Mal drei bis vier Wochen im Kurzentrum verwöhnen lassen – nett eingerichtetes Zimmer, Vollpension, Schwimmbadnutzung, immer ein Ansprechpartner vor Ort und um die eigene Pflanzen zu Hause kümmert sich auch noch jemand. Und das Ganze auf Kosten des Vermieters. Gibt’s nicht? Und ob!

Gut 60 Frauen, Männer und Familien müssen in den kommenden Monaten für jeweils drei bis vier Wochen ausziehen, bekommen dafür aber ein richtig komfortables Ersatz-Zuhause: Das Kurzentrum auf dem Nesselberg.
Es ist nicht die größte Sanierungsmaßnahme der WOGEWA in den vergangenen Jahren, aber wohl die aufwändigste. Und das hat einen Grund: In der Hainmüllerstraße 17 wohnen zumeist ältere Menschen oder Familien mit behinderten Kindern.
„Wir haben diese Maßnahme wirklich sehr lange vorbereitet. Nicht, weil die Arbeiten so kompliziert sind, sondern weil die Mieter aufgrund der Altersstruktur besonderer Rücksicht bedürfen. Da sind wir in der Verantwortung“, so WOGEWA-Geschäftsführer Martin Wiechers.
Und so war es ein Glücksfall für das städtische Unternehmen, dass man sich mit dem Kurzentrum auf dem Nesselberg einigen und für mehrere Wochen Zimmer für die Mieter buchen konnte. Mit allem, was dazu gehört. Und dennoch, ist der Aufwand für die WOGEWA immens. Nicht nur, dass die Mitarbeiter die Umzüge komplett managen, sie kümmern sich auch im Kurzentrum um ihre Mieter, sind zu den Essenzeiten da, holen Medikamente und pflegen sogar die Blumentöpfe während der Abwesenheit.

„Wir werden richtig betuddelt. Die Mitarbeiterinnen der WOGEWA, Karin Hanisch und Ruth-Ellen Schultz, sind stets und ständig für uns da, aber ohne aufdringlich zu sein“, erzählt die rüstige Rentnerin, die auch regelmäßig das Schwimmbad und das Fitnessstudio des Kurzentrums nutzt.
Ein bisschen mulmig war ihr aber schon, als sie vor etlichen Monaten von WOGEWA-Chef Martin Wiechers persönlich erfahren hat, dass sie für eine gewisse Zeit ausziehen muss. „Bei mir stehen mehr als 3000 Bücher und viel CD‘s“, begründet sie ihre Zweifel. Doch sie musste sich um so gut wie gar nichts kümmern. „Wir haben unsere Wohnungen fast so verlassen, wie sie immer waren. Um alles andere hat sich die Umzugsfirma gekümmert“, so Hannelore Cramer.
Natürlich ist die 78-Jährige gespannt, ob zum Wiedereinzug alles so steht, wie vordem. Doch sie hat Vertrauen und weiß den Service der WOGEWA zu schätzen. „Das ist wirklich nicht selbstverständlich, dass man uns hier sozusagen einen Urlaub gönnt“, sagt die Medizinerin, die auch für das Kurzentrum, das dortige Personal und die Verpflegung im Haus nur lobende Worte findet.
Aber dennoch: Hannelore Kramer freut sich auf ihre eigenen vier Wände. Die sind dann deutlich komfortabler als bisher. Immerhin investiert die Wohnungsbaugsellschaft nach Auskunft von Martin Wiechers in Sanitär, Heizung und Belüftung sowie zusätzliche Balkons mehr als zwei Millionen Euro. Ende September, so der Plan, sollen die letzten Handwerker das Feld räumen.
Foto unten: Dr. Hannelore Cramer ist sehr zufrieden mit ihrem Ersatz-Zuhause im Kurzentrum und dem Engagement ihres Vermieters.
Foto ganz oben: Dr. Hannelore Cramer hat ihr Zuhause auch vom Kurzentrum aus immer im Blick.












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