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Unmut über beabsichtigen Grundstücksverkauf wächst

23. April 2014

Das Unverständnis über den beabsichtigten Verkauf eines Grundstückes am Warener Hafen an den FDP-Stadtvertreter Toralf Schnur wächst. Wie jetzt bekannt wurde, sind bisherige Anfragen, ob das Areal zum Verkauf steht, bislang immer abgelehnt worden. Um so größer der Unmut über die mehrheitliche Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses, diese Grünfläche an den Politiker zu veräußern.

Wie wir vor wenigen Tagen berichteten, hat Toralf Schnur den Antrag gestellt, das knapp 300 Quadratmeter große Grundstück neben dem Toilettenhäuschen am Hafen zu kaufen, um dort einen Angelladen zu bauen. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte mehrheitlich dafür, in dieser Woche sollen die Mitglieder des Hauptausschusses ihr Okay geben und die Stadtvertretung dann in ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 21. Mai.
Eine Ausschreibung für das Grundstück gibt es nicht. „Nein, weil wir auch nicht die Absicht hatten, es zu verkaufen“, sagte Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) gestern auf Nachfrage von WsM.

Schnur habe den Antrag gestellt und die Mitglieder des Finanz- und Grundstücksausschusses forderten die Verwaltung auf, eine entsprechende Vorlage zu erarbeiten. Das, so Norbert Möller, war bei dem Antrag eines anderen Investors nicht so. Der hatte es unter anderem auch auf dieses Fleckchen Erde abgesehen, aber umgehend eine Absage kassiert. Unter anderem, so der Bürgermeister weiter, weil es sich um ein ziemlich kompliziertes Grundstück handele. Nicht nur, weil es als Grünfläche sehr gut in das Gebiet passe, sondern weil tief in der Erde dieses Areals jede Menge Versorgungsleitungen liegen.

„Wie kann das bitte sein. Bürger XY will das Grundstück haben, bekommt aber eine Abfuhr und ein Herr Schnur soll es jetzt ohne jede Ausschreibung kaufen dürfen. Schlimmer geht’s nimmer“, so ein Stadtvertreter gegenüber WsM.

Um es noch einmal eindeutig zu sagen: Rechtlich gesehen kann die Stadt ein Grundstück ohne Ausschreibung verkaufen. Muss sie aber nicht. Rechtlich gesehen, kann Herr Schnur einen Antrag auf den Kauf eines Grundstückes stellen. Und rechtlich gesehen, können die Stadtvertreter ihm das Areal zusprechen, obwohl ein anderer Investor keine Chance hatte, diese Fläche zu bekommen. Rechtlich gesehen….

Grundstück


4 Antworten zu “Unmut über beabsichtigen Grundstücksverkauf wächst”

  1. Fred W. sagt:

    Es sind ja bald Wahlen, mal sehen wie hoch diesmal die Beteiligung der Wähler sind.
    Da kann der normale Bürger nur den Kopf schütteln.

  2. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Kopfschütteln Ist schon fast zu aufwendig. Die Begründung des Bürgermeisters für die mögliche Grundstücksveräußerung an den Stadtverordneten Schnur , vor allem aber die angeführten Gründe für die Ablehnung des anderen Bewerbers, muß den Eindruck erwecken, als halte man die Warener Bürgerinnen und Bürger für mindestens ziemlich naiv. … Eine äußerst bemerkenswerte Umgangskultur mit dem niederen Wahlvolk. In der Tat, die nächste Wahl kommt bestimmt.!!

    Heinz-Peter Schifflers

  3. Ralf Huth sagt:

    Das liebe ich so an diesen gut recherchierten Artikeln von WsM, populistisch und meinungsbildend. Welcher Stadtvertreter hat sich Ihnen gegenüber geäußert?

  4. D. Schwartz sagt:

    Sehr gern schaue ich täglich bei WsM vorbei. Ich bin von Ihrer präzisen und klaren Berichterstattung begeistert! Einige Artikel lösen selbstverständlich Kopfschütteln und Fragezeichen in den Augen aus… Manchmal frage ich mich, wie wohl Herr T.Schnur auf die ihn betreffenden Artikel reagiert. Ob er sich ungerecht behandelt fühlt oder aber sich schämt? Er, der so gern lautstark gegen „Ungerechtigkeiten“ vorgeht… Ich hatte schon, als seine reißerischen Artikel groß und breit sich in den Vordergrund drängend unübersehbar die Zeitungen schmückten, kein rechtes Vertrauen in diesen unsagbar „lauten“ Stadtvertreter. Gut, dass ich die Wahl habe!
    Ich wünsche mir, dass Ihre Beiträge weiterhin offen und aktuell den Weg in die Öffentlichkeit nehmen. Herzlichen Dank dafür und bitte weiter so!
    D. Schwartz

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