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Ruhe und Stille in einer hektischen Zeit

27. November 2013

Mit einer außergewöhnlichen Aktion macht die St. Mariengemeinde Waren auf sich und vor allem auf den viel zu hektischen, schnelllebigen, oberflächlichen, leistungsorientierten und reizüberfluteten Alltag aufmerksam: Die Gemeinde geht ins Sabbatjahr.


SONY DSCVor einiger Zeit schrieb der bekannte Entertainer Hape Kerkeling über seine persönliche Auszeit das Buch „Ich bin dann mal weg“. Nun kann eine ganze Gemeinde keinen Pilgerweg antreten. Und doch ist es möglich, Dinge für eine gewisse Zeit ruhen zu lassen und in eine Phase der inneren Konzentration und des Kraftschöpfens zu gehen. Zu diesem Schritt hat sich die Kirchengemeinde nach einem intensiven Diskussionsprozess entschlossen.
„Nach bewegten Jahrzehnten der Gemeindearbeit gehen wir als Gemeinde mit dem neuen Kirchenjahr, vom ersten Advent 2013 bis zum Ewigkeitssonntag 2014, in ein Sabbatjahr. Damit folgen wir einem biblischen Modell. Gott selbst ruhte nach sechs Schöpfungstagen am siebten Tag aus. In Anlehnung daran erinnert das 3. Gebot, dass auch wir Menschen im Leben nicht pausenlos aktiv sein können, sondern Zeiten der Ruhe und des Auftankens benötigen“, so Pastor Leif Rother.

Und weiter: „Nach einer großen Zeit der Aktivität möchten wir uns an dem Erreichten freuen, auf Gott und sein Wort konzentrieren und neue Inspiration und Kräfte für den Weg empfangen, der vor uns liegt. Zudem wollen wir als Gemeinde mit dem Sabbatjahr ein Zeichen setzen in unserer Gesellschaft. Viele Menschen leiden unter einem hohen Leistungsdruck in der Arbeitswelt. Andere fühlen sich überflutet mit Reizen und Informationen und sehnen sich nach Orten der Ruhe und Stille. Als Gemeinde wollen wir Mut machen und Möglichkeiten schaffen, sich in diesem Trend selbstbestimmt zu verhalten“, erklärt der Pastor die ungewöhnliche Aktion.

Keine Hörspielsaison

Was aber heißt Kirchedas nun für die Gemeindearbeit im kommenden Jahr? Manches wird im Sabbatjahr einfach sein gelassen. So gibt es 2014 zum Beispiel keine Hörspielsaison in Federow und nur wenige Konzerte in den Kirchen. „Alles äußere Bauen lassen wir ruhen, und bei überregionalen Veranstaltungen erfreuen wir uns an den Ideen und Begabungen der anderen Gemeinden. Im gottesdienstlichen Leben wird es eine Konzentration auf EINE Veranstaltung am Wochenende geben.  Nur an hohen Festtagen (z.B. Heilig Abend oder Ostern) werden wir dieses Prinzip verlassen“, berichtet Leif Rother.

So versammelt sich die Gottesdienstgemeinde des Landbereiches im Winterhalbjahr mit im Stadtbereich. Im Sommer feiert die Stadtgemeinde dann an einem Sonntag im Monat gemeinsam mit der Gottesdienstgemeinde vom Landbereich in einer der Dorfkirchen den Gottesdienst. „Durch dieses verstärkte Miteinander, aber auch durch gemeinsame Mahlzeiten nach Gottesdiensten hoffen wir auf eine Stärkung unserer Gemeinschaft. Besonders gespannt sind wir auf die Gespräche mit jenen, die im ‚Stillen‘ der Gemeinde sind, weil wir sie bisher in unserer Betriebsamkeit übersehen haben.“

Die Gottesdienste und auch die Kirchenöffnungen werden im Sabbatjahr den Geist der Stille atmen und in noch stärkerem Maße zu Ruhe und Besinnung einladen. So wird es in den Sommermonaten ein regelmäßiges Mittagsgebet in der Marienkirche geben. Außerdem werden alle Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen jeweils mit einem kurzen biblischen Wort und einem Moment der Stille beginnen.

Nacht der offenen Kirche

KircheAlle Amtshandlungen aber können im Sabbatjahr wie gewohnt in Anspruch genommen werden. „Gerne stehen wir für Taufen, Trauungen, Andachten zu Ehejubiläen und Beerdigungen zur Verfügung. Auch der Konfirmandenunterricht und die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit werden, in Form und Inhalt an das Sabbatjahr angepasst, fortgeführt“, verspricht der Warener Pastor.

„Einstimmen wollen wir uns auf das Sabbatjahr mit der “Nacht der offenen Kirche”.  Am Vorabend des ersten Advent (30.11.) öffnet die Marienkirche ihre Türen zu ungewöhnlicher Zeit: Von 17 bis 22:30 Uhr sind Jung und Alt zum Verweilen in der adventlich geschmückten Kirche eingeladen. Bei Kerzenschein und ruhiger Atmosphäre ist Raum zum Innehalten und Atemholen, zum Nachdenken und persönlichem Gebet. Zu jeder vollen Stunde feiern wir eine schlichte 20-Minuten-Andacht mit Liedern aus Taizé. Parallel findet um 17, 18 und 19 Uhr ein Kindergottesdienst statt. Am zweiten Advent feiern wir dann um 9.30 Uhr in der Marienkirche einen Gottesdienst zum Beginn des Sabbatjahres.

Wir freuen uns als Gemeinde auf dieses besondere Jahr, auf alle Erfahrungen und Begegnungen und sind gespannt auf das, was Gott in diesem Jahr unter uns wachsen lässt“, so Pastor Leif Rother abschließend.


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