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Warener Zusteller hortet hunderte Briefe im Keller

5. Februar 2020

Schon wieder! Nachdem erst Mitte Januar mehr als 200 nicht zugestellte Briefe des Nordkurier-Zustelldienstes in Buchholz im Müll gefunden worden sind (WsM berichtete), gibt es jetzt einen neuen Fall: Nach Hinweisen hat die Polizei in dieser Woche in einem Mehrfamilienhaus in Waren hunderte Briefe, Großbriefe, Zeitschriften und kleine Päckchen entdeckt. Sie lagen in einem Sack sowie mehrere Kisten in einem Kellervorraum. Auch bei diesen nicht zugestellten Sendungen handelt es sich um Post, die von der Nordkurier-Mediengruppe verteilt wird. Das bestätigte die Polizei Neubrandenburg auf Nachfrage von “Wir sind Müritzer”.

Gelagert haben soll die Briefe ein 29 Jahre alter Mann.  Ersten Ermittlungen zufolge war er mit der Zustellarbeit offenbar überfordert. Die Postsendungen hat er im Zeitraum von Ende Dezember bis Anfang Februar nicht ausgetragen. Sie sollten an Adressen im Bereich Peenehagen, Falkenhägener Weg, Wieseneck sowie Amtsbrink in Waren gehen. Ob auch Sendungen geöffnet wurden, ist derzeit noch unklar.

Gegen den Zusteller wird wegen des Verdachts der Unterschlagung und der Verletzung des Briefgeheimnisses ermittelt.

“Wir sind Müritzer” bei der Nordkurier-Mediengruppe nachgefragt: „Wir arbeiten bei der Aufklärung dieses ärgerlichen Vorgangs eng mit der Polizei zusammen und bedauern sehr, dass es für unsere Kunden zu Unannehmlichkeiten gekommen ist. Wir bitten alle Betroffenen aufrichtig um Entschuldigung. In einem Unternehmen mit knapp 1000 Zustellern lassen sich solche Fälle leider nicht völlig ausschließen. Ich kann versichern, dass jeder Fall von uns genau analysiert wird. Die Nordkurier Logistik arbeitet täglich mit großem Engagement dafür, dass mehr als 100.000 Sendungen pro Tag bei unseren Kunden ankommen, bei Wind und Wetter. All diesen Kolleginnen und Kollegen, deren Arbeit durch Vorfälle dieser Art ungerechter Weise in Misskredit gebracht wird, verdienen unsere Anerkennung”, so Marion Richardt, Leiterin Kommunikation der Gruppe.

 


14 Antworten zu “Warener Zusteller hortet hunderte Briefe im Keller”

  1. Schober sagt:

    Dann zahlt den Zustellern mal ein angemessenes Gehalt unter teilt die Touren do ein, dass die Zusteller das durch an einem normalen Arbeitstag schaffen können. Seit dem der Nordkurier auch die Hermes- Lieferungen übernommen hat, läuft da einiges schief. Schon alleine, was für Zusteller bei einem vor der Tür stehen, ist gruselig. Vielleicht sollte der Nordkurier mal vernünftige Leute einstellen. Und mit einer Entschuldigung für nicht zugestellte Briefe ist es oftmals nicht getan. Behörden versenden gerne mit dem Nordkurier. Was, wenn da Terminsachen dabei waren? Leider ein Beispiel für Personalmißbrauch, Dumping, Mißwirtschaft und Fehlplanung. Das ist Nordkurier.

    • Hermann W. sagt:

      Ins Schwarze getroffen. Mich würde einmal interessieren ob der Nordkurier auch auf Ihren Brief eine schnelle Antwort findet.

    • A. D sagt:

      Angemessenes gehalt 😂😂😂😂 fast jeder Zusteller hat nicht mal ansatzweise die Stunden an Arbeit, wie die im Vertrag stehen… Wenige verdienen mehr als an Stunden angegeben. Das ist einfach kein Bock haben!

      • Ü 50 sagt:

        Wer nur Mindestlohn zahlt, bekommt auch nur Mindestarbeitsleistung.Die ständige Personalsuche des Nordkurier’s spricht Bände.
        Die viel zu großen Touren-gebiete können die Mitarbeiter gar nicht schaffen und deshalb sind die Leute auch nicht mehr motiviert.
        He Leute !! Ihr habt euch vor 30 Jahren für diesen Menschenverachtenen Kapitalismus freiwillig entschieden und nun müsst ihr auch damit leben.

    • oscar sagt:

      Ich glaube, dass trifft den Kern. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, der NK will mit Macht expandieren. Das Hermes Geschäft wurde an Land gezogen, aber viele Zusteller sind weder qualifiziert, noch werden sie angemessen bezahlt. Unser Zusteller ist ein gutes Beispiel, den der ist TOP. Aber nach den Stunden, die er macht,müßte er ein Großverdiner sein.
      Übrigens bei anderen Logistikern sind Führungszeugnisse gefragt und normal, wenn jemand eingestellt wird.
      Ich glaube, dass geht nicht lange gut, zumal Amazon einen Großteil der Sendungen mit Hermes verschickt und dazu noch in einer sehr engen Zeitschiene.
      Die Stellungsnahme vom NK zum Vorfall ist allgemeines Beruhigen und ist für die nächsten Vorfälle dieser Art einfach zu kopieren.

  2. N. sagt:

    Seit dem der NK. bei Hermes u. dem Blitz eingestiegen ist,hat die Qualität extrem abgenommen! Den Zusteller wurde so viel aufgebrummt das sie es zur gewohnten Zeit nicht mehr schaffen. Beschwerden haben auch nicht gefruchtet. Schließlich haben wir nach Jahren den Nk gekündigt! Vieleicht sollte die Gier u. Gewinn nicht im Vordergrund beim Nk stehen🤣 Die Angestellten sind leider die Dummen die es ausbaden.

  3. K.D. sagt:

    Ich denke die Mitarbeiter stoßen an ihre Grenzen, was aber natürlich nicht zu entschuldigen ist. Aber Post und Pakete, viele sind Überarbeitet und wenn man dann sieht wie sie entlohnt werden ist es mega traurig. Denn eins ist Fakt bei Wind und Wetter bringen sie einem die Post als auch die Pakete nach Hause und ich betone nicht nur leichte Pakete sondern auch Möbel mit unter. Ich denke wenn eine ordentliche Planung und eine bessere Bezahlung vor liegt wären die Mitarbeiter motivierter. Es ist ein echt harter Knochen Job!!!
    Und ja die Bekleidung bei einigen Mitarbeiter geht gar nicht. Da muss das Unternehmen einfach aber selbst drauf achten.

  4. Landei sagt:

    Die Bezahlung ist das eine, wenn die nicht stimmt ist vieles im Argen.
    Aber hier ist Macht & Gier das Gebot in der Geschäftsebene.
    Ich wohne mittlerweile 6 Jahre in Waren und mindestens so lange gibt es auch schon Probleme mit der Zustellung des Anzeigen Kuriers und seid dem die den Blitz auch noch übernommen haben wird auch der nicht mehr Regelmäßig zugestellt. Im Gegenteil wenn man sich Beschwert wird man Belogen & bekommt auch noch die Antwort man habe auf Kostenlose Zeitungen keinen Anspruch. Und da wäre mal die Frage zu stellen ob man das den Anzeigen-Kunden auch so erklärt, Antwort NEIN denn das Geld braucht der Verlag ja selbst wenn dem Kunden suggeriert wird das Anzeigen in jedem Haushalt gelesen werden können. Selbst die Supermarkt Ketten die Ihre Werbung mit den Zeitungen verteilen lassen werden so Belogen und dafür erhalten die Verlage gutes Geld.
    Ich kann Zusteller verstehen wenn das Gehalt nicht stimmt, aber das Arbeitsmittel Fahrzeug ist schon eine andere Nummer als wie ich es über Jahre selbst habe erledigt. Ich bin als Zusteller jeden Tag 6Km zu Fuß mit dem Handwagen und am Mittwoch und Samstag zweimal die selbe Strecke und da habe ich so manches mal über 200 Kg an Papier bewegt, fest gezurrt mit Spanngurten und wir haben nicht den Lohn dessen bekommen was es heute gibt.

  5. Mario sagt:

    Punkt 1: Der Vorgang ist nicht entschuldbar. Die Überforderung und Unterbezahlung kann höchstens eine Erklärung dafür sein.
    Punkt 2: Wir sollten uns alle an die eigene Nase fassen. Das Onlinegeschäft brummt ohne Ende, dadurch bedingt müssen immer mehr Pakete an den Mann gebracht werden. Aber kaum jemand ist bereit, dafür angemessene Versandkosten zu bezahlen. Von den ganzen Retouren mal ganz zu schweigen. Wenn wir also wollen, dass die Zusteller endlich fair behandelt und bezahlt werden sollen, dann müssen wir auch bereit sein, für diese Dienstleistung deutlich mehr Geld zu zahlen. Da bin ich gespannt, wer da mitspielen würde… Betrifft übrigens auch diverse andere Branchen. Erst wird tierisch gemeckert, dass die Arbeitnehmer unterbezahlt sind. Aber wenn es denn heißt, dass die Gehaltserhöhungen auf die Preise umgeschlagen werden, dann wird noch kräftiger gejammert.

    • Anton sagt:

      Erstmal sollte der Chef die Stunden bezahlen die auch wirklich gearbeitet wird. Die reinen Postzusteller arbeiten weniger als sie verdienen.

      Stress und Druck, wo?

      Empfehle jeden mal zu dp zu wechseln, das ist nämlich Arbeit!

  6. Regimekritiker sagt:

    Bei allem Verständnis für die berechtigten Kritiken einiger Vorredner, aber noch ist es so, dass zum Abschluss eines Vertrages immer noch zwei Parteien gehören. Auch wenn die Arbeitnehmerrechte dank “Agenda 2010” massiv eingeschränkt wurden, gibt es immer noch die Möglichkeit, sich gegen asoziale Beschäftigung zu wehren. Auch wenn man Sozialleistungen bezieht, ist das möglich, ohne dass man sanktioniert wird. Voraussetzung ist natürlich, dass man seine Rechte kennt. Dank Internet ist die Recherche heute recht einfach. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, oder eine Rechtsschutzversicherung sind auch sehr hilfreich. Dann sollte man wissen, was im Arbeitsvertrag festgeschrieben werden soll und was nicht. Wenn es zu Problemen kommt, sollte man natürlich die sprichwörtlichen Eier in der Hose haben und diese klären, schließlich ist man Vertragspartner und nicht Knecht. Auch wenn viele meinen, andere, wie z.B. die Politiker, müssten es richten, wird das nie passieren. Die sind ausschließlich für die Befindlichkeiten der Wirtschaft zuständig. Im günstigsten Fall ist der Arbeitgeber Tarifgebunden. Aber selbst dort muss man bei Verstößen selbst aktiv werden. Jedem sollte auch klar sein, dass er, wenn er sich alles gefallen lässt, auch die Norm für andere versaut, die den Anspruch erheben, nach geltendem Arbeitsrecht beschäftigt zu werden.

  7. Petra Ilona sagt:

    Das Problem “unzuverlässig”gab es beim NK schon vor Jahren. So wurden von 21 von mir versendeten Einladungen 5 nie zugestellt, eigenartigerweise alle in den “Westen” und somit ausserhalb des NK-Einzugsgebietes. Von der Unzuverlässiger bei der Blitzverteilung mal ganz abgesehen, denn die Kunden zahlen viel Geld dafür dass Ihre Anoncen und Werbungen rechtzeitig in die Haushalte kommen. Würde mich schon mal interessieren wie der NK das packen will.

  8. Elimar sagt:

    Ich finde auch, dass der Nordkurier seine Zusteller ordentlich bezahlen soll und ihnen nur Schaffbares abverlangt. Treppen rauf im Laufschritt und runter im Galopp. Dass sie Hermes-Lieferungen übernommen haben, zeigt, dass sie die Martkwirtschaft so richtig verstanden haben. Der Billigste! Wundert mich nicht, dass wir schon jahrelang keinen Blitz mehr bekommen. Aber der war fast nur Werbung – schade um die vielen Bäume dafür. Dabei kann also nichts weiter eingespart werden, um die Löhne zu verbessern. Ich habs: Den Nordkurier selbst könnten sie noch dünner machen, weiter mit Werbung auffüllen. Platz für Eigenrecherchen wird so gut ersetzt. Das spart Lohnkosten für zu teure Journalisten. Längere Kündigungsfristen und höhere Kosten für Klitzekleinanzeigen sicher trotzdem gute Geschäfte. Und die Werbung mit Gratisexemplaren, wenn man dem automatischen Verlängern der Lieferung zu den bekannten Konditionen zustimmt, ist noch lange nicht richtig aggressiv. Bei uns rufen die Drücker nur alle zwei Wochen an. Da geht noch was.

    • Peter sagt:

      Ordentlich bezahlt… Wenige arbeiten überhaupt die Stunden, die bezahlt werden. D. H für diese lächerliche arbeit ist das vollkommen ok. Der AG sollte die Tagestouren lieber überdenken.