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Warum die Müritzfischer jetzt auch als Gärtner erfolgreich sind

2. Juli 2016

MF4„Ich fahre mal schnell zu den Fischern ein paar Tomaten kaufen.“ Hört sich jetzt nicht unbedingt logisch an, ist in Waren aber Realität. Denn seit wenigen Tagen gibt es die Müritzfischer-Tomate und die gedeiht gleich neben den großen Becken, in denen sich afrikanische Welse tummeln.

„Aquaponik“ heißt das Pilotprojekt und bedeutet nichts anderes als die Kombination von Fisch- und erdenloser Pflanzenzucht. Und das Ganze ökologisch sinnvoll und ohne irgendwelche Pestizide.

Einer, der die Vorteile der neuen Anlage vis à vis des Fischkaufhauses bestens erklären kann, ist Mathias Anton. 28 Jahre jung und studierter Agrar- sowie Fischexperte, zeichnet er für das Projekt verantwortlich und sprüht regelrecht vor Begeisterung, wenn er über „seine“ Fische und Pflanzen erzählt.

MF1„Wir nutzen für die Fischzucht und die Tomaten beispielsweise einen Wasserkreislauf. Durch die erdenlose Pflanzenzucht gibt es kaum Krankheitserreger, wir können auf Chemikalien und Pestizide verzichten“, erklärt Mathias Anton die Vorzüge.
Rund 600 Tomatenpflanzen wachsen derzeit in der Aquaponik-Anlage. Im April erst 60 Zentimeter groß, ragen sie nun schon rund drei Meter in den Gewächshaushimmel. Und natürlich wird auch bei der Bestäubung auf natürliche Mittel zurückgegriffen: Zwischen den Pflanzen summen jede Menge Hummeln und machen ihre Arbeit.

Und dass die Müritzfischer-Tomaten richtig gut schmecken – übrigens nicht nach Fisch – zeigen die Kisten mit den geernteten „Paradiesäpfeln“, die in den vergangenen Tagen schon am frühen Nachmittag leer, also ausverkauft waren.
MF2„Gegenwärtig  ernten wir so um die 15 Kilo am Tag, später sollen es 30 bis 40 Kilo täglich sein. Wenn alles klappt können wir mit der entsprechenden Beleuchtung von Februar bis Anfang November ernten“, erklärt der Experte, der in der etwa 600 Quadratmeter großen Anlage auch auf ausgefeilte Technik setzen kann. Ganz ohne Handarbeit geht’s aber trotzdem nicht. Wie im Garten auch, müssen die Pflanzen ausgegeizt werden, und fürs Pflücken gibt’s ebenfalls noch keinen Roboter.

Wichtig ist die moderne Technik aber auch für die vielen Daten, die erfasst und letztlich ausgewertet werden. Denn es handelt sich um ein so genannten INAPRO-Projekt des LeiBnitz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Aber, Daten hin und Daten her: Wichtig ist für die Müritzfischer, dass es den Kunden schmeckt. Und die holen sich in Eldenburg jetzt eben nicht nur Zander, Barsch, Wels und Co., sondern neuerdings auch saftige Tomaten.

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2 Antworten zu “Warum die Müritzfischer jetzt auch als Gärtner erfolgreich sind”

  1. Bernd sagt:

    Dieses Projekt ist Zukunftssicher und ökologisch völlig vertretbar für die Müritzregion , darin liegt die Zukunft !
    Natur verstehen und Nutzen !
    Man sollte solche Projekte in Zukunft weitaus mehr fördern !

  2. W sagt:

    Zwar ist es kein Geheimnis, Tomaten als Hydrokultur zu ziehen, die Kombination mit der Fischzucht aber interessant. Sicher kann man damit nicht in einen Preiskampf mit holländischen Wasserbomben treten. Aber als Bereicherung unseres regionalen Gemüseangebots eine schöne Idee. Der Aufwand pro Frucht scheint mir enorm hoch. Umsomehr mehr hoffe ich, dass das Experiment glückt, die ökologischen Vorteile real sind und nicht nur ein, leider allzu oft angewendeter, Marketingtrick. Ich schaue bald mal vorbei.

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