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Brauchen wir noch mehr Windparks? – E.dis: Schallmauer von 10 000 Megawatt Ökostrom schon gebrochen 

18. Februar 2018

Die neueste Bilanz des Energiedienstleiters E.dis, der von Röbel aus seine Anlagen an der Mecklenburgischen Seenplatte steuert, dürfte Gegner von Windparks und Solaranlagen aufhorchen lassen. Der Stromleitungsnetzbetreiber hat festgestellt, das durch Windkraft, Sonnenenergie und Biogas inzwischen schon viermal mehr erneuerbare Energie erzeugt wird, als im E.dis-Verbreitungsgebiet überhaupt verbraucht wird. Das geht aus der neuesten Pressemitteilung der E.dis-Gruppe hervor, die mit 2500 Mitarbeitern zu den größten Firmen im Osten Deutschlands gehört.

In Zahlen ausgedrückt: Jetzt im Februar waren etwa 36 000 Anlagen an Land an das E.dis-Netz in MV und Brandenburg angeschlossen, die mehr als 10 000 Megawatt Öko-Strom erzeugen können. Dies entspricht in etwa der Leistung aller in Deutschland noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke, erläuterte ein E.dis-Sprecher gegenüber „Wir sind Müritzer“. Zu diesen Öko-Energie-Anlagen gehören auch Solarparks wie in Warenshof und an der Straße nach Jabel, Windparks in Bütow sowie größere Biogasanlagen wie in Schwenzin.

Der höchste gleichzeitige Stromverbrauch von Firmen, Haushalten und Kommunen lag aber nur bei 2400 Megawatt. Das stellt das Unternehmen vor große Herausforderungen. So müssen jährlich rund 100 Millionen Euro investiert werden, um das Leitungsnetz auszubauen oder neue Umspannwerke zu errichten oder zu erweitern.

Und wenn alle Anträge auf Errichtung weiterer Öko-Energieanlagen genehmigt werden, dann ändert sich das Verhältnis noch drastischer. Es liegen Anträge für weitere rund 20 000 Megawatt vor, hießt es. Damit würde dann zwölfmal mehr erneuerbare Energie erzeugt, als hier verbraucht werden kann – und da sind die Windparks auf See noch gar nicht dabei.

Die beste Lösung für alle wäre sicher, wenn sich Unternehmen an der Seenplatte ansiedeln. Sie könnten den Strom auch gleich hier zu verbrauchen, statt ihn erst Hunderte Kilometer weiter zu transportieren, abgesehen von den Engpässen im Netz. Aber Investoren zu finden, ist schwierig. So gesehen könnte der geplante Tauchturm mit den gesamten touristischen Anlagen am Kurzentrum ruhig in Waren gebaut werden – wenn die Investoren das Geld wirklich zusammenkriegen.


5 Antworten zu “Brauchen wir noch mehr Windparks? – E.dis: Schallmauer von 10 000 Megawatt Ökostrom schon gebrochen ”

  1. Wolfgang Priebe sagt:

    Da der Bau von Stromtrassen nicht voran kommt, werden Windkraftanlagen außer Betrieb genommen.
    Die Vergütung wird trotzdem gezahlt und obendrein werden noch ständig neue Anlagen gefördert.
    Das nenne ich mal Vorausschauend und besonders Ökonomisch.
    Alle wissen es und keiner unternimmt was dagegen, weil die Politiker monatelang um eine neue Regierung „verhandeln“ müssen und keine Entscheidungen ( außer die Jährlichen Diätenerhohung) getroffen werden.

  2. Peter Sohr sagt:

    Was bitte schön hat die fehlgeleitete Energiepolitik der Bundesregierung mit einem geplantem Tauchturm in Waren (Müritz) zu tun? Nichts! Hier einen Zusammenhang herzuleiten ist schon sehr vage. Dadurch wird das Vorhaben am Nesselberg auch nicht gerechtfertigt!

    Die beste Lösung wäre endlich mit dem weiteren Ausbau an erneuerbaren Energieanlagen sofort zu stoppen und endlich im gehörigen Maße Diejenigen an der Finanzierung beteiligen, die Nutznießer sind. Das sind meiner Erkenntnis nach ausnahmslos südlich gelegene Bundesländer. Was so nebenher fast in das Ausland „verschenkt“ wird, schmälert erst recht nicht die überwiegende Zahllast in unserer Region.
    Um den Strom von A nach B zu bekommen, werden sich notgedrungen die Nutznießer in dem Verhältnis beteiligen müssen, so wie der tatsächliche Verbrauch in diese Regionen abfließt. Hier erwarte ich das die E.dis-Gruppe mit ihren Erkenntnissen direkt an die Regierung herantritt und schnellstmöglich Änderungen verlangt.
    Solange aber das Geld nach energiepolitischem Diktat in erster Linie von den Bürgern unserer Region ohnehin an die Netzbetreiber fließt, wird da kaum Zugzwang bestehen. Der dumme Bewohner von Mc/Pomm wird weiter notgedrungen seine Endgelde zahlen um der subventionierten Energiebranche als Tropfhalter zu dienen.

  3. NBJule sagt:

    Wolfgang Priebe, die Anlagen müssen u.a. deshalb abgeschaltet werden, weil klimaschädliche Kohlekraftwerke nach wie vor am Netz sind, die es im übrigen auch verhindern, dass effizientere Gaskraftwerke gebaut werden, die sehr viel leichter hoch- und runtergefahren werden könnten, um dann, wenn nicht ausreichend erneuerbare Energien vorhanden sind, dazugeschaltet werden können. Im übrigen haben Sie recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass z.B. Bayern vom Energieüberschuss bei uns profitiert, die Kosten für die Durchleitung aber von den Kunden hier getragen werden müssen. Warum es dann aber Sinn machen sollte, den Strom woanders als dort, wo er am günstigsten entsteht, zu gewinnen, verstehe ich nicht.
    Sinn würde es vielmehr machen, wenn Energie hier günstiger wäre und damit ein Wirtschaftsfaktor.

    • Walter sagt:

      Vollkommen richtig.
      Und weil eben in den nächsten Jahren eine große Zahl an Kraftwerken (Atom + Kohle) geschlossen werden, benötigen wir selbstverständlich als Ausgleich mehr Windkraft.
      Und nicht vergessen, dass (zumindest geplant) der Anteil an Strom-PKW steigen soll. Dieser Strom muss auch irgendwo herkommen.
      Aber das Problem mit den Leitungsgebühren finde ich auch eine miese Nummer. Bei uns stehen die „Kraftwerke“ (Windräder) und wir müssen noch zusätzlich mehr zahlen und die Bayern und Baden-Württemberger weniger. Das kann auch nicht so sein.

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