Ticketverkauf für Musikfestival bringt Mann vor Gericht

7. Dezember 2023

Der eigentlich harmlose Verkauf eines Konzerttickets hat einen jungen Mann aus Neustrelitz vor Gericht gebracht – und die Geschichte am Amtsgericht in Waren bekommt sogar noch eine Fortsetzung. Die Lehre aus dieser Angelegenheit könnte nun sein: Schicke ein Ticket, das du verkaufen willst, lieber nur per Einschreiben los und nicht per einfacher Briefpost.

Der 30-jährige Angeklagte hatte im Sommer 2022 mit vier Bekannten – wie in den Vorjahren auch – zum Highfield-Rockfestival in Großpösna bei Leipzig fahren wollen. Die Gruppe hatte sich Karten für 139 Euro pro Gast für das „Event“ besorgt. Da der 30-Jährige inzwischen aber eine Arbeit bei einem Pflegedienst begonnen hatte, bekam er im August 2022 nicht frei. So wollten die anderen Vier aus der Gruppe ohne ihn fahren, was auch passierte. 35 000 Fans waren dort.

Der junge Mann wollte das Geld nicht verfallen lassen und bot die Karte via Internat an – und bekam, wie heute üblich, über einen sozialen Dienst auch eine Anfrage. Der Interessent aus Leipzig wollte die Festivalkarte, überwies das Geld und teilte mit, dass ein normaler Brief mit der Karte reiche.

„Ich habe den Brief mit der Karte damals im Juli gemeinsam mit meiner damaligen Freundin auch in Neustrelitz eingesteckt“, sagt der Angeklagte. Doch dann ging der Ärger los. Der Adressat behauptete, dass er gar keine Post bekommen habe. Nun forderte er sein Geld zurück. Das verweigerte der Neustrelitzer.

Eine Überprüfung des Falles über die Post sei aber nicht möglich, da  „normale Post“ nicht nachverfolgt wird, sagte Verteidiger Uwe Pagel. Dazu hätte die Karte per Einschreiben geschickt werden müssen, was natürlich teurer gewesen wäre. Das habe der Mann aus Leipzig aber ausdrücklich nicht gewollt. „Meine Interpretation ist, der Mann hat die Karte bekommen, war beim Musikfestival und will sich nun auch noch das Geld zurückholen“, sagte der Anwalt.

Das will die Kammer von Alexandra Sprigode-Schwencke am liebsten den Leipziger selbst fragen. Aber der junge Mann ist trotz Ladung weder angereist, noch telefonisch erreichbar. Dem Angeklagten trauen Staatsanwaltschaft und Gericht aber auch noch nicht ganz über den Weg, Er hat  mehrere Vorstrafen, unter anderem wegen Betruges, und hat noch Bewährung.

„Ja ich habe viele Dummheiten gemacht, aber das nicht“, sagt der Angeklagte dazu. Der Leipziger habe ihn zu Unrecht angezeigt. Das würde auch seine Ex-Freundin bezeugen, zu der er aber sonst kaum noch Kontakt habe. Da nun weder der Zeuge aus Leipzig im Amtsgericht ist, noch die Ex-Freundin die Aussage des Mannes belegen könnte, vertagt sich die Kammer. Am 20. Dezember will man erneut verhandeln.

Dem säumigen Zeugen wird zugleich ein Ordnungsgeld auferlegt. Bei allen winterlichen Witterungsbedingungen hätte sich der Mann nach der Ladung des Gerichtes wenigstens telefonisch melden müssen, sagt die Richterin. Für den Leipziger könnte es nun noch ein teures Nachspiel werden: Er soll 250 Euro Ordnungsgeld zahlen oder vier Tage in Ersatzhaft. Zur nächsten Verhandlung in zwei Wochen muss er aber trotzdem anreisen – und auch der Angeklagte und seine Ex-Freundin.


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