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Wasserweg nach Berlin soll im November und Dezember frei sein

3. August 2019

Manchmal ist es auch gut, wenn sich Bauarbeiten verschieben. In diesem Fall betrifft das die Erneuerung der Schleuse Strasen südlich von Mirow an der Müritz-Havel-Wasserstraße. Diese soll nun erst ein Jahr später als geplant – also im Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 –  modernisiert werden, wie „Wir sind Müritzer“ jetzt beim zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt erfuhr. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Der seit langem gesperrte Wasserweg zwischen der Müritz und Berlin kann dann im November 2019 und mindestens bis Weihnachten wieder geöffnet werden. Damit Charterfirmen und andere Betroffene ihre Boote von Süden nach Norden bekommen oder umgekehrt, begründete ein Sprecher des zuständigen Amtes in Eberswalde die überraschende Maßnahme. Denn die Mängel an der „Sorgen-Schleuse“ Zaaren sind nun doch nicht so groß, wie ursprünglich befürchtet. So müssen die Betonteile doch nicht nochmal neu gegossen werden, wie eine genaue Vor-Ort-Prüfung ergab.

Somit können die Stahlbauarbeiten losgehen und sollen bis in den Herbst hinein so fertig werden, dass auch Maschinentechnik in Zaaren schon installiert werden kann. Ziel ist es, wie beschrieben, ab November eine Durchfahrt so zu ermöglichen, dass bis zur Müritz auch keine andere Schleusenbaustelle im Weg ist. Das ist auch dringend nötig, denn weil der Elbe mehr als zwei Meter Wasser fehlen ist auch der 200 Kilometer längere Umweg über die Müritz-Elde-Wasserstraße nicht mehr schiffbar.

Vermutlich nach Weihnachten soll dann die Steuerungstechnik möglichst so passgenau installiert werden, dass Zaaren auch ferngesteuert werden kann. Und wenn alles glatt geht, könnten sogar schon vor der Hauptsaison 2020 Durchfahrten möglich sein, aber da hält sich das Amt mit Prognosen lieber noch zurück.

Durchaus verständlich. Erst sollte die Zaarener Schleuse nämlich schon im Mai 2019 fertig sein, dann im August 2019, dann erst im Sommer 2020. Die nun avisierte Öffnung im November ist jetzt die vierte Verschiebung – und es soll die letzte sein, sagte der Sprecher.

Seit Ende 2018 werden in Zaaren die „Schleusenhäupter“ – also die Eingangstore von jeder Seite – von Grund auf saniert. Anfangs war die Munitionsräumung der kilometerlangen Zufahrt für Lkw – die Waldgegend war Trainingsgebiet für russische Truppen – das große Problem, dann Bauverzögerungen und Wetterunbilden wie Blitze, die das Betonwerk lahmlegten. Insgesamt wird mit Kosten von bis zu 3,5 Millionen Euro gerechnet. Die zusätzlich noch an der Schleuse Steinhavel geplanten umfangreichen Neubauarbeiten stehen der Öffnung ebenfalls nicht im Weg, hieß es.


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