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Tiere bei Hitze lieber zu Hause lassen

9. Juni 2014

Die gerade erst gegründete Initiative „Müritzer für Tiere“ gibt Tipps zum Umgang mit Tieren bei Hitze:

Sommer ist wunderbar. Wohlige Wärme, sich in der Sonne räkeln, das lieben auch viele Tiere. Aber es geht ihnen nicht anders als uns Menschen – alles in Maßen. Ist doch selbstverständlich, werden Tierfreunde jetzt denken. Doch leider gibt es auch Menschen, die bei Hitze nicht verantwortungsbewusst mit ihren Tieren umgehen. Auch ein Tier muss sich an einen Schattenplatz zurückziehen können und es muss immer frisches Trinkwasser erreichbar sein.

Autos werden schnell zur Todesfalle

Des Hundes liebste zweite Behausung ist „sein“ Auto. Doch das kann in kürzester Zeit zur Todesfalle werden. Herrchen oder Frauchen wollen nur mal ganz schnell etwas erledigen und stellen das Auto auf einen schattigen Platz. Doch dann dauert es länger. Die Sonne bleibt nicht wo sie war, das Auto heizt sich in Kürze auf und wird für das Tier zum Martyrium. Tod inbegriffen.
Geöffnete Fensterspalten bringen bei hohen Temperaturen und Schwüle keine Kühlung mehr. Deshalb unser Rat: Lassen Sie Ihr Tier bei Sonne und Schwüle am besten zu Hause an einem kühlen und schattigen Platz. Das betrifft alle Ihre Haustiere. Schon ab zirka 20 Grad Celsius Außentemperatur reichen wenige Minuten in einem verschlossenen Auto in der Sonne aus, um das Tier in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Das Auto kann sich bis auf 50 Grad Celsius aufheizen. Tiere mit Fell müssen die Wärme durch Hecheln ausgleichen. Dabei verdunsten sie Wasser, das durch Trinken ausgeglichen werden muss. Haben sie dazu keine Möglichkeit, kommt es schnell zur so genannten Hyperthermie, das heißt, die Tiere kochen im wahrsten Sinne des Wortes innerlich. Dabei gehen Zellen und Organe kaputt. Diesen qualvollen Kampf verliert das Tier, indem es kollabiert und an Herzversagen sterben kann.

Anzeichen und Erste Hilfe bei Überhitzung

Anzeichen sind Unruhe, eine weit herausgestreckte Zunge bei gestrecktem Hals, Taumeln, Erschöpfung. Die können sich auch nach Überanstrengung, wie Laufen am Rad oder zu langen Spaziergängen zeigen. Ab 40 Grad Celsius Körpertemperatur kommt es zu Kreislaufbeschwerden. Lebenswichtige Organe werden weniger durchblutet, was zum Schock führen kann. Bei über 43 Grad Celsius gerinnt das körpereigene Eiweiß, was Bewusstlosigkeit und Tod zur Folge haben kann.

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Das Tier muss umgehend in tierärztliche Behandlung. Möglichst sofort an einen schattigen Platz bringen, mindestens 30 Minuten mit nasskalten Tüchern kühlen. Nur wenn das Tier bei Bewusstsein ist darf schluckweise Wasser angeboten werden. Bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen, wobei die Zunge heraushängen muss.

 Tipps bei Hitze

° Mit dem Hund nicht bei Tageshitze spazieren gehen, sondern morgens und spät abends.

° Viele Hunde baden gern und das bringt Abkühlung.

° Mit dem Hund am Fahrrad fahren ist tabu.

° Immer Wasser und einen schattigen, am besten kühlen Platz zum Rückzug bieten.

° Auch ein geschlossener Zwinger kann für Hunde zur Falle werden, wenn nicht an alles gedacht wird.

° Auch die Tiere auf den Weiden müssen Wasser haben und die Möglichkeit der Sonne zu entkommen.

Sehen Sie ein Tier in einem Auto in lebensbedrohlicher Situation und keinen Besitzer in der Nähe, rufen Sie bitte sofort die Polizei. Sie ist berechtigt das Auto zu öffnen.

Sind Weidetiere nicht richtig versorgt, dann ist das zuständige Veterinäramt Ihr Ansprechpartner.

Foto: Rainer Börold

HundWasser


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