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Stadt kauft altes Bahngelände für symbolischen Preis

29. Dezember 2015

Jetzt also doch! Jahrelang hat Warens Stadtverwaltung vergeblich versucht, den alten Lokschuppen an der Teterower Straße und die dazugehörigen Grundstücke von der Bahn zu kaufen, um dort ein Jugendzentrum zu bauen. Doch, so die damaligen Aussagen der Behörde, die Bahn wollte für die Ruinen einfach zu viel Geld.
Jetzt, kurz nachdem das neue Jugendzentrum eröffnet wurde, hat der Kauf des einstigen Bahnbetriebsgeländes doch geklappt.

Nach Aussage von Warens Bürgermeister Norbert Möller konnte die Stadt das mehr als fünf Hektar große Areal und die dazugehörigen zerfallenen Gebäude zum symbolischen Preis von einem Euro erwerben.

Ein Jugendzentrum braucht Waren jetzt zwar nicht mehr, aber die Stadt möchte die brach liegenden Flächen zu einem Gewerbegebiet entwickeln. Außerdem sollen die beiden großen Unternehmen „Möwe“ und Mecklenburger Backstuben GmbH über dieses Grundstück erschlossen werden, damit die Laster künftig nicht mehr durchs Wohngebiet fahren müssen.

Der Fraktionschef der Linken, Rüdiger Prehn, wollte in der Stadtvertretersitzung wissen, mit welchen Folgekosten nach dem Kauf zu rechnen sei. Das konnte Verwaltungschef Möller allerdings nicht beantworten und erklärte, dass man das erst noch ermitteln müsse.

“Man hat also die Katze im Sack gekauft“, raunte es da aus den Zuschauerreihen. Offenbar kennt sich da jemand aus. Denn schon damals, als die Stadt das Gelände für das Jugendzentrum kaufen wollte, wurde zum einen vor den Abriss- und Verkehrssicherungs-Kosten, aber auch vor erheblichen Altlasten, die im Boden schlummern könnten, gewarnt.

Foto: Google Earth

Lokschuppen


3 Antworten zu “Stadt kauft altes Bahngelände für symbolischen Preis”

  1. Gert Gerlach sagt:

    Man kann es keinen rechtmachen, es wird immer gemeckert.

  2. Willi sagt:

    Ist doch egal, der Bürgermeister und seine Gehilfen Drühl u.s.w machen einen Fehler nach dem anderen zum Schaden der Stadt. Dies wäre dem ehemaligen Bgm. Rhein nicht passiert.

  3. wolle sagt:

    Ob dort ein Jugendzentrum hätte stehen können oder nicht ist Kaffeesatzleserei. Das Geld musste nach Vorgabe des Mäzens schnell weg. Nun steht die Remmidemmibude eben im Verwaltungsviertel. Was soll´s.

    Dass Folgekosten auftreten, dürfte allen klar gewesen sein. Die kann man zwar gut oder schlecht kalkulieren, aber die Gesamtrechnung mit realen Zahlen steht, wenn der letzte kontaminierte Schotterstein, die letzte teergetränkte Schwelle und alle Asbestfaserplatten fachgerecht entsorgt wurden. Andere Frage: Wenn die Stadt es nicht gekauft hätte, was wäre mit den Altlasten in welchem Zeitraum geschehen?
    Für einen Euro kann man ein Grundstück nur erwerben, wenn man dieses Risiko eingeht.

    Jetzt ist die Zeit, wo jeder ahnen kann, wie schwierig eine politische Entscheidung ist. Danach, wenn was schief läuft, rummeckern gilt nicht.

    Meine Unterstützung hat die Stadt. Bin schon gespannt, was aus dem verlodderten Gelände wird. Es hat ja sogar Bahnanschluss – gut für die Umwelt.