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Weitere Unternehmen sagen Warens Innenstadt adieu

11. Oktober 2018

Stirbt Warens Innenstadt langsam aus? Diese Frage stellen sich derzeit viele Einheimische nach einem Spaziergang durch die Bummelmeile. Und sie scheint berechtigt. Nicht nur, dass es nach der Schließung des Traditionsunternehmens Foto Steindorf kein Fotogeschäft mehr in Waren gibt, mit der angekündigten Schließung von „Radio Friedrich“ in der Friedensstraße verschwindet wieder ein Familienunternehmen – immerhin 73 Jahre alt – aus der Innenstadt.
Und: Weitere Geschäftsaufgaben in der Altstadt stehen bevor.

„Radio Friedrich“ will vorerst den Laden in der Einkaufsstraße aufgeben. „Unsere Werkstatt in der Bahnhofstraße bleibt erst einmal“, so Jörg Friedrich auf Nachfrage gegenüber „Wir sind Müritzer“. Er führt das Unternehmen in dritter Generation.

Das Geschäft in der Friedensstraße soll Ende Oktober/Anfang November die Türen schließen. „Leider, aber es geht nicht anders. Die Konkurrenz im Internet ist einfach zu groß, das Einzugsgebiet Waren dagegen nur für Stammkunden, die wir ja haben, zu klein“, sagte Jörg Friedrich.

Er und seine Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren versucht, gegen große Märkte und das Internet durch persönlichen, ehrlichen und guten Service anzukommen, doch das alleine reiche eben nicht. Kunden würden sich beispielsweise hier in Waren beraten lassen und dann doch im Internet kaufen. Aber auch hier müssten Mieten, Steuern und vor allem Löhne gezahlt werden.
„Wenn wir merken, dass die Werkstatt in der Bahnhofstraße 16 weiter gut angenommen wird, bleibt sie auch“, kündigte der Chef an.

Ähnlich argumentierte erst vor wenigen Wochen auch Ole Steindorf-Sabath, der sein Geschäft und sein Fotostudio Ende September aufgegeben hat.

Und auch das macht viele Warener traurig: Silke Freitag, Inhaberin des „Wollfadens“ in der Wasserstraße – einem Laden mit Seele – verabschiedet sich aus der Innenstadt. Sie will künftig vermehrt Kurse geben und an ein bis zwei Tagen wird auch verkauft – dann aber an einem anderen Standort, nämlich in den Räumen der ehemaligen Fleischwirtschaft in der Springer Straße.

Weitere Schilder mit der Aufschrift „Geschäftsausgabe“ springen den Besuchern der Innenstadt momentan entgegen, so an der Ecke Lange Straße/Schulstraße, wo ein Modegeschäft die bevorstehende Schließung publik macht.

Einige Ladeninhaber versuchen, durch Umzüge in andere Räume ihr Glück. Und wieder andere verdienen sogar schon Geld in Nebenjobs, weil sie ihre Läden zwar nicht aufgeben möchten, aber das verdiente Geld auch nicht reicht.

Die einzige Branche, die es offenbar nicht so schwer hat in der Innenstadt, ist die Handy-Sparte. Davon gibt’s im Altstadtbereich mindestens fünf Läden.

„Es dauert bestimmt gar nicht mehr lange, dann haben wir hier nur noch Handyshops und Gaststätten. Da helfen auch keine langen Einkaufsnächte. Die leer stehenden Läden werden dann wohl zu Ferienwohnungen umgebaut“, befürchtet ein älterer Warener, der die Branche aus dem FF kennt, aber noch nie so schlimme Zeiten wie heute erlebt hat.

Eine düstere Prognose, die aber auch Immobilienmakler bestätigen. „Vor wenigen Jahren haben es Läden in 1A-Lage gar nicht erst bis in unsere Schaukästen geschafft. Heute dauert es mitunter trotz bester Lage ewig, um einen Laden zu vermieten. Und nach ein paar Monaten hat man ihn dann schon wieder im Angebot“, so ein Makler gegenüber „Wir sind Müritzer“.

Quo vadis Innenstadt?


14 Antworten zu “Weitere Unternehmen sagen Warens Innenstadt adieu”

  1. Katrin sagt:

    Mich wundert es nicht, die Einwohner werden immer fauler, sitzen alle nur zu Hause vor dem Fernseher und PC und dann wird bestellt was das Zeug hält. Das kostenlose zurück schicken macht es dann ja noch einfacher das Haus nicht zu verlassen.(ruft man einfach an und das Paket wird auch noch wieder abgeholt?) Mein Mann arbeitet bei einem Paketdienst und wenn ich höre das Leute sich Klopapier, zahnpasta usw. bestellen aber einen Edeka und Norma vor der Nase haben und einen DM und Rossmann in der Stadt da fehlt mir jegliches Verständnis genauso, daß man sich Lebensmittel nach Hause bringen lässt obwohl man nur 100m von einem Discounter entfernt wohnt. Wenn der online Handel nicht etwas ändert in Bezug auf Rücksendungen das man die wieder bezahlen muss wie es mal war!, dann denke ich werden es kleine Städte immer schwerer haben eine ansprechende Innenstadt zu präsentieren. Also ich kann für mich sagen, na klar gibt es Sachen die auch ich bestelle das liegt dann aber daran das es die in der Warener Innenstadt nicht gibt aber im großen und ganzen kaufe ich alles in der Innenstadt und den Discountern. Das schlimme ist, das dann die Einwohner meckern wenn die Läden schließen weil es ja nichts mehr gibt . LEUTE GEHT WIEDER RAUS WIR HABEN SOVIEL SCHÖNE LÄDEN IN DER STADT UND NETT BERATEN WIRD MAN AUCH.

    • Inge sagt:

      Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das erklär uns mal. Wer also im Netz bestellt geht nicht mehr raus ja. Lächerlich.

      Waren ist viel zu überlaufen da bestell ich meine Rolle lieber im Netz als mir das Gedränge zu geben.
      Viele schöne Läden und gute Beratung??? Was?? Für Rentner ja, aber für junge Leute – neeeeee komm. Geht gar nicht.

      URLAUBER!!!!! Mehr will Waren nicht.

    • Helmuth sagt:

      Liebe Katrin, sie haben also in den letzten 10 Jahren ihre elektronischen Geräte bei Friedrich gekauft?
      Ihren Fotoapparat bei Steindorf, die Jeans bei Jeans Meile, Hemd bei Modepartner Schmidt und Schmuck/Uhr beim Schmuckgeschäft Kuhnert?
      Dann freue ich mich für sie, ich konnte dies allerdings nicht.
      Die Preise sind teilweise sehr viel höher und manchmal sogar wahnsinnig viel höher als im Internet oder in großen Ketten.
      Beratung benötige ich nicht, informiere mich selbst (Technik) oder frag Bekannte (Mode). Da bekomm ich immer eine ehrliche Meinung.
      Verkäufer sind in erster Linie eben Verkäufer und nicht Berater. Verständlicherweise.

      Ich finde es auch nicht schön, wenn in der Innenstadt Leerstand herrscht, aber ich benötige auch nicht obige Geschäfte.

      Und das Problem der Ladenschließungen ist ja kein Warener Problem, sondern deutschlandweit bekannt.

    • Velisco sagt:

      dafür haben sich die selben unternehmen die jetzt am heulen sind die letzten 40 jahre mangels konkurenz auf dem offlinemarkt dumm und dusselig verdient.wer nicht in der lage ist sich dem neuen medium internet zustellen ist nicht in der lage am markt zu überleben wie ebend zb radio-friedrich die nicht mal in der lage sind ein eigene internetpräsens zu erstellen.
      ein weiterer wichtiger punkt ist das fernabsatzgesetz das es mir ermöglicht ware bei nichtgelallen 14 tage (amazon 30tage) ohne wenn und aber gegen den kaufbetrag zurückzugeben.funktioniert im offline geschäft nicht.gerade bei klamotten ein unschlagbarer vorteil.
      aber wie schon gesagt,wenn diese untenehmen nicht in der lage sind sich anzupassen regelt der markt den rest.

  2. East West sagt:

    Ist es denn ein Wunder,bei den Horror Mieten??? Dann kommt dazu,das nicht das richtige angeboten wird. Kleidung,Schuhe und auch Elektronische Sachen,kauft man lieber in NB. Wenn man manche Schuläden sieht,dann steigen einem die Haare zu Berge,was die im Angebot haben.

  3. Resch sagt:

    Jeder muss halt sehen wo er bleibt.Die Geschäfte hätten sich ja auch schon lange im Onlinehandel beteiligen können man muss halt sehen wie der Markt heutzutage aussieht.

  4. Herrmann sagt:

    Hier muss man jetzt mal die Stadtvertreter fragen , was sie gegen das Aussterben der Stadt tun will ! Bisher haben es die Parteien wohl noch nicht bemerkt, denn unternommen haben sie nichts.

  5. Dirk sagt:

    Der Discouter ist genau die Todesursache für Bäcker, Fleischer…. und nun gibt es den Internethandel.
    Der wird immer gern verteufelt, wenn es um kränkelnde Innenstädte geht. Hier fehlen aber regelmäßige Anziehungspunkte: Wochenmarkt hat 3 Stände, Kaufhaus wurde aus Angst ausgelagert, Oster-oder Weihnachtsmarkt-kein Highlight. Originalität, Einzigartigkeit, einheitliche Öffnungszeiten und ja auch Parkplätze sind für eine Innenstadt lebensnotwendig. Und nicht zu vergessen ist die Werbung. Denn wenn man mal ehrlich ist,
    haben jetzt viele Warener erst vom Räumungsverkauf bei Radio Friedrich erfahren. Eine Werbeplattform für die ganze Innenstadt fehlt. Denn genau darum kauft man bei Zalando und Co, weil sie uns ständig mit Werbung bombardieren, die ich dann in Ruhe bestellen kann. Was lockt aber jemanden in die Stadt, der von 8:00-18:00 Uhr arbeitet? Vielleicht eine Werbung auf WSM, lesen doch viele oder :) ? Fragt mal bei Edeka nach, ob’s funktioniert.

  6. Migell C. sagt:

    ich würde sagen es fehlt noch ein Laden mit Kleidung die teuer sind oder vielleicht doch ein Schuhladen, ist mir Banane. Es ist doch nur für die Touris , die Stadt!!! Überlaufen, Voll und wenn du mal ein Kaffee trinken willst alles voll und teuer!!! Da trink ich lieber mit meinen Nachbarn Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Ja Waren , deine Stadt ist nur noch Mode ,Schmuck und Schuhe!!! Der Rest stirbt aus, Ade schönes Waren !!! Gruss Karsten G.

  7. Elimar sagt:

    Der online-Handel ist ein Segen für die Kundschaft, denn er diktiert scharf kalkulierte Preise und bietet jedes noch so kleine Ersatzteil für jedes Gerät an. Damit haben wir wieder die Chance, teure Geräte nicht immer wegschmeißen zu müssen, nur weil ein absichtlich zu dünner Plastiknippel abgebrochen ist. Weil wir aber immer auch den individuellen Transport für jeden Krimskram bezahlen müssen, hat der Präsenzhandel durchaus seine Chance. Zudem muss man, wenn man auf dem Dorf wohnt, nicht, jeder für sich, um Dies und das zu kaufen, durch die Gegend fahren. Das bremst bestimmt auch die Landflucht. Mitunter gefallen einem manchmal die Produkte einfach beim Vorbeischlendern und man will spontan zugreifen. Dass der Fachhändler bei dem Ordern der Produkte ein sicheres Händchen hat, darf uns mal ein paar Euro über dem üblichen Preisniveau wert sein. Das ist so gesehen, kein rausgeschmissenes Geld. Niemand verbietet den Händlern, in Flautezeiten Internetbestellungen abzuwickeln. Bei einem so auf zwei Beinen stehenden Händler kaufe ich desöftern. Er kann telefonisch bestens beraten, weil er das auch im Laden tut, hat attraktive Preise und wenn mal was daneben geht, ist sofort ein lebendiger Mensch mit all seinen Eigenschaften an der Strippe, der mehr versteht als die automatische Hotline mit „AINNSS“ bzw. „ZWWOOO“ oder „JAAA“ und „NEIN“.
    Die Läden, die jetzt hier gerade dicht machen, sind welche, bei denen ich regelmäßig schlecht beraten, in einem Fall wegen präziser Fragen hinauskomplimentiert wurde, weil, klar, nicht absehbar war, dass ich den Allerweltsmist zu Spitzenpreisen erwerben will. Zufall? Wenn nicht, liegt es wohl daran: Leider erkennen die kleinen Geschäfte nicht die Marktnischen und suchen nicht nach dem Besonderen, sondern versuchen Aldi-Sonderangeboten und Amazon Konkurrenz zu machen. Wer dieses Rennen macht, ist klar.

  8. Andrea sagt:

    Auch ich finde diese Entwicklung echt schade, muss aber auch dazu sagen, dass wir mega enttäuscht von unserem Müritz Fest waren. Hier lässt unsere Stadt echt zu wünschen übrig, auf einer Länge von ca 500 Metern nur Stände mit Müll. Wo sind unsere kleinen Handwerker geblieben? Die Straße zum ehemaligen Rundbau war zugepflastert mit „Schid from China“ und roch nach frisch ausgepackter Containerware. Das hat absolut nichts mit Müritzfest zu tun und ist sowas von Niveaulos. Dieser Markt hätte genauso gut in Sechuan stattfinden können. Dies schreckt den Mecklenburger ab in unsere schöne Stadt zu gehen. Hier können unsere Stadtvertreter sich auch echt Gedanken machen etwas zu verbessern.
    Nicht weit von Waren gibt es eine kleine Stadt namens Dargun. Hier gibt es einmal im Jahr ein Mittelalter Markt, die Organisatoren machen sich hier anscheinend viel Gedanken und wahren die Regionalität.

  9. Bille sagt:

    Die Kritik an dem Müritzfest und dem was in Waren geboten wird ….. die immer gleichen Einkaufsnächte und dieser fürchterliche Weihnachtsmarkt….. ist sicher richtig, hat aber im Grunde nichts mit dem Sterben der Innenstadt zu tun….
    Der Onlinehandel , ist genau wie große Ketten eine Konkurrenz für die kleinen Einzelhändler…., allerdings ist auch das nicht der eigentliche Grund…die einheimischen Kunden ,welche viel wichtiger als die Urlauber sind ,hat man schon vor langer Zeit vergrault……mit nicht einheitlichen Öffnungszeiten zum Beispiel….der eine öffnet um 8.00 Uhr, der nächste um 10.00 Uhr…. geschlossen wird wie manche Lust und Laune hat .. Wenn der Samstag ruhig ist geht man halt früher und die Kundschaft steht vor verschlossener Tür…..Ich selbst arbeite auch im Handel,das ist nicht immer ein Zuckerschlecken…. allerdings darf man nicht vergessen das die Kunden diesen Einheitsbrei der in Waren angeboten wird überall kaufen können…..da sollte sich der eine oder andere Mal Gedanken machen….bezahlbare Mode für junge Leute ist ein Problem , kein Laden mit vernünftigen Haushaltswaren……es ist kein Wunder das Familien in die größeren Städte ausweichen, aber als es um einen Ersatz für das damalige Kaufhaus ging ,wollte in der Innenstadt keiner was davon wissen.Alle hatten nur Angst .Was haben wir nun? Kunden die lieber nach Neubrandenburg und Rostock fahren…
    Die Geschäfte die in der Innenstadt neu vergeben werden, lassen zu wünschen übrig…..denkt man an die Lederwaren mit den großen gelben Plakaten
    ,, Alles muss raus“…… vom Tag der Eröffnung an:-(
    Warum wird so etwas geduldet? Schaufenster sollten ansprechend gestalten werden , die Außenwerbung in dieser Form passt nicht zu Waren….Hauptsache vermietet……
    Was bitte soll die Kunden locken……?
    Einen Satz zum Schluss:
    Die Händler die wirklich bemüht sind und sich um ihre Kunden kümmern, haben es schwer weil das Gesamtpaket in der Warener Innenstadt nicht stimmt…..das führt zum Leerstand…..denkt Mal drüber nach

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