Modernes Nierenzentrum in einstigen ÜAZ-Räumen

19. November 2013

Dia2Dort, wo heute noch Baustaub durch die Luft wirbelt, wo Handwerker alte Fußböden aufbrechen und Elektriker jede Menge Endlos-Kabel ziehen, soll schon in wenigen Wochen unter sterilsten Bedingungen gearbeitet werden. Auch wenn das beim heutigen Anblick kaum jemand glauben mag, Dr. Til Faßheber ist sich absolut sicher, dass spätestens am 31. Dezember kein Schmutz mehr im Haus zu finden ist. Darf auch nicht, denn schon am 1. Januar werden die ersten Patienten in den neuen Räumen des Nierenzentrums Waren behandelt.

Nach fast 20 Jahren in der Einsteinstraße zieht die Einrichtung in die Warendorfer Straße und bietet dort sowohl Patienten als auch Ärzten und Pflegepersonal deutlich bessere Bedingungen. Nicht nur, weil im neuen Haus, das einst zum ÜAZ gehörte, wesentlich mehr Platz ist.

„Unser neues Domizil hat viele Vorteile. Zum einen stehen uns etwa 500 Quadratmeter mehr Raum zur Verfügung, zum anderen können wir durch modernste Technik und Ausstattung in Sachen Hygiene völlig neue Maßstäbe setzen. Außerdem wird es für die Fahrer, die unsere Patienten bringen und holen, durch mehr Parkplätze viel einfacher als bisher“, fasst der Nephrologe Dr. Til Faßheber zusammen. Er betreut gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Kristin Nöhring und Dr. Matthias Daut rund 150 Dialyse-Patienten in Waren, in den Saisonmonaten kommen täglich auch einige Urlauber hinzu, die aufgrund einer Nierenerkrankung eine „Blutwäsche“ benötigen.

„Durch die mehr als 1400 Quadratmeter ist es uns künftig möglich, eine eigene Infektionsabteilung für Patienten mit Hepatitis B und C einzurichten sowie ein Zimmer, in dem wir Menschen betreuen, die mit dem MRSA, also dem multiresistenten Krankenhauserreger infiziert sind“, berichtet Dr. Faßheber. Gerade Dialyse-Patienten seien nämlich besonders gefährdet, sich mit diesem gefürchteten Erreger zu infizieren.

Eigener Techniker für Dialysegeräte

In Waren gibt es insgesamt 36 Dialyseplätze. Die 150 zumeist älteren Patienten müssen in der Regel dreimal in der Woche (entweder Montag-Mittwoch-Freitag oder Dienstag-Donnerstag-Samstag) für drei bis fünf Stunden an der „künstlichen Niere“ liegen. Und das auch am Wochenende und an Feiertagen. „Die Therapien sind sehr individuell und werden auf jeden einzelnen abgestimmt“, erklärt der Mediziner. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass die Wartezeit auf eine neue Niere zwischen fünf und zehn Jahre liegt. Aber es gebe auch immer wieder glückliche Umstände, und die Nierenkranken erhalten innerhalb kürzester Zeit ein neues Organ. Immer öfter helfen Angehörige mit einer so genannten Lebendspende.

Für die Betreuung der Patienten sind im Nierenzentrum Waren neben den drei Medizinern auch 35 Pflegekräfte sowie Serviceangestellte und ein Techniker zuständig. Der sorgt dafür, dass die etwa 10 000 Euro teuren Dialysegeräte einwandfrei funktionieren und behebt kleinere Störungen umgehend. In wenigen Wochen wird er sich an ganz neue Apparate gewöhnen müssen. Denn von den alten Geräten zieht keines mit um. „Wir nehmen aus unseren jetzigen Räumen nichts mit, sondern starten hier komplett neu“, so Til Faßheber.

Der Umzug der Warener Dialyse ist nicht die einzige Neuerung im kommenden Jahr. Ab Januar wird es auch in Malchow eine Dialyse-Einrichtung mit 12 Plätzen geben, und zwar in der dortigen Reha-Klinik.

Foto oben: Dr. Til Faßheber und Annett Träger kümmern sich um ihren Patienten Heinrich Bobsin aus Plau am See.

Dia3Noch ist das neue Nierenzentrum in der Warendorfer Straße eine Baustelle. Dr. Til Faßheber schaut regelmäßig vorbei und informiert sich über den Baufortschritt.

 


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