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Rund 300.000 Kleinkinder haben Windeldermatitis

21. Februar 2020

Fast jedes zehnte Kleinkind in Deutschland leidet unter Windeldermatitis. So stellten Ärzte im Jahr 2018 bei etwa 300.000 Kindern zwischen 0 und 3 Jahren Entzündungen im Bereich der Windelregion fest. Dies geht aus der Hochrechnung einer aktuellen BARMER-Analyse zur Windeldermatitis hervor. Von der Dermatitis betroffene Kleinkinder weinen häufiger und schlafen schlechter, wenn der wunde Po sie stört.

Allein bei der BARMER waren rund 26.300 Kleinkinder betroffen, was etwa 9,5 Prozent der Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe entspricht. „Eine Windeldermatitis sollten Eltern nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wird sie nicht umgehend behandelt, besteht die Gefahr, dass sie sich großflächig ausbreitet und die medizinische Behandlung immer schwieriger wird“, sagt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER.
In schweren Fällen sei die Haut nicht nur gereizt, gerötet und jucke, sondern könne sich zusätzlich mit Bakterien oder Pilzen infizieren. Bei komplizierten Infektionen könnten sich größere Blasen bilden. Dann drohten auch Gewebeschäden. Wenn das Kleinkind über längere Zeit eine entzündete Haut habe, sollten die Eltern sich vom Kinder- oder Hautarzt beraten lassen, um mögliche Sekundärinfektionen auszuschließen, so Petzold.

Massive regionale Unterschiede bei Betroffenenraten

Wie aus der BARMER-Analyse weiter hervorgeht, wird die Windeldermatitis verstärkt in den ostdeutschen Flächenländern ärztlich diagnostiziert. Bei den BARMER-versicherten Kindern zwischen 0 und 3 Jahren kam sie im Jahr 2018 zu 12,4 Prozent in Brandenburg, zu 12,0 Prozent in Sachsen-Anhalt, zu 11,7 Prozent in Sachsen und zu 10,9 Prozent in Thüringen vor. Die geringsten Betroffenenraten gab es in Hamburg mit 6,5 Prozent, sowie Schleswig-Holstein und Hessen mit jeweils 7,8 Prozent. „Die massiven regionalen Unterschiede im Auftreten der Windeldermatitis sind rein medizinisch nicht erklärbar. Dass der Anteil der betroffenen Kleinkinder in manchen Bundesländern fast doppelt so hoch ist wie in anderen, lässt Fragen offen“, sagt Petzold.

 


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