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Tempo 30 für Waren wieder in der Diskussion

31. August 2017

Das Thema ist noch nicht vom Tisch: Nachdem die Fraktion „Linke“ im Frühjahr den Antrag gestellt hat, für die B 192 den ganzen Tag über Tempo 30 anzuordnen, dieser Antrag aber in der Stadtvertretung noch nicht entschieden wurde, beschäftigen sich die Mitglieder des Umweltausschusses nun am kommenden Montag, 4. September, mit diesem Thema. Ausgang offen.

Die Linken begründen ihren Antrag damit, dass einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eine Lärmreduzierung von 2,7 db/(A) bringe und das entspreche einer gefühlten Reduzierung des Lärms um nahezu 50 Prozent.

Die Stadtvertretung müsse sich ihrer Verantwortung für die Gesundheit ihrer Bürger bewusst sein . Das verlange auch das Grundgesetz, in dem es heißt, dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit habe. Die Reduzierung auf Tempo 30 sei zur Zeit die einzig umsetzbare Lösung zur Entlastung der Anwohner der Bundesstraße 192.

Seit einigen Jahren gilt auf der B 192 in Waren nachts für Lkw bereits Tempo 30, die Anwohner haben eigenen Angaben zufolge aber keine spürbare Entlastung erlebt.

 


14 Antworten zu “Tempo 30 für Waren wieder in der Diskussion”

  1. Peter Sohr sagt:

    „Die Linken begründen ihren Antrag damit, dass einer
    Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eine Lärmreduzierung von 2,7
    db/(A) bringe und das entspreche einer gefühlten Reduzierung des Lärms
    um nahezu 50 Prozent.“

    Im Beitrag wird mir zu sehr schlichtweg die Behauptung ungeprüft
    hingenommen, 2,7 dB/A wären tatsächlich eine gefühlte Entlastung um
    nahezu 50%. Dem ist bei Weitem nicht so.

    Begründung:

    Die in der Akustik festgelegte Betrachtung-und Berechnungsregeln sind
    dahingehend eindeutig, als das eine Lärmreduzierung erst dann eine
    „gefühlte Halbierung“ erfährt, wenn der Lärmpegel um 10 dB gesenkt wird.
    Diese Regel ist zudem stark abhängig von der Entfernung zur
    Schallquelle, dem Pflanzen-Bewuchs und der Art und Weise der Fahrzeuge
    mit deren frequenzabhängigen unterschiedlichen Geräuschen. So wird das
    Brummen eines hubraumgroßen LKW`s quer durch das Haus als tieffrequente
    Brummen eher war genommen und stört mehr als das verhältnismäßig leise
    Surren eines PKW!
    Alles Werte die die Linke nicht im Detail liefern kann. Verallgemeinerte
    Angaben OHNE diese Betrachtungen sind lediglich ein Blick in die
    berühmte Glaskugel.
    Hier mal ein Link um sich genauer mit den Gegebenheiten der
    Akustik-Berechnungen vertraut zu machen.: —>
    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-pegelaenderung.htm

    Lautheit, Schallpegel und Hörempfinden gibt es in der Spannungs-und
    Leistungsbezogenen db Rechnung wie im Fernmeldewesen nicht. Eine reine
    mathematische Betrachtungsweise wie in einer „normalen“ dB-Rechnung ist
    hierbei also nicht anwendbar und falsch.
    Ich bitte daher dringend mal die speziellen Lehren der Akustik zu Rate
    zu ziehen. Die von den Linken in`s Rennen geworfene angebliche 2,7 db
    Senkung
    des Schallpegels wäre demnach tatsächlich nicht ganz ein 1,2-fache
    Senkung des Schallpegels, was aber noch lange nicht heißen muss, das es
    auch als 1,2-fache Senkung der empfundenen Lautheit sein muss. Daher
    kann bestenfalls die Senkung des Schallpegels um 10 dB eine Halbierung
    des Schallpegels bewirken. Muss aber laut Fletscher/Munson-Diagramm
    (https://de.wikipedia.org/wiki/Geh%C3%B6rrichtige_Lautst%C3%A4rke) nicht
    automatische auch tatsächlich eine empfundene Halbierung der Lautstärke
    darstellen.
    Da wie bekannt das Hörempfinden stark Frequenzabhängig ist, wird bei
    recht unterschiedlichen Fahrzeugtypen eine genaue Angabe von Messwerten
    nicht erfolgen können.
    Wie die Linke hierbei auf 2,7 dB kommt, möge sie mir mal rechnerisch
    darlegen! Vermutungen und Vergleichsbetrachtungen an anderen Orten sind
    nicht 1:1 auf jeden anderen Ort reproduzierbar und wie oben beschrieben
    von vielen komplexen Faktoren stark abhängig.

    Ob ein PKW oder ein LKW mit avisierten 30 km/h oder etwas mehr durch
    Waren fährt, was im derzeitigen Verkehr eh nicht geht, davon wird das
    Fahrzeug auch nicht leiser. Wenn aber ein Fahrzeug länger benötigt um
    durch Waren zu kommen, wird er zwangsweise mehr Abgase in der längeren
    Zeit ausstoßen. Dazu gibt es etliche Erhebungen die auch an der Linken
    nicht vorbei gegangen sein dürften. 2,7 db bewertet sind mit 1,2 -fach
    weniger kaum spürbar. Ein bischen mit Physik beschäftigen täte da mal gut.
    Nicht gleich alles `rausposaunen was so auf der Zunge liegt, erst mal
    fachlich überlegen bevor man Schnulli erzählt.
    Für den kleinen Weiterbildungskurs hier eine gute Einführung: —->
    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-pegelaenderung.htm

    Straßen sind die Blutadern der Wirtschaft. Bei uns eben auch. Der
    Vergleich der Durchlässigkeit zu einer Straße mit der Durchlässigkeit
    einer Blutader ist daher soweit nicht hergeholt und auch nicht neu. Wenn
    das Blut langsamer fließt oder die Blutader verstopft, fließt nicht
    automatisch mehr Blut durch die Adern. Die Durchlässigkeit muss erhöht
    werden damit es nicht zu einem Kollaps kommt. Führt endlich wieder
    überall den grünen Pfeil an den Ampeln wieder ein, damit sich der
    Verkehr wenn es wie sooft möglich ist, wieder mehr von allein entlastet.
    Die Verkehrsteilnehmer, die mit dem grünen Pfeil nichts anfangen können,
    sollten aus dem Verkehr gezogen werden. Die waren es nämlich, die dafür
    gesorgt haben, das der aus DDR-Zeiten wohl best bewährte
    Entlastungspfeil wie sooft zunehmend aus den Verkehr gezogen wurde. Und
    zwar gerade dort, wo er am meisten gebraucht wurde. Die Trasse auf 30
    km/h zu begrenzen ist der größte Schwachsinn aller Zeiten. Hier verfehlt
    der Lärmaktionsplan seine ursprüngliche Aufgabe.
    Aktionen gegen Lärm sehen anders aus und schränken nicht den Verkehr
    ein. Legt endlich einen Bypass um Waren um den Verkehr in der Stadt
    tatsächlich spürbar zu entlasten!
    Wenn dann der Verkehr in der Stadt tatsächlich weniger geworden ist und
    es nicht mehr auf die Durchlassmenge ankommt, können wir uns gern noch
    einmal über das Thema 30 km/h in der Stadt unterhalten! Dann bin ich
    wahrscheinlich mit dabei.

    Ich erwarte zukünftig eine physikalisch/mathematisch haltbare Argumentation in der Öffentlichkeit. Wenn wie durch die „Linke“ permanent das Gleiche Falsche wiederholt wird, wird es dadurch nicht richtiger !

  2. Evita sagt:

    …..Komisch. Die vielen Fahrzeuge, die sich täglich durch die Stadt schlängeln machen nur Lärm. Waren scheint eine Ausnahme zu sein, denn die Fahrzeuge verursachen scheinbar keine Abgase. Darüber liest man nämlich nichts.

    Kein Wunder, denn die vielen Eigenheimbesitzer haben alle auf Holzheizung und Kamine umgestellt. Also schön den Mund halten, was die Luftverschmutzung betrifft.

  3. East West sagt:

    Ob 30 oder 50km/h. Ist doch egal,damit hat man das gesamte Problem nicht gelöst.

  4. Mario sagt:

    Es ist ziemlich viel Theorie hier im Spiel. Wie wäre es mit zwei bis drei Probemonaten? Im Übrigen ist die Lärmbelästigung nicht die einzige Problematik. Vielleicht können mit Tempo 30 die Unfallzahlen auch etwas gesenkt werden.
    Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass eine Umgehung („Bypass“) unserer Stadt etwas bringen wird. Meine Vermutung ist, dass der allergrößte Teil der Verkehrsteilnehmer ein Fahrtziel in Waren haben.

  5. Melanie sagt:

    Wie wärs, wenn mal wieder in der kahlen Mozartstraße Bäume gepflanzt werden.
    Diese filtern Staub, Abgase und Lärm…

    • Peggy Wendt sagt:

      Das wäre sehr begrüßenswert!!!
      Leider haben Bäume in dieser Stadt, sofern sie auf öffentlicher oder kapitalgieriger Investorenfläche stehen, kaum eine Überlebenschance. Sie nehmen die Sicht, lassen immer mal was fallen, werfen Schatten und einige Exemplare werden von Jahr zu Jahr sogar größer. Sie wachsen nicht nur oberhalb der Erdoberfläche, sondern auch darunter. Und was diese fiesen Wurzeln so anrichten können, sieht man ganz deutlich zwischen Steinmole und Hafen… oder doch nicht???
      Es gab ja mal Bäume in der Mozartstr., wie in vielen anderen, jetzt kahlen und zugepflasterten, Bereichen auch.

      • Evita sagt:

        Frage mich, wie Waren den Heilbadtitel erhalten hat und noch hält. Schade, dass Bäume keine Rolle spielen. Wäre echt ein Gewinn fürs Image. Sich auf der Warener Sole ausruhen, geht doch.

  6. Roland Eifel sagt:

    Die Ausführungen von Herrn Sohr klingen logisch, nachvollziehbar, fundiert und gut sowie nachvollziehbar recherchiert.
    Leider jedoch glaube ich, das es bei der Diskussion nicht um Tatsachen, Fakten oder Argumente geht, es geht um Ideologie – es kann nicht sein, was nicht sein darf.
    Bei Tempo 30 sind die Fahrzeuge länger im Stadtgebiet unterwegs, fahren im kleineren Gang mit höherer Drehzahl und emittieren damit mehr Geräusche und Schadstoffe.
    Hauptsache aber, in Waren setzt sich politische Ideologie durch, koste es, was es wolle.
    Das mit der gleichen kruden politischen Logik, mit der eine Ortsumgehung in Form der bisher einzigen genehmigungsfähigen, ausgeplanten und damit kurzfristig umsetzbaren Variante mit einer Brücke über den Tiefwarensee mit der Brechstange gegen jede Vernunft durchgedrückt werden soll.
    Das paßt aber in die aktuelle Dieseldiskussion, PKW sind innerstädtisch nur zu 13 % am Stickoxidaufkommen beteiligt, davon machen die Abgase einen noch kleineren Teil aus. Den größten Teil machen Industrie und Hausbrandemissionen aus und vor allem die Häfen, in denen die Schiffe tagelang zur Stromerzeugung Leichtöl verbrennen dürfen. Was wäre also vernünftig? Nun, ich denke, jeder weiß es. Was macht die Politik? Dieselautos madig machen und E-Mobilität fördern. Ohne dass wir auch nur im Ansatz eine dazu passende Infrastuktur haben. Nebenbei, nach meiner Kenntnis verfügt die gesamte Erde nicht über genügend seltene Erden, die Grundlage zur Lithium-Ionen Batterieherstellung, um jeden Verbrennungsmotor-PKW einmal zu ersetzen. Davon sind auch noch 45 % der Weltaufkommen in China zu finden! Toll!!Und dann? Gangbare und bewährte Alternativen wie Brennstoffzellen und Wasserstoffantriebe passen leider nicht in das ideologische Raster.
    Prost Mahlzeit, liebe Politik, bitte denkt an unsere Kinder und Kindeskinder.

    • Evita sagt:

      Endlich spricht mal Einer die Hausbrandemissionen und co. an. Ist ja viel leichter, alles auf die Dieselautos zu schieben.
      Ich habe Waren 2016 wegen der „guten“ Luft den Rücken gekehrt.

  7. w sagt:

    Jede Partei macht sich so lächerlich, wie ihre Mitglieder es beschließen. Es ist Wahlkampf, Sinn und Unsinn stehen dabei hinten an. Selbst das Wählen des geringeren Übels wird so zur Qual. Bleibt nur, zu lachen.
    https://mueritzwaran.jimdo.com/

  8. WRN sagt:

    Ein erster kleiner Schritt wäre ja vielleicht schon , zwecks Lärm und Abgase , wenn man es hin bekommen würde , das man , bei Tempo 50 ,eine grüne Welle durch Waren hat, aber selbst auf der „Trasse“ wo 4 gleiche Kreuzungen ( T-Kreuzung) ohne Fussgängerampeln sind , klappt das zur Zeit nicht. An einer der 4 Ampeln steht man immer, wenn nicht sogar manchmal an jeder Ampel( auch bei wenig Verkehr).

  9. Micha sagt:

    So lange morgens um 5 Uhr die Kehrmaschine quer durch die Stadt fährt hat das für mich nicht den Anschein einer Beruhigung sondern eher abzocke musste schon öfters um die Zeit mit 30ig durch waren fahren hatte immer das Vergnügen mit der Kehrmaschine

  10. Evita sagt:

    Ich habe einige Jahre in der Mozartstraße gewohnt. Der neue Straßenbelag hatte zur Folge, dass die Erschütterungen über die Gullydeckel aufgehört haben. Die lauten Motoren der vielen Laster haben einen schon spätestens ab 3:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Egal was für ein Straßenbelag, Solange auch der Lärmpegel der Großfahrzeuge, egal welcher Art,
    nicht gesenkt wird, ist keine spürbare Senkung der Lärmbelästigung zu erwarten. Die Mozartstraße ist nachts eine Rennbahn.

    Warum wird nur der Lärmpegel veröffentlicht? Was ist mit der Emission?

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