorstellen, dass alle, die früher unter schwierigeren Bedingungen sowas gebaut haben, bekloppt waren. Nun genügen bei strömenden Regen 2 oder 3 Glasbuden auf dem Bahnsteig für derzeit nicht mal die Hälfte der Leute, wohl die, die den Schirm vergessen haben. Husch schnell in den Zug. Hoffentlich bilden sich an den Türen keine Schlangen. Modern wird der Bahnsteig werden und die Lautsprecher sicher wasserfest.
    Vielleicht ein Thema für einen redaktionellen Beitrag und eine Diskussion mit Inhalt.