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Wenn ganz plötzlich nichts mehr so ist, wie es war….

7. Mai 2015

Die kleine Madita springt fröhlich über den Flur der Kinderstation. Ihre Turnschuhe blinken, ihr lockiges Haar hüpft lustig von einer Seite zur anderen. Ein ganz normales dreijähriges Mädchen, das weder Scheu vor Fremden hat noch auf den Mund gefallen ist. Diese Normalität war für die Mutter der Kleinen noch vor wenigen Wochen ein Traum. Denn im Januar 2014 begann für sie zunächst ein ganz böser Albtraum.

Ki2„Wir haben es nicht bemerkt. Eine Bekannte meinte, dass mit Maditas Augen irgendetwas nicht stimmt. Kurze Zeit später saßen wir beim Augenarzt und von da an, war nichts mehr, wie es war“, erzählt Maren Kahlert als Mutter des pfiffigen Mädchens. Bei der damals Zweijährigen wurde ein Augentumor diagnostiziert. Noch dazu ein bösartiger.

Um das Leben des Kindes zu retten, musste sie dringend in eine Spezialklinik. Natürlich nicht alleine. Ihre Mutter war immer an der Seite von Matida, die fortan in der Berliner Charite behandelt wurde. Es folgten Chemotherapien mit allen Nebenwirkungen, die so eine Therapie mit sich bringt, eine große Operation war dennoch unumgänglich. Matida musste das betroffene Auge entfernt werden.

Inzwischen trägt die süße Maus eine Augenprothese, hat sich gut damit arrangiert, und wirkt, wie eine ganz normale Dreijährige, die es blöd findet, länger still zu sitzen. Welches Auge nicht „echt“ ist, sieht niemand. Denn genau das war eine der ersten Fragen der Mutter an die Reporterin. Und, Sie ahnen es liebe Leser, die Reporterin hat falsch getippt! Die Prothese sieht so echt aus, dass niemand erkennt, dass die heute wieder pausbäckige Madita nur noch ein Auge hat.

Zur Familie gehört zudem die große, inzwischen elfjährige Schwester Tabea. Auch sie musste mit der neuen, sehr, sehr schweren Situation klar kommen, musste viele Wochen auf ihre Mami verzichten, weil diese in der Klinik bei ihrer kleinen Schwester war, musste mit ansehen, wenn es ihrer Schwester schlecht ging und war in einem Alter, in dem sie durchaus schon einschätzen konnte, dass diese Krankheit auch ganz böse enden kann. Tabea hat gelitten. Sehr gelitten. Meistens still, um die Familie nicht noch mehr zu belasten.

Der Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik des MediClin Müritz-Klinikums, Dr. Kathrin Kintzel, hat sie sich irgendwann anvertraut und ihr von einem ganz, ganz großen Wunsch erzählt. „Einmal als komplette Familie wieder einen unbeschwerten, tollen Tag verleben, alle Sorgen und Ängste hinter sich lassen und das Ganze am liebsten im Hansapark.“

KI1Kathrin Kintzel wäre nicht Kathrin Kintzel, wenn sie dieser Wunsch nicht angespornt hätte. Denn die Chefärztin ist auch Mitbegründerin des Vereins, der sich um Familien chronisch kranker Kinder kümmert. Und dieser Verein hat unter anderem Geld von einer Läufertruppe bekommen, die beim „Run vor Charity“ an den Start gegangen ist. „Wir möchten Euch einen tollen Tag mit allem Drum und Dran im Hansapark ermöglichen“, überraschte die rührige Medizinerin gestern Tabea mit einem großen Scheck und die freut sich jetzt riesig auf den Ausflug.

Mächtig gerührt zeigten sich bei der Übergabe des Geldes gestern auch Klinik-Geschäftsführer Roland Grabiak sowie Jens Borchardt und Anja Lamster. Sie haben vor kurzem ein Benefizkonzert in der Neuapostolischen Kirche in Waren organisiert und die eingenommenen 900 Euro dem Verein zur Förderung von Familien mit chronisch kranken Kindenr überreicht. „Toll, dass wir hier heute sehen konnten, wie das Geld verwendet wird. Hier, bei diesen Familien, ist es wirklich gut angelegt“, so Jens Borchardt.

Der Verein zur Förderung von Familien mit chronisch kranken Kinder richtet auch das Diabetes-Camp aus, zu dem in diesem Jahr zum dritten Mal rund 50 Mädchen und Jungen, die an der Stoffwechselkrankheit leiden, erwartet werden.

Foto unten: Der Erlös des Benefizkonzertes in der Neuapostlischen Kirche in Waren geht an den Verein zur Förderung von Familien chronisch kranker Kinder.

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