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Weihnachten im Warener Hospiz – Kein Trübsal, sondern viele festliche Momente

24. Dezember 2022

Weihnachten – das Fest der Familie. Gemeinsam Zeit verbringen, Singen, lachen und natürlich gut essen. Nicht alle Menschen können ein unbeschwertes Fest verbringen. Einige haben finanzielle Sorgen, andere Streit in der Familie, manch einer ist ganz alleine, und leider gibt es auch Menschen, für die es wahrscheinlich das letzte Weihnachtsfest sein wird. Sie sind schwer krank, unheilbar krank.
Die Mitarbeiter des Warener Hospizes betreuen auch über die Feiertage zehn Frauen und Männer, die keine Aussicht auf Heilung haben. Trübsal wird im Hospiz „Müritzpark“ aber trotzdem nicht geblasen. Weder zu Weihnachten, noch an anderen Tagen. Es wird gelebt. So normal wie möglich. Und dazu gehört auch ein Weihnachtsfest mit allem, was dazu gehört.

Hospiz-Chefin Claudia Bajorat und ihre 18 Mitarbeiter haben bereits für eine schöne Adventszeit gesorgt. Mit Weihnachtsfilmen, Plätzchen, Bastelnachmittagen und Musik. Am heutigen Heiligabend  wird Dr. Katrin Widmer vom SAPV-Team mit ihren Kindern im Hospiz musizieren. Abends gibt es wie in vielen Familien selbst gemachten Kartoffelsalat und Würstchen.

Für den ersten Weihnachtsfeiertag wird ein Brunch vorbereitet – für die Gäste des Hospizes und ihre Angehörigen. Für Familien, die lieber ein paar Stunden nur für sich sein wollen, gibt es einen Extra-Raum, in dem sie ungestört Weihnachten so verbringen können, wie sie möchten. „Klar gibt es auch mal Tränen, gerade, weil man weiß, dass es wohl das letzte gemeinsame Weihnachtsfest ist. Aber das sind nur kurze Augenblicke. Alle – Mitarbeiter und Angehörige – möchten eigentlich ganz normal feiern. Wir geben unser Bestes, um das zu ermöglichen“, erzählt Claudia Bajorat, die am Heiligabend zusammen mit ihren Stellvertreter Michael Ellert als Weihnachtsengel und Weihnachtsmann für viele heitere Momente sorgt (Foto). Denn so traurig die einzelnen Schicksale sind – im Warener Hospiz wird sehr viel gelacht, gescherzt, gelebt…

Kurz vor Weihnachten gab’s für die Mitarbeiter noch eine Überraschung in Form eines 1000-Euro-Schecks. Das Geld haben Mario Lehnicke, Prokurist der Gebrüder Karstens Bauunternehmungs GmbH, und Büroleiterin Andrea Reißhauer, vorbei gebracht. Während der Weihnachtsfeier des Unternehmens, in dem derzeit rund 100 Frauen und Männer angestellt sind, wurden Weihnachtsgeschenke, die in der Firma eingingen, verlost. Die Mitarbeiter haben ordentlich Lose gekauft, auch mal etwas mehr Geld gegeben, und so kamen schließlich 1000 Euro zusammen.

„Wir sind sehr überzeugt von der Arbeit der Hospizmitarbeiter und möchten das gerne unterstützen. Deshalb fiel unsere Wahl auf diese Einrichtung“, erzählte Mario Lehnicke.

Denn auch wenn ein Großteil der Kosten von den Kassen übernommen werden – fünf Prozent muss das Hospiz selbst aufbringen. Das sind für die Warener Einrichtung nach Auskunft von Claudia Bajorat derzeit rund 60 000 Euro im Jahr. Außerdem versuchen die Mitarbeiter des Hospizes häufig, ihren Gästen noch einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen. Einige Wünsche kosten Geld, andere werden von freundlichen Helfern erfüllt. Auch die Musiktherapie sowie der regelmäßige Besuch der Alpakas müssen finanziert werden. Viel Geld, das „reingeholt“ werden muss. Das ist schon in „normalen Zeiten“ überaus schwer, doch während der Corona-Pandemie haben die Mitarbeiter des Hauses zudem kaum Möglichkeiten, öffentlich auf sich aufmerksam zu machen, es gibt nur wenige Benefizveranstaltungen, die Einrichtung selbst vielen möglichen Spendern zu präsentieren ist ebenfalls nicht drin. 

„Deshalb freuen wir uns sehr über jede Spende und über diese 1000 Euro ganz besonders“, so Claudia Bajorat. In diesem Jahr wurde das Hospiz bereits vom Lions Club Müritz unterstützt, und auch ein Teil der Weihnachtslotterie kommt der DRK-Einrichtung zugute.


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