Wo der Schweißbrenner fast neben dem Klinikbett faucht

14. November 2015

Auf3Es sieht aus wie eine ganz normale Baustelle, aber normal ist hier eigentlich gar nichts: Nur wenige Meter neben Schweißbrenner und staubigen Werkzeugen beginnt der sterile Bereich. Seit einigen Wochen entsteht am und im Warener MediClin Müritz-Klinikum nämlich eine neue Notaufnahme. Bei laufendem Betrieb eine besondere Herausforderung – für die Arbeiter genauso wie für das Klinikpersonal und die Patienten.

Dass die Bedingungen in der Notaufnahme des Warener Krankenhauses alles andere als ideal sind, ist kein Geheimnis: Zu klein, zu unübersichtlich, zu komplizierte Abläufe. Doch die Not der Notaufnahme soll  bald Ende haben.

Wie dringend nötig diese Investitionen sind, zeigt die Zahl der Patienten, die jährlich in die Notaufnahme kommen. Waren das vor rund 15 Jahren noch 4000, sind es inzwischen 16 000 in zwölf Monaten. Kein Wunder also, dass die Räume aus allen Nähten platzen und Ärzte und Schwestern an ihre Grenze stoßen.

Wie Klinik-Sprecherin Jenny Thoma erklärte, bekommt das Warener Krankenhaus in den kommenden Wochen einen eingeschossigen, etwa 450 Quadratmeter großen Anbau, in dem sechs hochmoderne und vor allem große Behandlungsräume untergebracht werden. Darunter auch ein etwa 30 Quadratmeter großer Schockraum als Herz der Notaufnahme, in dem schwer verletzte Patienten erstversorgt werden.

Neue Bestimmungen – Mehr Aufwand

Auf1Außerdem ist ein großer Aufenthaltsraum geplant, und auch für die Rettungsassistenten werden sich die Bedingungen deutlich verbessern, denn die Anfahrt der Rettungswagen ist künftig komplett überdacht –mit Platz für vier Rettungswagen gleichzeitig.

Aber nicht nur in der Notaufnahme des Müritz-Klinikums wirbeln derzeit Handwerker, auch in der bisherigen internistischen Station, die sich der Notaufnahme anschließt. Die Abteilung ist bereits komplett entkernt worden und soll zur Beobachtungs- und Diagnosestation umgebaut werden. Die 24 Betten sind für Patienten gedacht, bei denen nicht gleich entschieden werden kann, ob sie stationär aufgenommen oder in eine Fachklinik verlegt werden müssen oder wieder nach Hause können.

Alles in allem werden in den kommenden Monaten 2,2 Millionen Euro investiert, 1,2 Millionen Euro gibt das Land, eine Million Euro MediClin.

Und wie auf jeder anderen „normalen“ Baustelle auch, gab’s in den vergangenen Wochen am Klinikum die eine oder andere Überraschung. Beispielsweise mussten deutlich mehr Kabel umgelegt und neu gezogen werden, als ursprünglich geplant. Dank neuer Brandschutzbestimmungen.

Zwar müssen derzeit noch viele „grobe“ Arbeiten erledigt werden, aber auch die Datenexperten sind bereits zugange. Sie bereiten unter anderem alles für die so genannte Telepathologie vor, installieren also spezielle Datendosen. Die ermöglichen es künftig, dass Mikroskop- und Laborbefunde in Windeseile an das pathologische Institut versendet werden und die Ergebnisse genauso fix wieder im Klinikum ankommen.

Größere Probleme im täglichen Klinikbetrieb hat es durch die Baustelle nach Auskunft von Jenny Thoma noch nicht gegeben. Auch nicht beim Transport von Patienten mit dem Hubschrauber. „Wir haben im Vorfeld alles genau geplant und vorbereitet. Deshalb läuft’s fast wie beisher“, so die Kliniksprecherin.

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