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Wenn die DDR für ein paar Stunden nach Waren zurückkehrt

Auf Kuschel-Kurs mit der DDR oder wie vier betagte Herren ihr Publikum auf (sozialistische) Linie bringen: DDR-Stammtisch hieß es am Freitagabend im Warener Bürgersaal, fast 400 Frauen und Männer – Altersdurchschnitt mindestens 65 Jahre – wollten hören, was der letzte DDR-Staatschef Egon Krenz, inzwischen 88 Jahre alt, Radrennfahrer Täve Schur (95), Schlagersänger Frank Schöbel (83 Jahre) und der „Jungspund“ in der Runde, Olympiasieger Waldemar Cierpinski  (75 Jahre), zu sagen haben. Die Gäste wurden nicht enttäuscht. Sie bekamen von den 341 Lebensjahren das zu hören, was sie hören wollten: Keine Kritik am Unrechtsstaat DDR, sondern eine Verherrlichung des Arbeiter- und Bauernstaates und deutliche Verachtung für den Kapitalismus, also den „sterbenden und faulenden Kapitalismus“, wie man ihn in der Deutschen Demokratischen Republik nannte.
Los ging die DDR-Glorifizierung schon, bevor die vier „Ostler“ die Bühne betraten, und zwar mit dem Song „Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jugend bau auf.“  Das Publikum jubelte zum ersten Mal, aber natürlich nicht zum letzten Mal.

Dafür, dass alles in die richtige Richtung läuft, sorgte vor allem Moderator Klaus Härtl. Er machte aus seiner Meinung über den „friedlichen, tollen“ Ex-Staat keinen Hehl, fand überschwängliche Worte für die vier Protagonisten und vermied kritische Worte über die DDR. Wäre ja auch nicht förderlich gewesen für den Verkauf der T-Shirts für 20 Euro mit der Aufschrift „Geboren in der DDR – Und das ist auch gut so“  sowie das aktuelle Buch von Egon Krenz für 26 Euro. Die Besucher ließen sich nicht lange bitten und schnappten reichlich zu.
Auch das Getränk „Grüne Wiese“ – Ostler kennen es bestens – ging an diesem Abend zigfach über den Bar-Tresen des Bürgersaales. Genau wie der einstige VEB-Rotkäppchen-Sekt. Eigentlich fehlte nur noch das Porträtbild von Erich Honecker an der Wand. 

Aber zum Glück war ja sein Kronprinz in Waren – Egon Krenz, jahrzehntelanger SED-Funktionär, zweiter Mann hinter Honecker und letztlich für kurze Zeit sein Nachfolger, also Generalsekretär des ZK der SED. Dass er 1997 wegen Totschlags zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde und davon vier Jahre absitzen musste, kam nur ganz kurz zur Sprache, nämlich, als Moderator Härtl meinte, dass ihm die Tränen gekommen seien, als er über diese Zeit im Buch von Krenz gelesen habe.
Ansonsten präsentierte sich der fast 89-Jährige eher als Unschuldslamm. Er habe nichts Unrechtes getan, und auch die Behauptungen, dass es in der Demonstrationszeit 1989 in Leipzig Panzer und einen Schießbefehl gegeben habe, stimmen seiner Aussage nicht. Im Gegenteil, der friedliche Ablauf sei auch sein Verdienst.
Seine Fans empfingen ihn in Waren mit tosendem Applaus. Ohnehin hat der einstige Staatsratsvorsitzende viele Anhänger, wie er im Gespräch mit „Wir sind Müritzer“ erzählte. So bekomme er Anfragen, ob er nicht Ehepaaren, die beispielsweise die Eiserne Hochzeit feiern, gratulieren könne, FDJ-Blusen und Pionierhalstücher erhalte er per Post, um sie zu signieren, und auch viele Mails von Menschen, die mit ihm über die „verlorene“ DDR diskutieren wollen, landen täglich im Computer des 88-Jährigen, der jetzt in Dierhagen lebt. In Waren, so sagt er, ist er regelmäßig – und zwar in der Kurklinik, um aufzutanken.

„Wir fressen, was uns vorgesetzt wird“

Auch Frank Schöbel kennt Waren. Allerdings nicht nur von Auftritten, sondern aus seiner Jugendzeit. Der 83-Jährige, den man auf höchstens 60 Jahre schätzen würde, war damals nämlich an der Müritz campen. Eine schöne Zeit, wie er sagt. Warum er beim „DDR-Stammtisch“ im Bürgersaal dabei ist? „Vor allem wegen der Promotion für meine neue CD“, gibt er offen zu, ehe Egon Krenz ihn hinter der Bühne fragt, ob er sagen dürfe, dass Beide einst im selben Viertel gewohnt haben und sich deshalb ganz gut kennen. Ohnehin wirken viele Fragen an diesem Abend abgesprochen. Ganz wie vor mehr als 35 Jahren. Überraschungen mag man nicht, deshalb wollte Veranstalter Härtl zunächst auch keine Filmaufnahmen während des Talks. Es sollte halt alles seinen sozialistischen Gang gehen.

Hat geklappt. Vor allem Täve Schur wurde in seinen Monologen nicht unterbrochen. Der Radrenn-Star entpuppte sich als DDR-Hardliner, nahm kein Blatt vor den Mund, sagte, wie schlimm es sei, dass es die Deutsche Demokratische Republik nicht mehr gäbe und wie schrecklich er die heutige Zeit empfinde: „Wir fressen, was uns vorgesetzt wird.“ Zu Waldemar Cierpinski soll er sogar gesagt haben: „Ich werde 100 Jahre alt, damit ich diesem Kapitalismus lange schaden kann.“ Schur war in der DDR nicht nur Vorzeige-Sportler mit allen erdenklichen Privilegien, sondern 32 Jahre lang auch Volkskammer-Abgeordneter – für die FDJ, die SED und dann für die PDS. Für die zog er 1998 sogar in den Bundestag. „Eigentlich wollte ich das gar nicht, aber als ich gehört habe, was die für Geld bekommen, habe ich Ja gesagt“, gab er in Waren freimütig zu.

Waldemar Czierpinski, zweifacher Olympiasieger im Marathon, lobte vor allem die Förderung des Sports in der Deutschen Demokratischen Republik und nannte das, was mit der DDR gemacht wurde, eine Schande. Unvergessen die Begeisterung des verstorbenen Sportmoderators Heinz Florin Oertel, der 1980 beim Zieleinlauf von Cierpinksi bei den Olympischen Spielen in Moskau rief: „Liebe jungen Väter oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“
Der Marathonläufer selbst stand nach der Wende mehrfach im Verdacht, für die Stasi gearbeitet und auch gedopt zu haben.

Frank Schöbel wirkte während der Gesprächsrunde fast zurückhaltend, was die Einschätzung der DDR angeht, ulkte in seiner bekannt lockeren Art etwas herum, beklagte aber auch, dass man Ost-Künstler nach wie vor nicht unbedingt haben wolle, Einladungen in große Sendungen seien eher selten. Vielleicht auch deshalb sein neuer Ost-Song auf der CD, in dem es im Refrain heißt: „Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter.“ Klar, dass die Zuschauer schnell mit einstimmten, als er den Titel musikalisch vorstellte.

Fehlt die Aufarbeitung?

Ohnehin zeigte sich das Publikum fast durchweg begeistert … inklusive stehender Ovationen. Nur zwei Warenerinnen verließen den Saal bereits vor der Pause – sie konnten das, was dort gesagt und wie darauf reagiert wurde, nicht mehr ertragen.
Aber eben nur zwei. Viele Gäste stürmten in der Pause auf die Bühne, ließen sich Fotoalben, sogar Briefmarkensammlungen, Shirts und Karten signieren, schlugen Egon Krenz auf die Schulter, machten Selfies mit ihm und meinten sogar: „Schade, dass Sie nicht mehr unser Staatschef sind und es die DDR nicht mehr gibt.“

Das alles mag für viele Menschen befremdlich klingen. Ist es auch, vor allem für jene, die unter den fürchterlichen Repressalien im nicht mehr existenten deutschen Staat gelitten haben.
In einem muss man den vier Stammtisch-Rentnern aber zumindest etwas Recht geben: DDR-Bürger wurden zur Wende zum Teil überrumpelt, Geschäftsleute und Politiker von der anderen Seite nutzten das aus. Noch heute fühlen sich viele „Ossis“ als Menschen zweiter Klasse. Und vor allem: Es gab nie eine richtige Aufarbeitung der DDR-Geschichte, insbesondere der Wendezeit. Beziehungsweise, man überlässt die Aufarbeitung jenen, die kein Interesse daran haben, dass wirklich alle Fakten auf den Tisch kommen. Hinzu kommt, dass sich die Menschen in der aktuellen politischen Weltlage nach Sicherheit und Frieden sehnen. Beides, so meinen sie, gab es in der DDR, und vergessen dabei die erschossenen Frauen, Männer und Kinder an der Grenze, die unzähligen Stasi-Inhaftierten sowie den Staat, der sie eingesperrt, bevormundet und drangsaliert hat.

Und so werden Egon Krenz und Co. wahrscheinlich auch noch in den nächsten Jahren ganze Säle füllen und sich in vergangenheitsgeprägter Bewunderung sonnen können. Vorausgesetzt, die Fans zahlen 35 kapitalistische Euro Eintritt und geben auch noch ein bisschen von ihrem Profit für Bücher und T-Shirts aus.  

                                              Mit sozialistischen Grüßen und beobachtet von Antje Rußbüldt

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25 Gedanken zu „Wenn die DDR für ein paar Stunden nach Waren zurückkehrt“

  1. Danke für den Bericht. Genauso habe ich die Veranstaltung erwartet. Deshalb sind sicher auch nur die Getreuen dort hingegangen. Die DDR war ein Unrechtsstaat ist ist zum Glück Geschichte.

  2. Natürlich war nicht alles gut und richtig, aber lebenswert, weil der Friedensgedanke Vorrang hatte. Heute gibt es den Friedensgedanken nicht mehr, wir haben eine Kriegsrhetorik, Wohlstand im Krieg gibt es nur für Wenige. Auf keinen Fall für das Volk.

    1. Der Frieden in der DDR ist eine falsche Erzählung. Der Zwang zur vormilitärischen Erziehung? Der Zwang, in der NVA zu „dienen“, oft fernab der Familie? Kampfgruppen?
      Schwerter zu Pflugscharen zu tragen und für Sozialen Friedensdienst zu sein, führte u. a. zu Exmatrikulationen im „Friedensstaat”.

    2. Heute darf man gegen die Wehrpflicht demonstrieren. Wie wäre da wohl in der DDR die Reaktion der Staatsorgane gewesen? Ich tippe mal auf Gelbes Elend…

    3. „Friedensgedanke“ – was für eine Lüge! Das SED-Regime hat über die gesamte Zeit seiner Herrschaft Krieg geführt. Krieg gegen das eigene Volk, gegen jeden, der anderer Meinung war und diese vertrat. Krieg gegen jeden, der dieses Land verlassen wollte.

  3. Ach du grüne Neune, wie furchtbar! Warum gibt man solchen Verherrlichern eines Stasi-Unrechtsstaates so ein Podium? Aber es scheint wohl ein geschichtsvergessenes oder -unkundiges Publikum zu geben, dass nach den Glorifizierungen einer zu Recht untergegangen DDR lechszt. Was für arme Menschen!

    1. Ja, in der DDR war nicht alles Gold, was glänzte. Ist es heutte anders? Oder sollte ich fragen, „was haben Sie im Geschichtsunterricht gelernt oder gemacht?

      1. @R. Fiebelkorn:

        Einen Unrechtsstaat, ein Regime der alten Männer, ein Land ohne Freiheit und ohne Demokratie mit unserem heutige Land gleichzusetzen ist grotesk. Natürlich ist heute nicht alles Gold, was glänzt. Darum geht es auch gar nicht. Wir sind eines der freiesten Länder dieser Welt! Darum geht es.

  4. Einfach nur ekelhaft und abartig.
    Warum wurde der Schießbefehl nicht erwähnt, die Ermordeten an der Grenze die nur in die Freiheit wollten, die Menschen die eingesperrt wurden nur weil sie gegen das widerliche System waren?
    Warum dürfen diese Leute sich öffentlich so entleeren?
    Eine Schande!!!

  5. Hier sind die Vorzeigesozialisten zu Vorzeigekapitalisten geworden … Eintritt: 35€, T-shirt: 20€, Buch: 26€ usw.
    Und die tosenden und klatschenden Zuschauer merken noch nicht mal wie sie von ihren sozialistischen Idolen abgezockt werden! 🤣🤣🤣
    und alles weitere … ohne Worte 🤦🏼‍♀️ … ach doch, …
    An die zwei Damen, die das Schauspiel vorzeitig verlassen haben … Klasse, sehr gut gemacht!!! 👍🏻
    Im übrigen, ich bin auch ein Kind der DDR aber so verharmlost und verniedlicht habe ich sie nicht erlebt!!!

  6. Christian Kallisch

    … wie gut, dass wir jetzt die DIKTATUR DES GELDES haben, in der das so beliebte Wort FREIHEIT auch nur eine leere Worthülse ist und UNGERECHTIGKEIT allerorts präsent ist.

  7. Marie-luise Wolf-schlaefke

    Liebe Anke, es war doch klar, dass es sich um eine nostalgische Veranstaltung handeln würde. Darf nun überhaupt nicht mehr gelacht werden? Ich finde deine Betrachtung des Abends ziemlich einseitig (um es freundlich auszudrücken).
    Herzliche Glückwunsch zum Frauentag! Darf ich das noch sagen?

    1. Wolfgang Weirich

      Wer sich in Gefahr begibt- kommt darin um ,heißt es. Das an der Grenze geschossen wurde ,war bekannt. Drogenprobleme, Obdachlosigkeit,hohe,unbezahlbare Mieten hatten wir nicht und die Tafel brauchten wir nicht und Kinderbetreuung war kein Luxus. Es gibt also auch Gründe die besseren Merkmale hervorzuheben.
      Und wie war das mit dem Gesundheitssystem( keine 2 Klassengesellschaft ) Deshalb war nicht alles gut in der DDR ,das stimmt aber das gehört zweifelsohne auch dazu.

  8. Andreas Gellert

    Verlust sind schwer zu ertragen. Man kann nur hoffen, dass diese gestrigen es nicht ihren Enkelkindern erzählen. Es gab ein Land wo Milch und Honig floss.. die DDR. gequirlte…
    Einen wunderbaren Frauentag zusammen in Freiheit

  9. Okay, ein bisschen umfangreicher meine Erwiderung, aber ich muss das mal wirklich loswerden. Ich sags mal als alter Wessi, der die DDR gut genug kennenglernt hat. In was für einer „geschlossenen Gesellschaft/Anstalt“ leben diese vier gedopten Sagengestalten der DDR Vergangenheit ? Die Aufgabe die es zu stemmen galt seit 1989 war eine riesige, kaum ohne Fehler zu bewältigen. Aber seid ihr wirklich untergegangen dabei im Osten? Fragt euch das mal ehrlicherweise selbst, was ihr letztlich gewonnen habt und was überhaupt verloren? Eure geheuchelte sozialistische Solidarität, das gegenseitige Beäugen und das Bespitzeln durch den Staat? Wollt ihr das alles noch einmal und die Freiheit der FKK Kultur und alle zwanzig Jahre einen Trabi? Oder vielleicht unsere damaligen Terroristen bei euch wohnen zu lassen, die meine Kollegen und viele andere in den RAF Zeit ermordet haben? Oder schickt ihr uns bald auch Weihnachtspakete, die Bedürftigkeit im Westen hat sicherlich auch stark zugenommen, oder? Und in welcher scheinbaren Blase leider ein doch recht großer Teil der Menschen im Osten? Ich kann all die Sorgen verstehen, auch die Nöte, sicher auch vieles an der Kritik die geübt wird. Aber diese Art von gehirnverdrehtem pseudosozialistischen Faschismus und substanzloser Pauschalkritik basiert auf den gleichen Lügen und der noch größeren Borniertheit, die man in vierzig Jahren realem Sozialismus sich und den Menschen vorgeheuchelt hat. Haben wir zu wenig Weihnachtspakete geschickt, und mit dem Ost-West Handel und Krediten die DDR am Leben erhalten ? Natürlich muss niemand dankbar sein, das der Westen gut zwei Billionen Euro (nicht DM oder Ostmark 🙂) in den Osten hineingesteckt hat. In einen maroden, unfähigen sozialistischen Einheitsbreistaat ohne jegliche Perspektive, der damals schon lange am Tropf des Westens hing. Dafür aber ein reiner Willkür- und Überwachungsstaat mit Verbrechern wie Mielke und Krenz und vielen mehr, die man zu Recht verurteilte. Die, wenn sie 1989 gekonnt hätten, sogar ihr eigenes Volk nach chinesisch russischem Vorbild niedergemetzelt hätten. Wo liegt das Übel begraben, dass ein Drittel und mehr jetzt die Nazis wählen und das gesamte Land verfluchen und alles schönreden und sich die DDR zurück wünschen? Wir haben euch doch mit unserer in vierzig Jahren verdienten Kohle vollgestopft, haben euch eine Bundeskanzlerin geschenkt und auch Bundespräsidenten und viele taffe Jungs mehr. Nur den dicken bankrotte Verkehrsminister Krause, den hättet ihr ruhig behalten dürfen. Ihr hattet doch stellenweise die Macht etwas zu bewegen, was ist da bloß schiefgelaufen?Ich bin in der Nacht des Mauerfalls von Frankfurt nach Berlin gefahren und habe dort ehrliche Tränen vergossen und es rührt mich an vielen Tagen immer noch, wenn ich an diese Zeit denke. Ich komme von der sog. Zonengrenze in Nordhessen. Bei uns sehen die meisten Dörfer fast noch immer so aus wie in den fünfziger Jahren. Ich habe Erfurt direkt nach dem Mauerfal besucht, alles heruntergekommen, fast wie kurz nach einem Krieg. Nur die Honni Hauptstraße im sozialistischen Elendsglanz. Und heute? FAST überall blühende Landschaften im Osten, Leipzig, Dresden und vieles mehr aufpoliert und erstrahlt wie nie zuvor. Okay, ihr braucht nicht dankbar sein, auch ich habe gern mein Geld dafür gespendet, denn ich glaube trotz allem immer noch ein Deutschland das vereint ist, oder besser gesagt, vereint sein könnte. Aber wart ihr schon einmal tief im Westen? Vielleicht hätte man die zwei Billionen Euro besser doch bei uns investiert, dann hätte wir sicher auch vielleicht bessere Zeiten hier. Alles herausgeputzt, kaum Arbeitslosigkeit und stabile und normale politische Verhältnisse, die uns nicht nach 1933 zurückbringen, sondern dieser Art von Demokratie als etwas verstehen, dass es keine wirkliche und bessere Alternative dazu gibt. Es bedeutet vor allem Freiheit und so gesehen vor allem auch Meinungsfreiheit. Und deswegen, nur deswegen, dürfen diese alten Deppen dort tief im Osten auf Bühnen sitzen und ihren eigenen Untergang hochleben lassen und sich selbstverlogen der blühenden Ostlandschaften erinnern und sich „standing ovations“ ( wie hieß das auf russisch? ) abholen, während der ganze Saal sozialistische Aufbaulieder singt. Und um eines klarzustellen, ich habe viele Freunde in den neuen Bundesländern und bin nicht wirklich erstaunt, wie viele meine Meinung zu dem Thema teilen, also ist „Polen hoffentlich noch nicht ganz veloren“. Mir ist schon klar, dass ich, dem jetzt ebenfalls wirklich mal der Kragen geplatzt ist, mit harschen Reaktionen rechnen muss. Aber damit kann ich ganz gut leben, Deswegen herzliche Grüße an alle diejenigen, die die alte Tante DDR wiederhaben möchten, ich gönne es euch wirklich, denn kuscheliger und toller war es nur bei euch, aber nie bei uns im Westen. Sauft euren VEB Rotkäppchen Sekt und kotzt auf „Grüne Wiese“. Ich trinke derweil lieber meinen teuren Pro Secco und singe Schöbels Lied, „Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter“, einstweilen umgekehrt. Enden möchte ich mit den berühmten Worten des italienischen Fußballtrainers Giovanni Trapattoni, “ Ich habe fertig!

  10. Ich möchte hier gern um etwas Verständnis für das Publikum werben. Die Betagten unter ihnen ist genau die Generation, die im Glauben, eine bessere Welt zu schaffen, nach dem Krieg dieses Land DDR aufgebaut haben. Genau diese Generation war nach der Wende angesichts der leeren Versprechungen, der Glücksritter, die hier große Geschäfte machen wollten und z. B. der Treuhand-Machenschaften enttäuscht und frustriert. Es wurden eben nach der Wende viele ehemalige DDR-Bürger im Regen stehen gelassen – das ist natürlich Wasser auf der Mühle solcher ostalgischen Veranstaltungen. Wäre nach der Wende alles fair gelaufen, dann gäbe es diese Sehnsucht nach der DDR überhaupt nicht, weil die Ostalgie dann keinen Nährboden hätte.
    Zu Herrn Krenz kann ich nur anmerken, dass ich die Panzer in Leipzig an diesem besonderen Montag mit eigenen Augen gesehen habe, auch die Hubschrauber über dem Stadtzentrum und die Kampfgruppen-Mannschaftswagen an jeder Kreuzung.
    Es war nicht alles schlecht, aber es war auch vieles schlecht. Eine vernünftige Aufarbeitung muss dringend geschehen!!!

  11. Einfach nur widerlich dieser Exess eines selbst so genannten Wessis. Leider enthält der Beitrag ,ausser Arroganz ,wenig Substanz, deshalb lohnt es sich nicht darauf näher einzugehen.

  12. Der Stammtisch in Waren war ein souveräner Anlass den Alltag in unserer DDR zu erleben! Zu den Anfeindungen lasse ich mich nicht ein, allesamt unqualifizierte „Westpropaganda.
    Fakt ist, dass unser Land, souverän 1949 wie 1965 die VERFASSUNG jeweils mit einem Volksentscheid beschlossen hatten. Sie wurde nie rechtswirksam ausser Kraft gesetzt! Drüben im Westen hatten und haben Sie Keine!
    Was ist das für eine vermeintliche Freiheit, wenn man nur reisen kann, wenn das Geld reicht? Wenn nur noch eine Meinung gilt und man Angst haben muss? Wenn man bei Kritik am Regime mit Verfolgung rechnen muss? Wenn man Direktiven der „EU“ ohne Rechtsmittel umzusetzen hat?
    Das ist keine Freiheit!
    Die Menschen hier wollen endlich eine freiheitlich demokratische Grundordnung, und wählen dem entsprechen!
    In der DDR ist nicht alles gut, drüben eben auch nicht! Es war eine Sternstunde in Waren!

  13. Hallo,bei der Ankündigung der Veranstaltung in der Zeitung dachte ich erst,es sei ein Komedy Abend mit Schauspielern.Ich konnte mir nicht vorstellen,dass sich diese alten Herren unter diesem Thema der Öffentlichkeit präsentieren. Als mir klar wurde,wer da kommt,war kurz der Gedanke da,zum BuhRufen hinzugehen,aber nicht für 35€. Die DDR ist zu Recht lange tot,was soll die Nostalgie? Ich bin so froh,dass es diese Zeit nicht mehr gibt.Die Ständige Angst vor Bespitzelung und Benachteiligung Andersdenkender(bes.Christen),die ich erlebt habe, wünscht sich keiner mehr.Die breite Mehrheit mußte sehr bescheiden leben.Jetzt wollen die alten enttäuschten Männer,die früher alle priveligiert waren,mit ihren Lügen noch bejubelt werden? Null Verständnis.Geht ins Altersheim! Eine Altwarenerin

  14. Leider spürt man das Unverständnis der Kommentatorin in fast jedem Satz.
    Ich kann verstehen, dass Menschen, die über alle Medien und im www stets nur Eingeschränktes, Negatives hören wie und was die DDR war, dass Bedürfnis haben über ihre Erfahrungen und Erinnerungen zu reden und zwar mit jenen den eben nicht der Schaum vorm Mund steht wenn sie über ihre eigenes Leben berichten. Es hört ja sonst keiner zu. Die Reduzierung der DDR- Geschichte in den öffentlichen Medien jeder Art auf 140 Mauertote und Staatssicherheit wird den Erfahrungen und Erinnerungen der Mehrheit der DDR – Bürger nicht gerecht. Das schweißt zusammen, erst recht in einer Zeit, in der Krieg wieder eine reale Gefahr ist.

  15. Die West-Nostalgiker und andere arbeiten sich hier mit den massenmedial in den Köpfen verankerten Schlagworten am Osten ab, der, abseits einer Nostalgie, die man ja diskutieren kann, den Zerfall der gegenwärtigen Gesellschaft wenigstens spürt und ihn benennt. Gleichzeitig geht die Welt immer mehr in Flammen auf und in immer mehr Städten Europas und auch in den USA begehren die Menschen gegen ihre Kriegshetzer auf, glücklicherweise nun auch verstärkt durch die jungen Leute, die sich gegen eine Wehrpflicht äußern. Hier arbeitet man sich dagegen energisch an Frank Schöbel und ein paar anderen alten Herren ab. Das dokumentiert, wie umfassend die Desorientierung der letzten Jahre doch gelungen ist. Armselig!

    P.S.
    Zur Sperrung von Konten bei nicht meinungskonformen Kritikern der Politik ist mir aus DDR-Zeiten nichts bekannt. Da sind wir heute schon ein Stück weiter!

  16. Hallo Hucke ! Genau darum seid Ihr überall so beliebt ! Ein zugereister Wessi a la Kiesinger, Filbinger und Lübcke (altgediente Nazis, die in der alten BRD so richtig Karriere gemacht haben),
    gibt hier seinen Senf dazu und will uns unsere Vergangenheit erklären. Ne, Ne, Ne !

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