
Stress derzeit nicht nur beim Winterdienst in der Müritz-Region. Auch im MediClin Müritz-Klinikum haben die Mitarbeiter seit dem Wintereinbruch deutlich mehr zu tun, als ohne Schnee und Eis. Vor allem in der Notaufnahme gibt es für das Team um Bereichsleiter Philipp Stiburek seit Mitte Januar kaum Zeit für kleine Pausen. Da müssen auf der einen Seite zahlreiche Verletzungen nach Stürzen behandelt werden, und auf der anderen viele Influenza-Infektionen, die zum Teil sehr schwer ausfallen und eine Betreuung im Klinikum erfordern. „Wir sind manchmal schon am Anschlag, es ist eine ungewöhnliche Situation“, so Philipp Stiburek auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer“.
Genaue Zahlen zu nennen, sei kaum möglich, denn nicht jeder Unfall werde auch mit Schnee und Glätte dokumentiert. „Ich denke, da gibt es schon eine Dunkelziffer“, so der Bereichsleiter aus der Notaufnahme. Alleine in der Zeit vom 13. bis 31. Januar verzeichnete die Notaufnahme des Müritz-Klinikums fast 40 Behandlungen nach Glatteisunfällen. Darunter Frakturen und Prellungen von Armen, Beinen, Becken und Nase, offene Wunden sowie Gehirnerschütterungen. Bei einigen Unfall-Patienten haben Gips und Wundnaht nicht gereicht, sie mussten operiert werden.
Besonders am 13. und am 31. Januar war das Patientenaufkommen in der Notaufnahme sehr hoch. „Am 13. Januar hatten wir schon ab 6 Uhr zehn Verletzungen nach Stürzen hintereinander. Viele davon sogenannte Wegeunfälle, die Patienten waren also auf dem Weg zu Arbeit“, berichtet Philipp Stiburek.
Hier und da hat sich in den vergangenen Tagen auch mal jemand beim Schlittschuhfahren auf dem Eis überschätzt, landete unsanft auf dem harten Untergrund und schließlich im Krankenhausbett.
Auch gestern kamen nach Schneefall und Regen wieder unglücklich gestürzte Menschen in die Notaufnahme, doch nicht so viele wie im Januar. Die Müritzer haben sich offenbar auf die glatten Wege und Straßen eingestellt.
Normalerweise werden in der Notaufnahme am Tag zu dieser Jahreszeit zwischen 30 und 35 Patienten behandelt, derzeit sind es bis zu 50. Mehr Personal steht dennoch nicht zur Verfügung – in der Regel sind drei Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz.
„Zu den vielen Verletzungen durch die Glätte kommen jetzt auch noch zahlreiche Influenza-Fälle hinzu. Das ist dann mitunter sehr aufwändig, weil die Patienten isoliert werden müssen“, erzählt der Klinik-Mitarbeiter, der die Notaufnahme wie seine Westentasche kennt und schon häufig gemeinsam mit seinen Kollegen sehr stressige Situationen meistern musste. Und auch dieses Mal schaffen sie es, der Winter ist ja vielleicht bald vorbei.
Fotos: Archiv WsM












